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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Rohstoffpreise und Griechenland-Krise: Exklusiv-Interview mit Rohstoffexperte Sebastian Hell

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Von dgx,

Sebastian Hell ist Chefredakteur des Fachinformationsdienstes „Stahl- und Metallpreise aktuell“ und Geschäftsführer der Corn & Oil Ltd., einer Firma, die auf den Handel von Terminkontrakten spezialisiert ist und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handelsstrategien auf Zinsprodukte sowie Rohstoffe berät. In einem exklusiven Interview analysiert der erfahrene Experte die aktuelle Griechenland-Krise, ihre Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte und gibt Einkäufern Tipps, wie sie sicher durch diese schwierigen Zeiten kommen.

 

 

Chefredakteuer Sebsatian Hell

 

Sebastian Hell,
Rohstoffexperte

 

Wie geht es mit der Griechenland-Krise weiter? Ist das Schlimmste bereits überstanden?

SH: Ich gehe davon aus, dass Griechenland nur der Anfang und damit die Spitze des Eisbergs ist. Die Schuldenkrise in Ländern wie Griechenland schlägt langsam auch auf Italien und wahrscheinlich Frankreich über.

Warum spielen die Banken bei der aktuellen Krise eine so große Rolle?

SH: Es ist falsch, wenn die Medien von einer Schuldenkrise sprechen. In Wahrheit haben wir eine erneute verdeckte Bankenkrise. Zu viele Großbanken hängen als Gläubiger mit im Netz und sind damit gefangen.
Den Staaten bleibt somit gar nichts anderes übrig als die Schuldner zu stützen, da ansonsten einige europäische Banken, die unterkapitalisiert sind, auch untergehen würden. Man sagt immer, dass die Lernkurve von Politikern sehr flach sei.
Dennoch bin ich davon überzeugt, dass man aus der Lehmann-Pleite gelernt hat. Ein Ausfall von Kreditinstituten wie der Société Générale, BNP Paribas oder einer großen deutschen Bank, wäre fatal.

Wird es weitere Rettungspakete geben?

SH: Ja, den Ländern wird nichts übrig bleiben. Deutschland profitiert als Exportstar von einem schwachen Euro. Sofern Griechenland, Spanien, Portugal etc. austreten und Deutschland entweder die D-Mark einführt oder nur noch mit Frankreich und evtl. Belgien eine Kerneurozone bildet, werden der Euro respektive die D-Mark nach oben schießen.
Das würde Deutschland das Genick brechen, da der Export vollkommen zum Erliegen kommen würde. Somit muss die Eurozone gestützt werden, schon allein um den deutschen Export und damit die Wirtschaft nicht zu gefährden.

Halten die Schwankungen an? In den vergangenen Wochen verloren Rohstoffe wie Silber teilweise 33 Prozent in drei Tagen.

SH: Mit Sicherheit. Stellen Sie sich darauf ein, dass wir in den kommenden Wochen einiges von Hedge-Fonds-Pleiten und Problemen bei Handelsabteilungen von Banken hören werden.
Dies wird die Schwankungen weiter verschärfen, wenn große, in Schieflage geratene, Positionen aufgelöst werden müssen. Zudem sehen wir derzeit bei institutionellen Investoren den Trend der Risikoaversion.
Hedge Fonds fahren Risikoanlagen bei Rohstoffen zurück und verstärken dadurch den Abverkauf. Für Einkäufer bietet dies sehr gute Chancen, da auch nach der Krise 2007/2008 starke Rohstoffeinbrüche zu sehen waren.

Wie sollten sich Unternehmen jetzt verhalten?

SH: Man muss sein Pulver trocken halten. Kleinere Mengen können gekauft werden, jedoch ist es sehr wahrscheinlich, dass wir das Schlimmste noch nicht überstanden haben.
Das soll bedeuten, dass man seine Lagerbestände erst wieder auffüllen sollte, wenn die Rohstoffe noch einmal 15 bis 25 Prozent tiefer stehen. Hier wird es dann auf das entsprechende Timing ankommen, wann ein Boden erkennbar sein wird.
Hierauf weisen wir die Leser in „Stahl- und Metallpreise aktuell“ gerne hin.

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