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Kommt jetzt die zweite Welle der Krise?

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Hoffentlich kommt er nicht, der 2. Abwärtsschub der weltweiten Wirtschaftsflaute. Die Gefahr ist aktuell jedoch weiterhin groß, dass die Krise keinesfalls die Talsohle erreicht hat. Denn: Die Probleme der Banken sind weltweit alles andere als gelöst. Auch wenn die Finanzinstitute auf dem Papier wieder Gewinne vermelden, nachdem die Bilanzierungsregeln massiv geändert wurden. In den USA sind bis Mitte Juli 57 Banken bankrott - Tendenz: steigend. 2008 waren es schon 26 Institute, die vom Markt verschwanden.

Beachten Sie: Die billionenschweren Rettungspakete sollten doch die Banken vor dem Zusammenbruch retten. Das klappt offensichtlich nicht überall.

Retten uns China & Co.? Viele Wirtschaftsexperten gehen immer noch von der Annahme der folgenden Überschrift aus:

Konjunktur-Lokomotive USA


Ein alter Spruch lautet: "Wenn die US-Wirtschaft hustet, bekommt der Rest der Weltwirtschaft eine Lungenentzündung." Noch immer ist für alle anderen Volkswirtschaften entscheidend, was im Land der unbegrenzten Möglichkeiten passiert.

Die Krise begann ja auch in den USA. Heute liefern wir Ihnen einige Zahlen und Fakten aus den USA:

  • Die Auftragseingänge der US-Industrie sind laut Bureau of the Census bis Mai 2009 im Jahresvergleich um fast 25 % gefallen.
  • Die US-Einzelhandelsumsätze sind 2009 bisher um rund 10 % eingebrochen.
  • Die Sparrate der US-Bürger hat sich deutlich erhöht, auf über 5 %. Die Kreditnachfrage sinkt. Entschuldung statt Verschuldung ist beim "kleinen Mann" angesagt.
  • US-Arbeitslosigkeit: Offiziell mit 9,5 % angegeben, bewegt sie sich tatsächlich wohl rund 10 Prozentpunkte darüber (Quelle: www.shadowstats.com). Das zumindest lässt auch der "Help Wanted Advertising Index“ erwarten. Er misst die Anzahl der von Unternehmen in 51 Zeitungen veröffentlichten Stellenanzeigen. Im Juli 2008 stellte das Conference Board die offizielle Veröffentlichung des Index ein.
  • Aktienkurse: Lassen Sie jeden stehen, der Ihnen zurzeit den Kauf von Aktien oder Fonds (egal, welche) empfiehlt. Natürlich konnten Sie theoretisch seit März einen schönen Gewinn einfahren. Aber wer ist dort eingestiegen? Aktien sind aktuell keine Schnäppchen - im Gegenteil. Das Kurs-Gewinn- Verhältnis (KGV) der US-Aktien beispielsweise liegt zurzeit bei rund 130. Zum Vergleich: Im Baisse-Tief 2003 lag das KGV bei 20. Im langfristigen Vergleich sind Aktien damit jetzt 6-mal so teuer wie in den vergangenen Jahren. Kaufgelegenheiten sehen anders aus. Wo sollen denn die Gewinne herkommen, die heute in den Dow-Jones-Aktien eingepreist sind? Auch an den Börsen geben die USA den Ton an. Der DAX folgt dem Dow Jones und keinesfalls umgekehrt.

Beachten Sie: Die Liste ließe sich noch verlängern. Immobilienpreisverfall, Zwangsversteigerungen, nachgebende Lohnzuwächse, eingebrochene Kapazitätsauslastung aber sind nun einmal nicht der Stoff, aus dem Unternehmensgewinne entstehen können, schon gar nicht in einer über die Globalisierung dermaßen dicht verzahnten Weltwirtschaft.

Wer kann diese komplexen, wirtschaftlichen Verflechtungen in der Gesamtheit erfassen und bewerten? Richtig. Niemand! Erstens kommt es anders, zweitens als ...

Keine Nachfrage = kein Wachstum

Das ist die fundamentale "Spielregel" unseres Wirtschaftssystems. Behalten Sie sie genau im Auge. Die Nachfrage wird uns zuverlässig signalisieren, wann die Rezession wirklich zu Ende geht. Um nur zurück auf die Nulllinie zu kommen, müsste ein gewaltiger Nachfrageschub einsetzen. Wo soll der herkommen? Immer mehr Menschen verdienen weniger (Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit), die Sparquote steigt (weniger Konsum), viele Unternehmen gehen pleite, nicht selten weil die Banken den Geldhahn zudrehen. Bei der Kreditvergabe für Investitionen scheint auch einiges schiefzulaufen.


Beachten Sie: Aktien- und Rohstoffkurse sind keine Konjunkturindikatoren! An den Börsen werden Erwartungen gehandelt, keine Tatsachen.

Konjunkturpakete sollen retten

Der Staat soll/muss/will die fehlende Nachfrage durch massive Subventionen ausgleichen. Er verteilt das geliehene Geld mit vollen Händen für neue Autos, öffentliche Bauvorhaben und andere Projekte. Das ist künstlich geschaffenes Wirtschaftswachstum nach dem Gießkannen-Prinzip. Es ist mittlerweile offensichtlich, dass sich unsere Wirtschaft und die Gesellschaft quasi von außen per Hand steuern lassen. Beide Bereiche sind vielfach vernetzte, hoch komplexe Systeme, die kaum als Ganzes zu erfassen (zu analysieren), geschweige denn gezielt zu managen sind.

Das Tanaland-Experiment

Diese Computersimulation an der Uni Gießen (Prof. Dietrich Dörner) ist ein Meilenstein in der Komplexitätsforschung. Studenten mussten über 10 Jahre das fiktive Entwicklungsland Tanaland virtuell steuern. Das Ziel: Sie sollten deutlich bessere Lebensbedingungen für die Menschen in Tanaland schaffen.

Was machen Studenten, die in einem Wohlfahrtsstaat aufgewachsen sind? Richtig. Es werden zahlreiche tolle Projekte angestoßen: Brunnen gebohrt, die Felder bewässert, Felder gedüngt, Bäume abgeholzt, "Schädlinge" (Insekten, Mäuse, Ratten ...) und Wildtiere ausgerottet, Ärzte ins Land gebracht, Geburtenkontrolle und Familienplanung eingeführt etc. Einzeln betrachtet waren diese Inputs in den Computer alle sehr nützlich für Tanaland. Aber es kam ganz anders. In wenigen Jahren ging es Tanaland dramatisch schlechter als vorher. Die mit besten Absichten durchgeführten Maßnahmen der Studenten brachten Hungersnot, Umweltkatastrophen, Tiersterben und andere schwerwiegende Probleme. Das ist die Macht der Rückkoppelungen. Die Heilsbringer waren nicht in der Lage, die langfristigen Auswirkungen ihres Handelns vorauszusehen. Für jede einzelne "optimale" Maßnahme gibt es immer zahlreiche kurz-, mittel- und langfristige Folgen. Denn in einem System ist alles miteinander verbunden. Das Ganze ist mehr als die Summe aller Teile.

Beachten Sie: Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb hoch, dass die Konjunkturpakete im komplexen System Wirtschaft langfristig mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen werden. Wir behalten die konjunkturelle Großwetterlage weiterhin aufmerksam für Sie im Auge.

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