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Praxisbeispiel: Nachhaltigkeit - der Einkauf ist gefragt

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Im B2B/B2G-Bereich gewinnt das nachhaltige Geschäftsmodell an Bedeutung Gibt es bei Ihnen ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Geschäftsmodell, erste Maßnahmen oder noch keine wesentlichen Schritte in diese Richtung?

Autor: Jan Geier, Leiter Einkauf/Prokurist Steinbeis Papier GmbH

Am Beispiel der Steinbeis Papier GmbH stellt sich dar, dass heute bereits über 90 % des gesamten Beschaffungsvolumens nachhaltig beschafft werden. Als führender europäischer grafischer Recyclingpapier-Hersteller für den Büro- und Magazinbereich hat Steinbeis bereits in den 1970er Jahren die grundsätzliche Strategie in Richtung eines nachhaltigen Geschäftsmodells als Papierhersteller gelegt. Die damals wesentliche Entscheidung war, auch im Bereich der grafischen Papiere konsequent auf Altpapier zu setzen und damit ganz auf Primärfasern (Zellstoff) zu verzichten.

Nachhaltiger Einkauf bei Steinbeis: Die Maßnahmen

Folgendes wurde bei Steinbeis in den letzten 3 Jahren einkaufsseitig unternommen, um in der Beschaffung nachhaltige Elemente weiter zu fördern:

  • 2009: Anpassungen der jährlichen Lieferantenbeurteilung: „Einhalten von Arbeitssicherheit & Umweltanforderungen“ als zusätzliche Bewertungs- Einzelkategorie.
  • 2011: Kriterien für ökologische Bewertungen in der Beschaffungsrichtlinie; spezifische Verbrauchswerte sind bereits in der Anfrage und in der Vergabe zu berücksichtigen. Ökolabel (Blauer Engel, Energy Star, EU-Blume etc.) gelten vorrangig. Wichtig ist, die umweltbezogenen Mindestanforderungen in die Leistungsbeschreibung aufzunehmen und deren Gewichtung bekannt zu machen. Auch sollten die ökologischen Bewertungskriterien sowie das Entscheidungs- Procedere in der Unternehmens- Beschaffungsrichtlinie klar und eindeutig definiert sein.
  • 2011: Beitritt zum Code of Conduct des BME.

Vergabeentscheidungen inklusive nachhaltiger Kriterien

Kartonagen: –12 % Materialeintrag durch optimierten Kartonaufbau (natürlich aus Recyclingpapieren) und Stanzmuster bei einem Jahresbedarf von > 9 Mio. Kartons. Neben dem Cost-Saving-Effekt von mindestens 6 % (bei 50 % Materialkostenanteil) vor weiteren einkäuferischen Verhandlungserfolgen entspricht diese Maßnahme auch der ersten Empfehlung des WWF zum Papier-Einkauf ? Reduzierung des Papierverbrauchs!

Die WWF-Empfehlungen zum Thema Papier-Einkauf und Verbrauch:

Reduzierung des Papierverbrauchs

  • Bereitstellung von Sammelstellen für Altpapier
  • Nutzung von Recyclingpapier
  • Wahl von Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Quellen
  • Kauf des Papiers von ökologisch verantwortungsvoll agierenden Herstellern

Holzpaletten

–20 % Materialeintrag durch optimiertes Design der Hauptpalette bei einem Jahresbedarf von ca. 180.000 Stück pro Jahr.

Weitere Potenziale sind:

  • Substitution kritischer Rohstoffe durch unkritische Einträge
  • Umstellung auf Öko-Label-Produkte, z. B. auf Recyclingpapiere
  • Festlegung und Gewichtung nachhaltiger Kriterien im Rahmen von Ausschreibungen

Beispiele möglicher Kennzahlen „Green Procurement“:

  • Reduzierung spezifischer Materialeinträge / Verbräuche im Verhältnis zum Gesamtoutput
  • Anteil der Ausschreibungen inklusive nachhaltiger Vergabekriterien versus aller Ausschreibungen einer Periode
  • spezifische Entwicklungsquote von Ökolabel-Bezügen versus aller Input- Mengen
  • Grad der Regelungsstruktur nachhaltiger Beschaffungskriterien
  • Erhöhung der Quote von Pfandsystemen versus Einmalsystemen
  • Kennzahl des Anteils der CO2-Einsparungen durch die Substitution von Lkw auf die Schiene aller ein- und ausgehenden Relationen


Autor: Jan Geier, Leiter Einkauf/Prokurist; Steinbeis Papier GmbH.

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