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Risikomanagement: Heizölpreise richtig absichern

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Von dgx,

Mit Caps lässt sich die Preisobergrenze festlegen! Das Jahr 2009, das ursprünglich als Krisenjahr ausgerufen war, stellte sich rückblickend als ein Jahr mit deutlich steigenden Kursen dar. Die Rohölsorte Brent stieg 2009 um satte 66 % (auf US-Dollar-Basis gerechnet), und Diesel legte auf Euro-Basis im letzten Jahr um 40 % zu. Damit hätte zu Beginn des letzten Jahres wohl kaum jemand gerechnet.

Das verdeutlicht, dass die Kursentwicklungen im Rohstoffbereich sehr volatil und damit auch schwer prognostizierbar bleiben. Umso wichtiger ist es für ein rohstoffintensives Unternehmen, sich mit dem Thema Preissicherung zu beschäftigen und die richtigen Preissicherungsinstrumente einzusetzen.
In unserem heutigen Beitrag stellen wir anhand der Rohstoffgruppe Heizöle eine Möglichkeit zur Absicherung gegen steigende Preise vor.

5 Heizölsorten


Folgende Heizöl-Sorten gibt es in Deutschland:

  • Heizöl leicht Rheinschiene
  • Heizöl leicht Deutschland
  • Heizöl schwer Deutschland
  • Gasoil
  • Fueloil

Die Heizöle leicht und schwer sind die bekanntesten Vertreter in Deutschland. Die Preise für die Heizöle werden auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden (unter www.destatis.de in der Publikation Fachserie 17, Reihe 2) veröffentlicht.
Die Bank, etwa die BayernLB, rechnet auf Basis der Preise des Statistischen Bundesamts ab. Der einzige Unterschied zwischen den Abrechnungspreisen und den veröffentlichen Preisen des Statistischen Bundesamts ist der Steueranteil, der aktuell bei Heizöl leicht 7,985 €/hl und bei Heizöl schwer 28,70 €/t beträgt.
Gasoil und Fueloil sind die börsengehandelten Pendants zu den deutschen Heizölen leicht und schwer; sie sind in Deutschland ebenfalls weit verbreitet. Im Unterschied zu den nicht börsengehandelten Kontrakten im Heizöl (hier: OTCHandel) sind Gasoil und Fueloil börsennotiert und werden u. a. in London an der Intercontinental Exchange ICE gehandelt.
Die Abrechnung der Preise erfolgt nach der Platts-Notierung.

Absicherungsinstrumente


In den meisten Fällen wird der Swap fix gegen variabel eingesetzt, den wir bereits in früheren Beiträgen (zuletzt Januar 2010) anhand von Diesel bzw. Stahl vorgestellt haben. Dieser Swap findet Verwendung, wenn Unternehmen nur von steigenden Preisen ausgehen oder eine fixierte Kalkulationsgrundlage benötigen.
Da die Rohstoffpreise im Jahr 2009, wie bereits erwähnt, sehr stark zugelegt haben, stellt sich die Frage nach der weiteren Kursentwicklung. Findet der Aufwärtstrend eine Fortsetzung, oder kommt es zu einer Konsolidierung?
Gründe für die eine oder andere Richtung finden sich genug. Bei unklaren Kursentwicklungen ist es durchaus empfehlenswert, den Einsatz von Optionen zu überlegen.
Nachfolgend stellen wir Ihnen hier einen Heizöl-leicht-Cap vor, der sowohl eine Absicherung gegen steigende Heizölleicht- Preise bietet als auch eine Partizipation an fallenden Kursen ermöglicht.
Beispiel für die Funktionsweise einer Absicherung über einen Heizöl-leicht- Cap (HEL-Cap):
Ein Cap ist eine Option. Sie stellt eine Vereinbarung über eine Preisobergrenze („Strike“) bezogen auf einen Referenzpreis („HEL-Preis“), ein Nominalvolumen (=Absicherungsbedarf) und einen festgelegten Zeitraum dar.
Das Unternehmen kauft einen HEL-Cap mit einem vereinbarten Strike-Preis über eine festgelegte Laufzeit und zahlt hierfür bei Geschäftsabschluss an die Bank eine einmalige Prämie („Versicherungsprämie“).
Am Ende der einzelnen Monate des Absicherungszeitraums erfolgt von der Bank eine Ausgleichszahlung an das Unternehmen, sofern der monatliche HEL-Preis oberhalb des Strike-Preises liegt. Sollte der monatliche HEL-Preis unterhalb des Strike-Preises liegen, partizipiert das Unternehmen an der entsprechenden HEL-Entwicklung, im besten Fall an deutlich gefallenen HEL-Preisen.
Die Abrechnung erfolgt ohne Steuern und Abgaben, sie bezieht sich auf den reinen Produktpreis. Das Unternehmen sichert sich mit dem Cap somit einen maximalen Höchstpreis, hat aber weiterhin die Chance, an fallenden HEL-Preisen zu partizipieren.
Der maximale Verlust entspricht der Höhe der Optionsprämie. Um Ihnen darzulegen, wie teuer die Versicherungsprämie für ein Unternehmen ist, haben wir einen HEL-Cap anhand eines konkreten Beispiels berechnet (Stand 19.2.2010):

  • Nominalvolumen: 1.000 hl pro Monat u Gesamtvolumen: 12.000 hl
  • Absicherungszeitraum: April 2010 bis Dezember 2010
  • vereinbarter Strike: 45,00 €/hl
  • das Unternehmen zahlt eine einmalige Prämie von: 4,25 €/hl

Die Gesamtprämie beträgt also 51.000 € und wird unmittelbar bei Abschluss in voller Summe fällig.
Fazit: Entscheidend für die richtige Risikoabsicherung eines Unternehmens sind eine entsprechende Marktmeinung des Unternehmens und dementsprechend die Auswahl des dazu richtigen Absicherungsinstruments.
In der aktuellen Situation, in der eine Kursentwicklung nach oben genauso wahrscheinlich ist wie ein Kursrückgang, ist ein Cap zur Absicherung durchaus zu empfehlen. Sollte sich der Kursanstieg im HEL fortsetzen, ist man über eine Höchstgrenze abgesichert.
Sollte es zu einer Konsolidierung kommen, partizipiert man an den gefallenen Preisen. In der aktuellen Situation ist ein Cap also ein viel versprechendes Risikomanagement-Instrument! Die Chancen der Preisabsicherung per CAP überwiegen deutlich die Risiken.

Chancen und Risiken einer HEL-Preisabsicherung über einen Cap


Chancen:

  • Fixierung der HEL-Bezugskosten durch absolute Preisobergrenze.
  • Schaffung einer erhöhten Planbarkeit in dem Unternehmen; die maximalen Kosten setzen sich aus dem Strike-Preis zuzüglich der Optionsprämie zusammen.
  • Das Unternehmen partizipiert weiterhin an günstigen Preisentwicklungen.
  • Die finanzielle Absicherung ist losgelöst vom physischen HEL-Bezug.
  • Die vertragliche Bindung zu den bisherigen Lieferanten bleibt weiterhin erhalten.
  • Generierung von höheren Margen für das Unternehmen.
  • Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitkonkurrenten ohne Absicherung.

Risiken

  • Bei Abschluss des HEL-Caps ist eine einmalige Prämienzahlung an die Bank fällig.
  • Bei einem vorzeitigen Verkauf des HELCaps sind Verluste in Höhe der bezahlten Cap-Prämie möglich.
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