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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Mit Swaps, Caps und Hedging auf Nummer sicher: Erweitern Sie Ihr Rohstoffmanagement um 3 wichtige Absicherungsstrategien

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Über kurz oder lang werden sich die meisten Rohstoffe verteuern. Das Gebot der Stunde ist deshalb, vorzusorgen und sich mit Finanzinstrumenten vertraut zu machen, die strategisch wichtige Beschaffungen gegen Wechselkursschwankungen und/oder steigende Preise absichern.

1.Swap: Finanzielle Festpreisvereinbarung mit Barausgleich

Swapgeschäfte (engl.: Swap = Tausch, eintauschen) bestehen im Prinzip aus 2 Vorgängen:

  • Kassageschäft: Ein Partner (Ihre Hausbank) stellt einem anderen Partner (Ihrer Firma) Devisen zur Verfügung.
  • Termingeschäft: Gleichzeitig vereinbaren Sie mit der Bank den Rückkauf zu einem festen Termin und zu einem festen Kurs.

Der Swapsatz ist die Differenz zwischen dem Termin- und dem Kassakurs einer Währung. Beachten Sie: Währungen mit einer positiver Differenz (Terminkurs minus Kassakurs) weisen einen Report auf, solche mit negativer Differenz einen Deport.

2.Cap: Eine Art Einkaufs-versicherung

Durch eine Prämienzahlung des Unternehmens wird ein maximaler finanzieller Rohstoffeinkaufspreis zwischen den Vertragsparteien vereinbart. Die Prämienhöhe kann frei vereinbart werden und hängt ab von der:

  • Höhe der gewählten Obergrenze,
  • Volatilität der Preise,
  • Vertragslaufzeit.

Während dieser Laufzeit wird der monatliche Durchschnittspreis der Obergrenze gegenübergestellt. Liegt am Ende des Monats der variable Durchschnittspreis über der gewählten Obergrenze, bekommt das Unternehmen von seiner Bank eine Ausgleichszahlung in Höhe des Differenzbetrags. Liegt am Ende des Monats der variable Durchschnittspreis dagegen unter der gewählten Obergrenze, lässt das Unternehmen den Cap verfallen und kauft den Rohstoff zum niedrigeren Marktpreis ein.

3.Hedging: Die strategische Absicherungsvariante

Für Rohstoffeinkäufe eignen sich 2 Hedging- Strategien (engl.: „to hedge“, sich mit einer Hecke abgrenzen):

1. Optionen:

Eine Option ist das Recht, eine bestimmte Ware (Basiswert) in einer festgelegten Menge (Bezugsverhältnis)

  • bis zu oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (Laufzeit),
  • zu einem fixierten Preis (Basispreis), zu kaufen oder zu verkaufen.

Ob sich eine Option rechnet, hängt von der Höhe der Optionsprämie ab. Bei großen Preisschwankungen (wie gegenwärtig) sind die Prämien teurer, bei geringen Ausschlägen billiger.

2. Forward:

Forwards sind Termingeschäfte, bei denen der Kauf/Verkauf und die Lieferung unmittelbar aufeinanderfolgen, eben zu einem bestimmten Termin. Das Volumen und den Terminkurs legen Sie bei Abschluss des Forwards fest. Aber anstatt einer tatsächlichen (physischen) Lieferung am Termintag findet ein Barausgleich zwischen Ihnen und Ihrer Hausbank statt. Der Barausgleich schreibt den effektiven Rohstoffpreis auf den Terminkurs fest. Steigt der Börsenkurs des Rohstoffs bis zum Termin, so wird der gestiegene Einkaufspreis durch die Zahlung der Bank an Ihre Firma ausgeglichen.

Praxisbeispiel Forward:

Um die Produktion seines Unternehmens abzusichern (100 t Kupfer pro Jahr), schließt ein Einkäufer mit seiner Hausbank ein Termingeschäft zum Kauf von 100 t Kupfer mit einer Laufzeit von 12 Monaten ab. Für einen aktuellen Kupferkurs von bspw. 6.600 $/t wird ein Terminkurs von 5.800 $/t vereinbart. Am Laufzeitende (12 Monate) liegt der LMEKurs bei 6.300 $/t. Die Bank zahlt dem Einkäufer 50.000 $ (6.300 $ minus 5.800 $ = 500 $ mal 100 t).

Praxisbeispiel Swap:

Ein Einkäufer kauft bei seiner Bank einen Nickel-Swap für einen Festpreis von bspw. 16.000 €/t (LME-Kurs). Seine Beschaffung erfolgt aber weiterhin zu variablen Marktpreisen. Im Folgemonat steigt die Nickelnotierung an der LME auf 16.500 €/t. Daraufhin bekommt der Einkäufer von seiner Hausbank im Folgemonat eine Ausgleichszahlung in Höhe von 500 €/t (16.500 €/t minus 16.000 €/t).

Vorteile Swap

  • Sicherung der Rohstoffbezugskosten
  • Beschaffungskosten besser planbar
  • Weniger abhängig von Marktschwankungen
  • Keine Prämienzahlungen

Nachteile Swap

  • Ausgleichszahlungen auch bei fallenden Rohstoffpreisen fällig
  • Keine Vorteile bei Preisnachlässen
  • Größerer Verwaltungsaufwand
  • Größere Know-how-Anforderungen

Praxisbeispiel Cap:

Ein Einkäufer kauft einen Nickel-Cap mit einer Obergrenze von 18.000 €/t. Als einmalige Prämie sind 1.000 €/t fällig. Seine Beschaffung erfolgt aber weiterhin zu (variablen) Marktpreisen. Er profitiert also von fallenden Börsennotierungen. Steigt dagegen der Nickelpreis (z. B. auf 20.000 €/t), zahlt ihm die Bank einen Ausgleich von 2.000 €/t (20.000 €/t minus 18.000 €/t).

Vorteile Cap

  • Sicherung der Rohstoffbezugskosten durch Preisobergrenzen
  • Beschaffungskosten besser planbar
  • Gewinnvorteil bei fallenden Rohstoffpreisen
  • Weniger abhängig von Marktschwankungen

Nachteile Cap

  • Prämien müssen in jedem Fall für die Sicherung der Obergrenze gezahlt werden
  • Keine Rückerstattung der Prämien
  • Größerer Verwaltungsaufwand
  • Größere Know-how-Anforderungen
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