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Laptop und Co.: Das unterschätzte Reiserisiko

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Elektronisches Equipment kann im Ausland für allerhand Ärger sorgen: Unrühmlich bekanntgeworden sind vor allem die Laptop-Kontrollen der US-Zollbehörden. Aber auch anderswo machen sich Zöllner gern mit nur schwer nachvollziehbarer Strenge über Speicherkarten, Handys und MP3- Player her.

Erhöhte Datenunsicherheit
Ursprung dieser rigiden Kontrollen waren die Terroranschläge vom 11. September 2001. Die seinerzeit von der Bush-Administration erlassenen Kontrollregeln setzten den 4. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung via Obersten Gerichtshof immer wieder außer Kraft, nach dem jegliche Privatsphäre vor unberechtigten Durchsuchungen zu schützen sei.

In einer Art Grauzone-Regelung erlaubte das Gericht Durchsuchungen von Gepäck und anderen Gegenständen (Handys, Kameras, Laptops, Memorysticks usw.) auch ohne Vorliegen besonderer Umstände (without probable causes) oder Verdachtsmomente sowie ohne richterliche Anordnung (border-search exception).

Weltweite Proteste

Interessenverbände in aller Welt, darunter auch der Berliner Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM, www.bitkom.de), sind gegen diese Undercover-Methoden Sturm gelaufen.

Vor allem richteten sich die Proteste gegen die gängige Praxis der US-Behörden, aus übertriebener Terrorangst die Datensätze ganzer Festplatten und Speichersticks von Einreisenden zu kopieren. Washington wiegelte zwar immer wieder ab und meinte, dass derartige Untersuchungen nur einen Bruchteil der 400 Millionen USA-Besuche pro Jahr beträfen. Aber wer zu diesem Bruchteil gehörte, hatte nicht nur viel Frust ertragen müssen, sondern oft auch die Beschlagnahme seiner IT-Geräte.

Warten auf Obama
Vor einem Jahr ruhten dann alle Hoffnungen auf dem neuen Präsidenten, Barack Obama. Sein „Yes, we can“ sollte auch die rigiden Sicherheitsbarrieren durchlässiger und die Kontrollvorgänge transparenter machen. Die Amerikaner sollten vor allem von ihrer fixen Idee Abschied nehmen, Terroristen würden Notebooks mit Daten ihrer nächsten Attacke bei der Einreise mit sich herumschleppen.

Davon aber sind die US-Behörden nach wie vor weit entfernt. Das oberste Gericht (Supreme Court of the United States, www.supremecourtus.gov) konnte sich bis dato jedenfalls nicht zu einer eindeutigen Stellungnahme durchringen.

Praxis-Tipp: Überlegen Sie deshalb bei einer Amerikareise, welche Daten Sie unterwegs tatsächlich brauchen. Vieles können Sie auch zentral auf einem Server hinterlegen, auf den Sie von überall auf der Welt zugreifen können.

Das Risiko Verschlüsselung
Aber nicht nur in den USA kann es bei der Einreise Verdruss geben. Aus Angst vor Datenklau verschlüsseln beispielsweise viele Geschäftsleute relevante Dateien auf ihren Laptops, in der Regel durch schwer knackbare Profiprogramme, so genannte starke Kryptografen, da die Verschlüsselungen gängiger Betriebssysteme (Windows, Linux usw.) keinen wirklichen Schutz bieten.

Diese Verschlüsselungen sind auch für Staatsbehörden (Zoll, Polizei) nicht ohne Weiteres zu knacken. Darum haben Russland und China schon 1995 bzw. 1999 die private und betriebliche Nutzung von in ihren Ländern nicht lizenzierten Systemen verboten. Im Ernstfall kann es Ihnen also passieren, dass die Zöllner in Moskau oder Shanghai Ihren Laptop konfiszieren, nur weil dort das Verschlüsselungsprogramm unbekannt ist.

Ein Praxisfall
Andere Staaten haben die so genannte „Verpflichtung des Nutzers“ (Commitment of the user) eingeführt. Demgemäß müssen Einreisende im Bedarfsfall verschlüsselte Daten auf Laptops, Speicherkarten usw. nach behördlicher Anforderung entschlüsseln. „Zur Verhütung oder Verfolgung von Straftaten, zum Schutz der nationalen Sicherheit und zur Verteidigung ökonomischer Interessen“ war z. B. im Oktober 2007 in Großbritannien die 3. Präambel des „Regulation of Investigatory Powers Act 2000“ in Kraft getreten. Sie legitimierte die britischen Behörden, unter bestimmten Voraussetzungen die Preisgabe des Passworts von den Nutzern zu erzwingen. „Kommt der Benutzer der Aufforderung zur Entschlüsselung nicht nach, kann er mit bis zu 2 Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe belegt werden.“

Die „bestimmten Voraussetzungen“ sind aber so schwammig formuliert, dass sie praktisch auf jeden Kontrollfall zutreffen. Und genau das geschah am Flughafen London-Heathrow im September 2008. Ein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückkehrender 49-jähriger Ingenieur hatte seinen firmeneigenen Laptop dabei und etliche Daten nach einem dem britischen Zoll bekannten Kryptografen- System verschlüsselt. Die Zöllner verlangten bei einer Routineuntersuchung das Passwort, doch der Mann weigerte sich, es preiszugeben.

In der Folge wurde der Ingenieur erst verhaftet, und danach machten sich Sicherheitsexperten über den Verschlüsselungscode her. Sie knackten ihn auch. Neben technischen Zeichnungen von Kraftwerksturbinen fanden sie Badefotos eines nicht mehr ganz jungen Paares an einem Strand in der Nähe von Dubai. Bekleidet, wie es Landessitte und kulturelle Gepflogenheiten vorschreiben. Die Personen auf dem Foto waren der Ingenieur und seine Ehefrau. Die nämlich hatte der Mann, ohne seine Firma davon zu informieren, auf Betriebskosten mit auf Geschäftsreise genommen.

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