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Ideenklau made in China: Wenn die Schlange ihren eigenen Schwanz frisst

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Chinas Plagiatsunwesen richtet sich immer mehr gegen Unternehmen im eigenen Land Das war nicht immer so. Noch bis vor Kurzem waren einzig westeuropäische und US-amerikanische Waren das Objekt der Begierde gewesen. In Deutschland hatten es die chinesischen Spione besonders auf den Maschinen- und Anlagenbau abgesehen – eine Domäne deutscher Mittelständler. Der Fachinformationsdienst „Einkaufsmanager” gibt Ihnen heute einen Überblick über die "Kunst des Kopierens" im Reich der Mitte.

Chinas Plagiatsunwesen richtet sich immer mehr gegen Unternehmen im eigenen Land Das war nicht immer so. Noch bis vor Kurzem waren einzig westeuropäische und US-amerikanische Waren das Objekt der Begierde gewesen. In Deutschland hatten es die chinesischen Spione besonders auf den Maschinen- und Anlagenbau abgesehen – eine Domäne deutscher Mittelständler.

Der Fachinformationsdienst „Einkaufsmanager” gibt Ihnen heute einen Überblick über die "Kunst des Kopierens" im Reich der Mitte.

Kopieren gilt in China als höhere Kunst

Juristisch betrachtet ist der Ideenklau wettbewerbswidrige Nachahmung. Aber nur aus westlicher Sicht. Aus dem chinesischen Blickwinkel sieht die Sache komplett anders aus. In China (wie in Asien überhaupt) gilt Kopieren als große Kunst – viel bedeutender als das Schaffen von Eigenem oder Neuem.

In diesem kulturellen Grundverständnis liegen die eigentlichen Wurzeln des Plagiatsunwesens – nicht im fehlenden Unrechtsbewusstsein.

Das Prinzip der Listigkeit

In politisch korrekten Ohren mag dieser Satz vielleicht schrill klingen, doch die 36 Strategeme (List, Trick, Täuschung) sind in China Allgemeingut.

Sie sind Schullesestoff und werden sogar als Cartoons gedruckt. Vor über 2.000 Jahren hatten chinesische Autoren damit begonnen, die unterschiedlichsten Überlistungstechniken aufzuschreiben und zu systematisieren.

Diese Strategeme sind ein weiterer Nährboden für den grassierenden Ideenklau. So bedeutet zum Beispiel „listig zu handeln“ nach chinesischem Selbstverständnis, „klug zu handeln“.

China: Von der globalen Werkbank zum globalen Innovationslabor

Diese von Peking immer wieder propagierte Zukunftsvision mag sich ein bisschen hochtrabend anhören, in ihr steckt aber mehr als das berühmte Körnchen Wahrheit. In den westlichen Industrieländern wird nämlich Chinas Entwicklung hin zur Hightech-Macht weitgehend ausgeblendet.

Klar ist zwar allen, dass die Volksrepublik kein Billiglohn-Land mehr ist, dass dort aber zunehmend komplexe Technologien erfunden werden, wird kaum registriert. Ein Besuch der China Hightech Fair (16.–21.11.2013) könnte das verbessern.

Eine Entwicklung, die im Grunde kaum verwundern kann. Denn während in Deutschland über Fachkräftemangel geklagt wird, strömen in China Jahr für Jahr knapp 6 Mio. Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt. Ein gigantischer Ideen- und Kreativitätspool für Innovationen. Neuentwicklungen, die sich der Staat auch viel Geld kosten lässt.

So subventioniert Peking massiv innovative Unternehmen, die in ihren Laboren eigene Hightech-Produkte entwickeln. Wenn Chinesen von Chinesen klauen Diese Unternehmen geben sich mit dem Kopieren und Abkupfern ausländischer Waren bzw. Erfindungen natürlich nicht mehr zufrieden.

Die Kehrseite der Medaille: Ihre Hightech-Waren „Made in China“ werden inzwischen immer öfter zu Industriespionageopfern – ebenfalls „Made in China“.

Wobei nicht kleingeredet werden soll, dass gegenwärtig noch immer fast 3?4 aller deutschen Maschinenbauplagiate (jährlicher Schaden rund 8 Mrd. €) aus dem Reich der Mitte stammen.

Der chinesische Baumaschinenhersteller „Sany“ zum Beispiel, der noch vor Jahren im Verdacht stand, deutsche und westeuropäische Maschinen nachgebaut zu haben, muss sich nun selbst gegen den einheimischen Ideenklau wehren.

Das Paradoxe an der Geschichte: Die Konzernzentrale in Schanghai hat ausgerechnet ein deutsches Unternehmen engagiert, die in Karlsruhe ansässige WIBU Systems AG, um der Produktpiraterie aus dem eigenen Land Herr zu werden.

Eine Spezialität der Karlsruher ist der Schutz digitaler Produkte vor Fälschungen und Nachahmungen. Wenn die Sany-Gruppe und WIBU Systems auch keine Zahlen nennen: Der Auftrag ist immerhin so groß, dass das Karlsruher Unternehmen 2 Niederlassungen in China gründen musste.

Es tut sich was

Was weder der WTO-Beitritt noch die Mitgliedschaft in der WIPO (Weltorganisation für geistiges Eigentum) zuwege brachten, könnten nun Unternehmen wie Sany schaffen.

Nach Beobachtungen der Deutschen Auslandshandelskammer in China (AHK) steigen die Knowhow-Klagen dieser Unternehmen jährlich im 2-stelligen Prozentbereich.

Die Versicherung von Ex-Premierminister Wen Jiabao anlässlich der Hannover- Messe 2012, „China wird geistiges Eigentum effektiv schützen“, könnte ein Indiz dafür sein, dass Pekings Regierungsetagen das Problem Produktpiraterie, ob bei einheimischen oder ausländischen Firmen, zukünftig ernster nehmen.

Vorsicht bleibt die Mutter der Beschaffungskiste

Als die Briten vor 125 Jahren allen deutschen Waren den Stempel „Made in Germany“ als Zeichen für Pfuscherei und Fälschung aufdrückten, ahnten sie nicht, dass daraus einmal ein Gütesiegel werden würde.

Vielleicht wiederholt sich Ähnliches dieser Tage in China. Womöglich wird in wiederum 125 Jahren aus dem heute verrufenen „Made in China“ ein neues Gütesiegel.

Bis es so weit ist, sollten Einkäufer bei ihrer Beschaffung in der Volksrepublik aber wachsam bleiben. Präventiv (oder wenn das Kind bereits im Brunnen liegt) können Sie sich zum Beispiel an den Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e. V. (APM) wenden.

Die Gemeinschaftsinitiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbands bietet seit 1997 branchenübergreifend allen Unternehmen Rat und Hilfe, um ihre Produkte und ihr geistiges Eigentum weltweit zu schützen – auch in China.

Weitere Informationen finden Sie auf der Verbands-Homepage www.markenpiraterie-apm.de. Inzwischen haben sich auch diverse Anwaltbüros sich des Themas angenommen und bieten ihre Hilfe an, beispielsweise die Kanzlei BIZ (www.kanzlei.biz).

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