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Lieferrisiken: Ein Frühwarnsystem muss her

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Die schlechte Nachricht zuerst: Die Wirtschafts- und Finanzkrise mit ihren vielen Insolvenzen hat die Reihen der Zulieferer arg gelichtet. Folgt die gute Nachricht: In den Entscheiderköpfen hat die Krise die Sinne für ein funktionierendes Risiko-, sprich Lieferantenmanagement geschärft.

Denn laut einer Umfrage der Deutschen Bank stellt der Ausfall wichtiger Lieferanten für die meisten Unternehmen das Geschäftsrisiko Nummer 1 dar. Tipps für ein Frühwarnsystem gibt Ihnen der „Einkaufsmanager” heute.

Zulieferer werden immer wichtiger

Was im Grunde kaum verwundern kann. Denn Outsourcing-Wellen und die Konzentration auf Kernkompetenzen haben den Anteil unternehmenseigener Wertschöpfung von 38 % (1990) nicht nur auf heute unter 30 % gedrückt, sondern auch immer mehr in Richtung Zulieferer verschoben. Mit dem Effekt, dass ihnen durch diese Verlagerung auch immer mehr Bedeutung und Gewicht innerhalb einer Lieferantenbeziehung zukommt.

Installieren Sie ein Frühwarnsystem

Damit steigen natürlich auch die Risiken bei einem Lieferantenausfall – und im Umkehrschluss die Verantwortung des Einkaufs gegenüber dem eigenen Unternehmen. Der beste Schutz vor diesen Ausfallrisiken ist immer noch, Augen und Ohren offen zu halten sowie für die wichtigsten Lieferanten ein Frühwarnsystem zu entwickeln. Das muss keine komplizierte Sache sein. Eine einfach zu handhabende Checkliste tut es oft auch.
Beispiel:

Risikoindikatoren

Veränderung: Ja oder Nein?

 

  • Nachlassender Service (Vertrieb oft nicht erreichbar)
  • Nachlassende Qualität (Reklamationen steigen)
  • Lieferstörungen häufen sich (Fehlmengen, Falschmengen, Termine werden nicht eingehalten)
  • Medien-Informationen (Skandale, Streiks, Entlassungen)
  • Gestörte Kommunikation (E-Mails und Anrufe werden nicht oder verspätet beantwortet)
  • Lieferant verhandelt härter (Garantiezeiten werden gekürzt oder Preise heraufgesetzt oder höhere Vorauszahlungen verlangt)
  • Manager wechseln (keine oder unzureichende Informationen seitens des Zulieferers)
  • Betriebsklima (offene oder verdeckte Klagen, frustrierte Vertriebsmitarbeiter)
  • Liquiditätsprobleme (unbezahlte Rechnungen, gekappte Kreditlinien)

 


Praxis-Tipp: Mögliche Liquiditätsprobleme wird Ihnen Ihr Lieferant nur selten offen eingestehen. Als Informationsquellen bieten sich in solchen Fällen Auskunfteien an. Doch die sind oft selbst ein Problem, da Aktualität und Verlässlichkeit ihrer Datenauskünfte die hohen Servicepreise nicht immer rechtfertigen.

Eine wesentlich preiswertere Alternative ist da der Bundesanzeiger. Für 25 bis 35 € werden Sie dort (meist) ebenso gut bedient. Mehr finden Sie unter www.bundesanzeiger.de .

Lieferketten dürfen nicht überdehnt werden

Denn sie sind nichts Geringeres als das Herzstück einer jeden Lieferantenbeziehung. Legen Sie zum Beispiel Ihren Zulieferern zu sehr die Daumenschrauben an, werden sie versuchen, Druck (und Kosten) an ihre eigenen Lieferanten weiterzureichen und diese wiederum an die ihren usw.

Mit dem Effekt, dass die gesamte Lieferkette erst überdehnt wird und irgendwann an der schwächsten Stelle reißt. Ein Ergebnis, mit dem niemandem gedient ist. Deshalb braucht eine Lieferantenkette genau so viel Pflege wie jede ordinäre Fahrradkette, damit sie wie geschmiert läuft.

In den Einkäuferalltag übersetzt heißt das, dass ein fairer und partnerschaftlicher Umgang mit Lieferanten zum guten Ton einer jeden Geschäftsbeziehung gehört.

Mehr noch: Statt immer nur auf die Preisbremse zu drücken, bringen Lieferantenkooperationen bis hin zu gemeinsamen Neu- und Weiterentwicklungen in der Langzeitbilanz viel mehr.

Global Sourcing, ebenso chancen- wie risikoreich

Der Siegeszug der internationalen Beschaffung hat zweifellos enorme Wachstums- und Entwicklungsschübe in aller Welt ausgelöst – auf Einkäufer- wie auch auf Lieferantenseite. Da es aber kein Licht ohne Schatten gibt, sind auch die Gefährdungen in Form von Länder- und Umweltrisiken gestiegen.

Wenn Überschwemmungen Maisfelder oder Kohleminen unter Wasser setzen (wie im Januar dieses Jahres in Australien), dann merken das postwendend auch die Agrar- und Rohstoffeinkäufer in Europa. Hilflos ausgeliefert sind Sie diesen Naturgewalten aber dennoch nicht. Sitzt z.B. ein wichtiger Lieferant in einer Hochwassergefahrenzone, können Sie sich bei Rückversicherern Rat und Hilfe holen, die über geografische Risiken bestens Bescheid wissen.

Praxis-Tipp: Eine Rückversicherung, auch Reassekuranz genannt, ist ein Vorsorgetool für Ausfallrisiken bei Großschäden. Der weltgrößte Rückversicherer ist die Munich RE. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.munichre.com .

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