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Industrie 4.0: Hype oder Humbug?

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Von coupling,

Die ersten Fließbänder in den Schlachthöfen von Cincinnati/USA läuteten 1870 ein neues Zeitalter ein. Ähnliches könnte sich dieser Tage wiederholen.

Was in unserem Privatleben bereits Allgegenwart ist, nämlich Computer, Smartphones und Internet, könnte auch in der Wirtschaft Einzug halten. Zukunft hat nicht mehr Masse, ob bei Autos, Kühlschränken oder Zahnrädern, sondern Individualität.

Wenn man so will, kehrt die sogenannte Industrie 4.0 zu ihren Wurzeln zurück. In eine Zeit also, als in Manufakturen Einzelstücke hergestellt wurden.

Mit dem entscheidenden Unterschied allerdings, dass sie dazu Mittel und Methoden der Jetztzeit verwendet, in erster Linie das Internet.

Glaubt man Vordenkern wie Henning Kagermann, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften e. V. ( www.acatech.de ), sind die Folgen von Web 2.0 und E-Mail gar nichts gegenüber dem, was sich in den digitalen Fabriken abspielen wird.

Nach Dampfmaschine, Fließband und Computerisierung sagt Kagermann nichts Geringeres als die 4. industrielle Revolution voraus.

Diese Revolution wird es möglich machen, so Kagermann weiter, dass in hochflexiblen Fabriken jeder Kunde bzw. Einkäufer seine Ware genau in der individuellen Ausführung bekommt, wie er sie gerne hätte – das aber zu den Kosten einer Massenproduktion.

Einzelstücke vom Band?


Noch mag nicht jeder diesem Spiel der Visionen trauen. Ganz zu schweigen von denen, die die Industrie 4.0 für schlichten Humbug halten. Erinnert seien diese Zweifler aber an die gute, alte Eisenbahn.

Als anno 1835 der erste Zug von Nürnberg nach Fürth dampfte, waren sich Spötter und Warner einig: no future für dieses Höllengerät.

In Bremen steht die erste Fabrik 4.0


Genauer gesagt: in einer Halle des Bremer Instituts für Produktion und Logistik (Biba, www.biba.uni-bremen.de ). In der Fabrik, die nicht mal halb so groß wie ein Fußballfeld ist, simulieren Wissenschaftler die Herstellung von Autorücklichtern.

Aber nicht nach den 3 klassischen Produktionsschritten Entwicklung – Fertigung – Verkauf, sondern nach den vernetzten Methoden einer voll digitalisierten Fabrik.

Das heißt, nicht mehr die hauseigenen Planer steuern die Herstellung, sondern die Auftraggeber tun das selbst aus der Ferne.

Mit anderen Worten: die Einkäufer der Autorücklichter!

Beachten Sie: Kern der Bremer Produktionsanlage sind winzige Chips, die auf den Reflektoren der Rücklichter kleben.

Was bislang nach Stück- und Chargenlisten vom Schichtleiter entschieden wurde, ob die Rücklichter mit Klarglas- oder farbigen Birnen, mit weißen oder bunten Blenden ausgerüstet werden, entscheiden via Internet und im Dialog mit Einrichte-Automaten und Fertigungsmaschinen die späteren Verwender selbst.

Wandel auf ganzer Linie


Radikaler kann der Bruch mit den starren Konzepten der Fließbandfertigung nicht sein. Ein Paradebeispiel dafür ist das Auto.

Schon heute in Taktstraßen hochindividualisiert hergestellt, sollen die bedarfsgesteuerten Technologien diese Individualisierung noch um ein Vielfaches steigern.

Beachten Sie: Das Zauberwort der Industrie-4.0-Gemeinde ist die sogenannte „Open Innovation“. Dieses neue Wirtschaftsprinzip erhebt die Zusammenarbeit von Einkauf, Entwicklung und Produktion zu einem unbedingten Muss.

Eine Forderung, die der Einkaufsmanager übrigens schon heute stellt!

Diese Bedarfssteuerung der Fertigung soll z. B. die Entwicklungskosten eines neuen Automodells von mehreren Milliarden Dollar oder Euro auf wenige Millionen drücken.

Der Grund: Die Hersteller müssen von einem Modell weniger Exemplare verkaufen, um auf einen grünen Zweig zu kommen.

Mehr noch: Diese Bedarfssteuerung der Fertigung kann nach Aussage von Henning Kagermann je nach Branche und Produkt Leistungssteigerungen von bis zu 50 % bedeuten.

Von den erheblichen Material- und Energieeinsparungen ganz zu schweigen.

Schöne neue Welt des Einkaufs


Mit großer Sicherheit wird der Industrie 4.0 alsbald der Einkauf 4.0 folgen. Denn wie in Planung und Fertigung, werden auch die Umbrüche in der Beschaffung radikal sein.

So könnten Einkäufer der 4. industriellen Revolution ihre Arbeit per Smartphone oder Tablet-PC von zu Hause aus erledigen – mit allen dazugehörigen Kommunikations- und Kontrollaufgaben.

Praxis-Tipp: Wenn Sie mehr über die Industrie 4.0 erfahren möchten, sollten Sie die Website des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) anklicken.

Sie gibt Ihnen erschöpfend Auskunft über alle Projekte und Probleme ( www.plattform-i40.de ).

Beachten Sie: Wie hoch das Thema in der Politik gehängt wird, zeigt das Projekt „Industrie 4.0“ der Bundesregierung.

Die Förderung internetbasierter Produktionssysteme und Dienstleistungen lässt sie sich in den nächsten Jahren 200 Mio. € kosten.

Allen voran Schlüsselbranchen (Auto-/Maschinenbau, Elektro-/Medizintechnik).

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