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Schwellenländer: Hype vorbei?

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In den Schwellenländern mehren sich die wirtschaftlichen Probleme und Widersprüche Noch vor wenigen Jahren galt es in der Beschaffungsbranche geradezu als rufschädigend, wenn man nicht in Asien, besonders in China einkaufte. Inzwischen sind nicht nur über die westliche Welt ein paar veritable Finanzund Wirtschaftskrisen hinweggefegt, auch in den einst bestaunten Schwellenländern ist vielerorts der Lack ab.

Einkauf in Schwellenländern: Die 2 Seiten einer Medaille

Zweifellos haben China, Indien & Co. in den vergangenen Jahren einen atemberaubenden Aufholprozess hingelegt. Sie werden auch zukünftig schneller als die Industrieländer wachsen. Etliche Analysten haben ausgerechnet, dass 2050 rund 70 % des Welt-BIP auf das Konto der Schwellenländer gehen werden; heute sind es kaum 30 %. Doch gerade dieser wirtschaftliche Erfolg könnte sich für die Schwellenländer als Pferdefuß entpuppen.

Die 3 wesentlichen Knackpunkte sind nämlich:

  1. Überhitzte Volkswirtschaften. Sie geben Inflation und Preisblasen gewaltig Auftrieb.
  2. Steigende Preise und Disparitäten im Sozialgefüge. Sie begünstigen Unruhen, bis hin zu Aufständen und Revolten.
  3. Aufruhr und Revolten wiederum können einzelne Länder destabilisieren und komplexe geopolitische Krisen bis hin zu Bürgerkriegen heraufbeschwören.

Chinas Sorgenkinder

Es sind nicht nur besagte Inflationsraten, die den chinesischen Wirtschaftslenkern das Leben immer schwerer machen (statt der erwarteten 3,8 % musste Peking Ende Februar eine Rate von 4,5 % bekannt geben). Auch mit den Exportzahlen ging es deutlich nach unten: –19,8 % im Vergleich zum Vorjahr.

Weitere Sorgenkinder sind:

  • Die Immobilienbranche. Inzwischen wird im Land ganz unverhohlen von einer Spekulationsblase gesprochen. Das Platzen einer ähnlichen Blase hatte in den USA immerhin eine Wirtschaftskrise ausgelöst. So weit wird es in China höchstwahrscheinlich nicht kommen, die exorbitant gestiegenen Mietpreise dürfte das gemeine chinesische Fußvolk aber nicht mehr allzu lange hinnehmen.
  • Die Autoindustrie. In der Branche werden die Gesichter immer länger, da die einstigen Prestigeprojekte durch den Wegfall diverser Kaufanreize kaum noch Gewinne abwerfen.
  • Der Straßenbau. Zwar ist der Nachholbedarf nach wie vor enorm groß, und in den Projektierungsbüros lagern auch ehrgeizige Pläne: 2012 dürfte davon aber wenig bis nichts umgesetzt werden, weil dafür schlichtweg das notwendige Geld fehlt. Selbst Staatsbetrieben sind der Bau und der Unterhalt von Autobahnen zu teuer.
  • Das Schienennetz. Der einstmals hochgejubelte Ausbau von Hochgeschwindigkeitstrassen liegt derzeit auf Eis. Daran sind wiederholt schwere Zugunfälle und falsche Wirtschaftlichkeitsprognosen schuld. Viele neue Verbindungen rechnen sich nicht, weil sie zum einen kaum nachgefragt werden und weil zum anderen kaum jemand die teuren Fahrkarten bezahlen kann.
  • Die Umweltverschmutzung. Per Gesetz werden entsprechende Richtlinien zwar alljährlich drastisch verschärft – nur hält sich kaum jemand daran. In Peking gibt es z. B. selbst im Sommer keinen smogfreien Tag mehr.

Beachten Sie:Nicht wenige Analysten erwarten deshalb, dass China spätestens 2015 in eine Rezession abrutscht.

Global Sourcing ist kein Allheilmittel

Was für reine Handelsunternehmen gilt, nämlich gut und günstig in Billiglohnländern einzukaufen, muss nicht zwangsläufig auch für das produzierende oder weiterverarbeitende Gewerbe gelten.
Zu den Eckpfeilern einer jeden Beschaffung gehören ja nicht nur Qualität und Transportkosten einer Ware, sondern auch die Ansprüche der Endverbraucher. Und da kann es durchaus heißen: „Lokal einzukaufen bedeutet, besser einzukaufen.“ Selbst wenn die Einstandskosten über denen vergleichbarer Produkte in Billiglohnländern liegen.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang nicht nur an die Transportkosten, sondern auch an die Transportsicherheit. Und die hat auf den Seewegen in den vergangenen Jahren abgenommen, wie die Piratenattacken am Horn von Afrika beweisen.

Ohne Risikomanagement kein Auslandseinkauf

Mit dem Einschätzen geopolitischer Risiken ist es aber allein nicht getan. Ein umfassendes Risikomanagement nimmt im Großen auch immer wieder das makroökonomische Umfeld eines Lieferlandes unter die Lupe sowie im Kleinen die Lieferfähigkeit und -bereitschaft einzelner Unternehmen – inklusive unterschiedlicher Einkaufsoptionen hinsichtlich

  • alternativer Lieferanten,
  • alternativer Märkte und
  • alternativer Produkte.

Bildung tut not

Ein Kraftakt, den der Einkauf ganz gewiss nicht allein stemmen kann. Dazu bedarf es nicht nur eines Zusammenspiels mit anderen Unternehmensbereichen, sondern auch hoch qualifizierter, strategisch denkender Einkaufsexperten. In deutschen Unternehmen ist das ein ziemlich düsteres Thema. Denn die Weiterbildungsausgaben für Einkäufer sind zwischen Rhein und Oder mehr als dürftig.
Im Durchschnitt wandern zwar 90 % eines Bildungsbudgets in die Qualifizierung von Verkäufern, aber nur magere 10 % in die Qualifizierung von Einkäufern! Doch es gibt Hoffnung. Einige DAX-Unternehmen leisten sich bereits hoch qualifizierte Chief Procurement Officer (CPO). Die haben erkannt, dass ein strategischer Einkauf heute ganz erheblich zur Wertschöpfung eines Unternehmens beitragen kann.
Praxis-Tipp: Das ist ein Thema, das Sie demnächst auch mit Ihrer Geschäftsleitung diskutieren sollten.

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