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Incoterms 2000 - Wie Sie Fehlinterpretationen, Versicherungsfehler oder sogar Transportverluste vermeiden

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Von coupling,

Die Incoterms (INternational COmmercial TERMS) regeln international die durch den Versand bzw. die Lieferung von Gütern bestehenden Rechte und notwendigen Pflichten zwischen Käufern und Verkäufern. Zudem sind sie Voraussetzung für internationale Lieferverträge für bewegliche Güter (auf Waren wie z. B. Computersoftware können sie nicht angewandt werden).

Das Regelwerk wurde von der "International Chamber of Commerce" (ICC)/Paris geschaffen und erstmals 1936 veröffentlicht. Es wurde seitdem 6-mal überarbeitet und zum 1. Januar 2000 letztmalig revidiert. Diese neueste Version, die Incoterms 2000, ersetzen die Incoterms 1990. Anlass für die Überarbeitung waren die in den letzten 10 Jahren wesentlich stärker genutzten elektronischen Übertragungswege, die veränderten Transporttechniken sowie durch den zunehmenden weltweiten Einsatz von Containern in der See-, aber auch in der Luftfracht notwendig gewordene eindeutigere sprachliche Regelungen.

Der
Einkaufsmanager stellt Ihnen hier die E- und F-Klauseln der Incoterms 2000 vor:
Die Incoterms bestehen aus 13 Klauseln, die auf relativ einfache Art die Bedingungen und Regeln zur Durchführung eines Transportes vorgeben. Mit ihnen ist jeweils eindeutig der Übergang von Kosten- und Transportgefahren und somit auch die versicherungstechnische Seite vom Verkäufer/Lieferanten auf den Käufer/Kunden geregelt. Relativ umfangreiche Bestimmungen und Festlegungen im Kauf- oder Handelsvertrag zur Regelung dieser Punkte können durch die Nennung einer Klausel aus den Incoterms entfallen.
Die 13 Klauseln teilen sich ihrerseits wieder in 4 Gruppen: die E-, F-, C- und D-Gruppe. Jede Gruppe regelt sehr unterschiedlich das Kosten- und Gefahrenrisiko. Die Pflichten des Verkäufers nehmen von der E- zur D-Gruppe zu, wobei sich gleichzeitig die Käuferverantwortung hierfür reduziert.
Hinweis der Redaktion: Keinesfalls können die Incoterms den Abschluss notwendiger Kauf-, Versicherungs-, Transport- oder Bankverträge ersetzen. Sie sollen lediglich das klassische Kaufrecht im Hinblick auf die Lieferung bzw. den Versand regeln.
Bei Anwendung der Incoterms sollte immer der Zusatz "2000" verwendet werden. Hiermit dokumentieren Sie, dass die aktuellste Version Anwendung finden soll und somit wesentliche Änderungen gegenüber der 1990er-Version als vereinbart gelten.
E-Gruppe (Abholklausel): Die einzige Klausel dieser Gruppe ist: EXW: ex works/ab Werk. Sie regelt, dass der Verkäufer die Güter nur verpacken, kennzeichnen und dem Käufer zur Abholung ohne Verladung zur Verfügung stellen muss, und stellt die Mindestverpflichtungsklausel für den Verkäufer dar. Die Waren gelten als geliefert, sobald der Verkäufer sie auf seinem Gelände oder an einem anderen Übergabeort zur Abholung bereitstellt.
Alle weiteren Gefahren ab der Verladung und dem Abtransport sind vom Käufer zu tragen. Anders als alle anderen Klauseln, die immer auf einen vereinbarten Zeitpunkt oder eine Frist abzielen, verpflichtet EXW den Verkäufer lediglich, zur "üblichen Zeit" zu liefern. Sind über die Verpflichtung des Verkäufers hinaus weitere Leistungen, wie z. B. die Verladung, gewünscht, sollte dies entweder im Kaufvertrag eindeutig vermerkt werden oder eine entsprechend passende andere Klausel einer anderen Gruppe gewählt bzw. vereinbart werden.
F-Gruppe (Absendeklauseln): Die Klauseln der F-Gruppe definieren Absendevorgaben für den Verkäufer und verpflichten ihn, die Waren an einen vom Käufer benannten Frachtführer zu übergeben. Der Haupttransport wird jedoch vom Käufer übernommen.
Zu dieser Gruppe gehören 3 verschiedene Klauseln, die sich nur durch unterschiedliche Übergabeorte unterscheiden. Für alle Klauseln gemeinsam gilt, dass der Käufer alle Kosten und Gefahren eines Verlustes oder einer Beschädigung ab der Übernahme bzw. Lieferung zu tragen hat. Eine Versicherung durch den Käufer ist dringend anzuraten.
FCA: free carrier - named place (frei Frachtführer - benannter Ort)
Mit dieser Klausel ist der Verkäufer verpflichtet, die Güter "frei Frachtführer", d. h. die zur Ausfuhr frei gemachten Waren an einen vom Käufer benannten Spediteur am benannten Ort, verpackt und beladen zu übergeben. Die Klausel kann für alle Transportarten, also Schiene, Straße, Luft, See oder Binnenschiff, bzw. auch in einer Kombination dieser Arten verwendet werden. Als Frachtführer gelten diejenigen, die sich durch Beförderungsvertrag verpflichtet haben, eine Beförderung mit den oben genannten 5 Arten bzw. einer Kombination durchzuführen bzw. durchführen zu lassen. Als geliefert gilt die Ware auch dann, wenn vom Käufer eine andere Person als der Frachtführer zur Entgegennahme benannt wird.
FAS: free alongside ship - named port of shipment (frei Längsseite Schiff - benannter Verschiffungshafen)
Bei Verwendung dieser Klausel gilt die Ware als geliefert, wenn sie vom Verkäufer zur Ausfuhr frei gemacht und längsseits eines Schiffes im benannten Verschiffungshafen gebracht wurde. Die Verpflichtung des Verkäufers, die zu liefernden Güter zur Ausfuhr frei zu machen, ist eine Änderung gegenüber früheren Incoterms-Fassungen, in denen dieser Part vom Käufer zu übernehmen war.

Hinweis der Redaktion:
Diese Klausel gilt nur für den See- und Binnenschifftransport.
FOB: free on board - named port of shipment (frei an Bord - benannter Verschiffungshafen)
FOB bedeutet, dass die Waren bei Überschreitung der Schiffsreling vom Verkäufer als geliefert gelten und ab diesem Zeitpunkt alle Kosten und Gefahren vom Käufer zu tragen sind. Auch bei dieser Klausel muss der Verkäufer die Güter zur Ausfuhr frei machen. Sollte nicht beabsichtigt sein, die Ware über die Schiffsreling zu liefern, kann die FCA-Klausel zur Anwendung kommen. Auch FOB darf nur bei See- und Binnenschifftransporten verwendet werden.

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