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Risikomanagement im Einkauf: Vorbeugen ist besser als heilen

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Es sind ja nicht nur die sattsam bekannten Schwarzmaler, die das letzte Stündlein der Gemeinschaftswährung für gekommen halten. Die Zahl der Skeptiker steigt ständig, die sich nicht mehr sicher sind, ob der Euro das Ende des Jahres 2013 noch erleben wird.

Ganz verstummt war der Chor der Klagenden über den Verlust der D-Mark ja nie. Das Dauerärgernis europäische Finanzkrise hat diese Klagelieder nur wieder lauter werden lassen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Die Spanne der Prognosen für den Crash- Fall reichen von einer Wirtschaftskrise, wie sie die Welt seit 1929 nicht mehr gesehen hat, bis zur simplen Währungsumstellung. Wie es auch kommt: Für die Unternehmen und speziell für den Einkauf dürften die Zeiten stürmisch werden.

Je mehr Frauen und Männer sich in den Beschaffungsabteilungen dann mit Finanzen und Währungen auskennen, desto geschickter kann sich eine Firma durch diese stürmischen Zeiten manövrieren. Denn war die Taufe des Euro vor 10 Jahren schon ein Präzedenzfall in der Geschichte, seine Beerdigung wird es erst recht.

Die Rückkehr der D-Mark wäre nur eine Scheinlösung

Denn die Wiedereinführung würde nur zu einem hohen Preis zu haben sein (wie für die meisten Volkswirtschaften der übrigen Währungsunion). Auf der einen Seite würde die heimische Exportindustrie eine stark aufgewertete D-Mark überdeutlich zu spüren bekommen, und auf der anderen Seite käme es zu einer kräftigen Entwertung deutscher Auslandsvermögen.

Ungeklärt wäre (neben einem enormen Inflationsrisiko) auch, was aus den Forderungen Deutschlands an die Europäischen Zentralbanken von über 500 Mrd. € werden würde.

Beachten Sie: Viel realistischer als die Rückkehr zu Nationalwährungen ist dagegen das Ausscheiden einzelner Mitgliedstaaten aus der Währungsunion. Für Griechenland könnte es im 1. Halbjahr 2013 so weit sein. Der erste Staatsbankrott in der Geschichte der EU würde den Euro zwar in noch unruhigeres Fahrwasser bringen, er böte gleichzeitig aber auch die Chance für einen wirklichen Neustart der Gemeinschaftswährung.

Das dicke Ende kommt erst noch

Doch bis es so weit ist, heißt es erst einmal Ruhe bewahren! Zum einen ist noch nichts entschieden (wenn Euro und EU in ihrer jetzigen Form auch nicht überleben werden), und zum anderen hat blinder Aktionismus schon immer geschadet. Ein guter spanischer Lieferant wird zum Beispiel nicht deshalb von der Bildfläche verschwinden, nur weil es den Euro nicht mehr gibt.

Rein technisch gesehen wäre das Ende der Gemeinschaftswährung nichts anderes als eine Währungsumstellung. Für den Einkauf muss das nicht zwangsläufig von Nachteil sein. Im Fall Spanien würden die wieder auferstandenen Peseten gegenüber dem Rest-Euro (oder der neuen D-Mark) sofort abwerten. Spanische Waren wie Autos und Kfz-Teile (Importvolumen 2011: immerhin 22,54 Mrd. €) könnten dann wesentlich günstiger eingekauft werden als zum jetzigen Zeitpunkt.

Praxis-Tipp: Da sich im Umkehrschluss alle Importe verteuern, die aus Wirtschaftsräumen stammen, deren Währungen gegenüber dem Rest-Euro / der D-Mark auf - werten, sollten Sie schon heute eine entsprechende Risikoeinschätzung betreiben.

7 weitere Präventivmaßnahmen

Für diese Einschätzung kann es im Fall des Falles nicht schaden, den einen oder anderen Lieferanten unter Beobachtung zu stellen. Darüber hinaus empfehlen wir:

  1. Gesamtes Risikomanagement, das bei bestimmten Rohstoffen auch eine Wertanalyse und ein Value Management mit einschließen sollte, Hilfe aus Ihrer Finanzabteilung.
  2. Entwerfen Sie mit Ihren Kollegen Notfallpläne für Schlüssellieferanten, die den Euro-Crash aller Voraussicht nach nicht überstehen werden.
  3. Sehen Sie sich frühzeitig nach Alternativen um, da Sie möglicherweise Beschaffungen aus Aufwertungs-Regionen abziehen müssen.
  4. Bauen Sie neue Lieferantenbeziehungen in der Türkei oder in Nordafrika (Tunesien) auf. Lohnend ist nach wie vor auch Osteuropa. Kehrt die D-Mark zurück, dürfte sie mit ziemlicher Sicherheit stärker sein als die tschechische Krone oder der bulgarische Lew.
  5. Überprüfen Sie Ihr Global Sourcing. Noch ist der US-Dollar internationale Leitwährung, und noch müssen Sie auch in China (wie in den meisten Ländern außerhalb des Euro-Raums) mit dem Greenback bezahlen. Ein tendenziell schwächer werdender Euro verteuert Ihre Einkäufe.
  6. Überprüfen Sie die Höhe und die Notwendigkeit Ihrer Lagerbestände. Kommen Sie mit weniger Material aus, erhöhen Sie die Liquidität Ihres Unternehmens.
  7. Fangen Sie noch heute an, sich zu einem Finanz- und Währungsexperten weiterzubilden!

Denken Sie über die Eurokrise hinaus

Denn die wird in absehbarer Zeit (ob mit oder ohne neue D-Mark) zu den Akten gelegt sein. Ein fundiertes Finanz- und Währungswissen werden Sie dann aber immer noch brauchen. Wie können Sie beispielsweise mit Futures (zweiseitige Terminkontrakte) Ihre Rohstoffe besser einkaufen oder durch Hedging (Absichern) Ihre Einkaufsrisiken auch auf andere Schultern verteilen, also verringern? Wichtige Fragen, die Sie sich und Ihrer Unternehmensleitung auch nach der Krise beantworten müssen.

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