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Label und Umwelt-Gütezeichen - 6. Teil: Helfen Label und Umwelt-Gütezeichen bei der „grünen Beschaffung“ weiter?

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Von coupling,

Ökologische Label befinden sich meistens auf den Produkten selbst oder auf den Verkaufsverpackungen. Sie sollen den Käufer bei seiner Kaufentscheidung, z. B. besonders energieeffiziente bzw. Energie sparende Produkte zu erhalten, unterstützen.

Häufig müssen die Produkte bereits eine bestimmte Energieeffizienz erreichen, um überhaupt ein bestimmtes Label führen zu dürfen.
Um der vielen verschiedenen Label innerhalb der EU Herr zu werden, soll mit dem von der Europäischen Kommission und dem Bundesumweltministerium geförderten Projekt „GreenLabelsPurchase - making a greener procurement with energy labels“ mehr Klarheit bezüglich der Energie- und Effizienzqualitäten verschiedener Label bzw. Umwelt-Gütezeichen geschaffen sowie die Berücksichtigung von Label-Kriterien und deren Überprüfbarkeit bei Kaufentscheidungen oder Investitionen gestärkt werden.
Bei der Vielzahl der am Markt zu findenden Label und Gütesiegel sollten Sie zunächst prüfen, für welchen Zweck Sie dieses Merkmal benötigen. So gibt es mehrere Kategorien, in die man die Gütesiegel unterteilen kann. Es gibt öffentliche Umwelt-Gütesiegel mit mehreren Kriterien und welche mit nur einem Bewertungsmerkmal. Die öffentlichen Umwelt-Gütesiegel können dann noch in nationale, europäische und auch internationale Kennzeichnungen unterteilt werden.
Die Anerkennung entsteht durch die behördliche, öffentliche Nutzung sowie durch von Verbraucherverbänden anerkannte und wissenschaftlich unterlegte Bewertungskriterien.
Neben den öffentlichen Umwelt-Gütesiegeln gibt es auch noch private Label, die sich mal mehr, mal weniger deutlich an den gesetzlich geforderten Umweltstandards orientieren und damit eigene Maßstäbe setzen wollen.

Nutzen der Umwelt -Gütezeichen


In erster Linie gewähren Ihnen die Gütesiegel objektive Hilfestellung bei der Beurteilung von Merkmalen. Sie geben nach bestimmten öffentlichen oder wissenschaftlichen Kriterien einen technischen Nachweis zu den Merkmalen, und sie helfen beim Benchmarking auszuschreibender Produkte.
Beachten Sie: Selbst wenn einer Ihrer Lieferanten für das von ihm gewünschte Produkt kein Umwelt-Gütesiegel hat, kann es möglich sein, dass er objektiv und nachweislich alle Kriterien des Siegels erreicht oder sogar übertrifft. Nachfassen lohnt sich und lässt nicht zu früh einen weiteren Anbieter in der Vorauswahl „sterben“.
Doch aufgepasst: Wie gut oder schlecht diese Kriterien sind und wie kritisch Sie sie betrachten sollten, zeigt allein die Tatsache, dass man sehr deutlich zwischen Energiebedarf und Energieeffizienz unterscheiden sollte. Das eine schließt das andere nicht automatisch ein. So kann ein Produkt im Sinne der EuP-Richtlinie (2005/32/EG) besonders gut eingestuft werden, was den Energiebedarf betrifft, die Energie aber nur mit einem niedrigen Wirkungsgrad nutzen, also mit einer niedrigen Effizienz.
www.ebpg.bam.de/de/gesetz/eup
Bei allen Betrachtungen für Gütesiegel insbesondere in Bezug auf die Effizienz ist die Messbarkeit häufig das Schwierigste daran. Das Messen der Effizienz ist aber durchaus möglich etwa bei Geräten, deren Eingangs- (z. B. elektrisch) und Ausgangsgrößen (z. B. mechanisch) wie bei Motoren vorliegen.
Nicht ganz so gut funktioniert das jedoch bei Laptops, deren Ausgangsdaten nicht so einfach zu erkennen sind. Dafür kann man häufig etwas anderes feststellen: Die Temperatur des Netzteils oder sogar des Laptops steigt meist deutlich mit der Nutzungsdauer an. Dies ist auch ein Indiz dafür, wie es um die Effizienz des Gerätes bestellt ist. Die erzeugte Wärme ist hierbei eine unwiederbringliche Verlustleistung.
Zusammengefasst können Sie davon ausgehen, dass insbesondere öffentlich und international anerkannte Umwelt-Gütesiegel eine deutliche Hilfe bei der Beurteilung der Umweltverträglichkeit eines Produkts darstellen.
Auch wenn die Beantragung der Gütezeichen zurzeit noch auf freiwilliger Basis beruht (wichtig ist die Zertifizierung durch einen Dritten), wie es zum Beispiel beim blauen Engel der Fall ist, gibt es keinen vernünftigen Grund, die Kriterien nicht auch für die Ausschreibungen der Zukunft anzuwenden.
Abgesehen davon wird die Arbeit der Ausschreibung noch dadurch erleichtert, dass die Europäischen Vergaberichtlinien die den Umwelt-Gütezeichen zugrunde liegenden Spezifikationen ausdrücklich zur Verwendung bei der Festlegung von umweltbezogenen Leistungs- und Funktionsanforderungen erlauben.
Neben dem blauen Engel ist das Eco Label eines der bekanntesten Öko-Label in Europa, dessen Verbreitung rasant fortschreitet. So stieg die Zahl der Lizenzen in Europa zwischen 1999 und 2009 von 39 auf 839.
Doch auch wenn Deutschland bereits in einigen Umweltschutzthemen Vorreiter ist, so gilt das nicht für das Eco Label. Hier sind Italien mit 265 und Frankreich mit 153 Lizenzen an vorderster Front zu finden. Deutschland liegt auf Platz 3 mit nur 59 Lizenzen, gefolgt von Dänemark mit 53.

Label-Übersicht


Neben dem bereits genannten blauen Engel und dem Eco Label finden Sie hier eine kleine Übersicht von Label und Umwelt- Gütezeichen mit den dazugehörigen URLs zur weiteren Information:
Öko-Label und Umwelt-Gütesiegel
Energy Star
Ziel: einheitliche Kennzeichnung von energieeffizienten Produkten (www.eu-energystar.org/de)
Blauer Engel
Ziel: Schutz der Umwelt und des Verbrauchers sowie Schaffung eines umweltbewussten Verbraucherverhaltens; Wettbewerb für ökologische Innovationen und Qualität stimulieren, um dadurch eine ökologisch bessere Produktalternative zu garantieren (www.blauer-engel.de)
TCO
Ziel: Verbesserung der Arbeitsplatzqualität durch hohe Entwicklung technische Qualitätsanforderungen an Bürogeräte (wie Ergonomie, Leistungsaufnahme, Emission und Ökologie). Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Büroausstattung (www.tcodevelopment.com)
ECO-Label
Ziel: Das Europäische Umweltzeichen „Euroblume“ ist ein freiwilliges, anerkanntes System, das Konsumenten bei ihrer Kaufentscheidung dabei unterstützt, umweltgerechte Produkte und Dienstleistungen zu berücksichtigen. Das Europäische Umweltzeichen kennzeichnet Produkte, die im Vergleich zu herkömmlichen Produkten mit dem gleichen Gebrauchswert über alle Lebenszyklusphasen in der Summe geringere Umweltauswirkungen haben
(www.eco-label.com/german)
ECO-Kreis
Ziel: zahlreiche Informationen zur Umweltverträglichkeit von Produkten: Einhaltung der technischen Sicherheit, Ergonomie, Umweltanforderungen, Energieverbrauch, Höchstlautstärke und Schadstoffgrenzen (www.tuv.com/de)
No-E
Ziel: Die Stromsparerplakette wurde im Jahr 2000 von der Aktion No-Energy entwickelt. 2004 wurde das Design der Stromsparerplakette neu überarbeitet und auf der Woche der Umwelt vorgestellt. Die Aktion wird vom Umweltbundesamt und der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützt. Verbraucher sollen anhand der Stromsparerplakette Bürogeräte und Unterhaltungselektronik erkennen, die über einen Netzschalter verfügen. (www.no-e.de)
EU-Label für Haushaltsgeräte
Ziel: Energie-Label stellen einen wichtigen Teil der EU-Energieeffizienzpolitik dar. Mit dem EU-Label wurde eine eurogeräte paweite Auszeichnung für Haushaltsgroßgeräte und weitere Produktkategorien entwickelt, es die dem Verbraucher ermöglicht, schnell und übersichtlich den Stromverbrauch unterschiedlicher Modelle einer Produktgruppe zu vergleichen. (www.stromeffizienz.de/eu-label.html)
ok-Power
Ziel: Ausweitung der Anlagen für regenerative Stromerzeugung; Umweltnutzen durch zertifizierte Produkte; Markttransparenz auf dem Ökostrom-Markt; Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und effizienter Kraft-Wärme-Kopplung. (www.energie-vision.de)
Green IT (z. B. das Firmen-Label Fujitsu Technology Solutions)
Ziel ist es, den ganzheitlichen Umweltansatz von Fujitsu Technology Solutions in Bezug auf Material, Energieverbrauch und Recycling zu kategorisieren, und zwar oberhalb der gesetzlichen Mindestanforderungen.
(ts.fujitsu.com/aboutus/company_information/busi ness_excellence/environmental_care/greenlabel.html)
Beachten Sie: Neben den Gütesiegeln für die Produkte werden mittlerweile auch Dienstleistungen entsprechend ökologisch kategorisiert und zertifiziert. Das steht aber noch am Anfang.
Folgende Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie bei den Gütesiegeln auf Nummer sicher gehen wollen:

  • Werden die für die entsprechenden Bedarfe geeigneten Merkmale spezifiziert?
  • Beruhen die Anforderungen an das Gütezeichen auf wissenschaftlich abgesicherten Informationen?
  • Werden die Gütezeichen unter Beteiligung aller Stakeholder wie z. B. staatliche Stellen, Hersteller, Händler, Umweltorganisationen und vor allem Verbraucher erstellt?
  • Wird neben dem Energiebedarf auch die Energieeffizienz gemessen?
  • Werden die Gütesiegel freiwillig vergeben? u Werden die Gütesiegel durch Zertifizierungen von unabhängigen Dritten vergeben?
  • Wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet?
  • Ist das Gütesiegel für alle zugänglich und verfügbar?


Eine große Übereinstimmung der Antworten zeugt davon, dass es sich bei dem Gütesiegel wahrscheinlich um ein sinnvolles Label handelt, das Ihnen bei der Beschaffung so oder so helfen wird.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.greenlabelspurchase.net/de.html
www.label-online.de

Praxis-Tipp: Binden Sie auch Ihre Lieferanten aktiv in diese Thematik ein. Fragen Sie sie gezielt nach Umwelt-Gütesiegeln.

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