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Trendtthema Green Procurement: Unternehmensvision, Mission Statement und begeisterte Mitarbeiter

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Ist der Chef überzeugt, dem grünen Ansatz zu folgen, muss auch das Team den Gedanken verinnerlichen. Das Thema muss „in die Köpfe der Mitarbeiter“ gebracht werden, beispielsweise durch ständige Artikel in der Unternehmenszeitung über das Energiesparen und nachhaltiges Handeln des Unternehmens. Praxis-Tipp: Noch offizieller und wirkungsvoller ist die Aufnahme des Klimaschutzes in die Unternehmensvision.

1. Will das Unternehmen nachhaltig wirtschaften?
Was nützt es, sich dem Thema Green Procurement hinzugeben und alles für eine nachhaltige Beschaffung ins Leben zu rufen, wenn es vielleicht gar nicht im Interesse der Unternehmensspitze ist? Hier stellt sich jedoch die Frage, welcher CEO sich die Chance entgehen lassen würde, mit einem guten Image nachhaltig vielleicht noch mehr Profitabilität zu erlangen.

Kommt nun die Unternehmensleitung zu dem Entschluss, das Thema Grüne Beschaffung als wichtigen Bestandteil der Beschaffungspolitik zu etablieren, so sollte hierzu am besten auch noch ein Mission Statement abgegeben werden.
2. Das „grüne“ Mission Statement
Es kann einfach sein, muss aber zum Unternehmen passen und anwendbar sein. Dass ein Mission Statement und die damit zu erarbeitende Strategie nicht zu vernachlässigen sind, zeigt auch die Bewertung des IÖW (Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung), das zusammen mit der Unternehmensinitiative Future anhand eines festgeschriebenen Bewertungskatalogs ein Ranking erstellt, was zur Beurteilung der veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen verschiedener Größen und Branchen dient.
Weiterführende Informationen, die Grundlagen der Bewertung und Beispiele finden Sie unter www.ioew.de
Wichtig ist vor allem der Wille, in diesem Bereich tätig zu sein und dem Markt nicht nur bloße Floskeln zu übermitteln, wenn es einem Vorstandsressort ausdrücklich zugeordnet ist, wie das z. B. bei RWE der Fall ist. Hier ist das Thema unter dem Begriff Corporate Responsibility (CR) abgedeckt und hat ein eigenes Ressort im Vorstand, das geführt wird von Alwin Fitting. Das Entscheidende ist, mit der gesamten Organisation nach den im Mission Statement
festgelegten Wertvorstellungen und Zielen zu streben. Im Idealfall kann sich die komplette Belegschaft mit dem Mission Statement identifizieren.
Häufig kommt der Ansatz jedoch von außen. Was aber nun, wenn der Gedanke durch die Gesellschafter/die Unternehmensleitung, also „von oben“ kommt, die Mitarbeiter aber nichts damit anfangen können? Hier müssen Sie dann echte Überzeugungsarbeit leisten.

3. Mitarbeiter müssen mitmachen

Ein minimaler erster Schritt besteht darin, dass die Mitarbeiter im Einkauf nicht nur an den „besten Preis“ des Produkts denken, sondern auch daran, wie aufwändig und CO2-belastend Produktion und Transport sind. Beispiel: Es macht eben doch einen Unterschied aus, ob ich die Ware in China zu einem Preis von 10.000 € plus gesamte Transportkosten von 1.700 € für einen 20-Fuß-Container aus Shenzen einkaufe, oder ob ich die Ware aus der MOE-Region, etwa aus Rumänien, für 10.500 € bei Transportkosten von 1.200 € bekomme.
Die Gesamtkosten sehen zunächst einmal gleich aus. Ist auch die Qualität bei beiden Herstellern gleichwertig, so können wir nun neben den möglichen anderen Prüfungen auf den CO2-Gedanken eingehen. Genauso kann man selbstverständlich auch noch den Stromverbrauch des Herstellers anschauen und einen Überblick darüber bekommen, wie stromintensiv bzw. Energie sparend die aktuelle Produktion aussieht.
Beachten Sie: Bevor Sie jedoch auf die Hersteller losgehen, um das Thema Energieeffizienz zu besprechen, empfehle ich, vor der eigenen Haustüre zu kehren und zunächst den eigenen Verbrauch zu untersuchen
Nehmen Sie sich die Verbräuche der Gebäude (Verwaltung, Produktion, Lager etc.) mit den jeweiligen Verbrauchsarten (Strom, Öl, Diesel, Fernwärme etc.) und die Produkte mit den dazugehörigen CO2-spezifischen Emissionen vor, und rechnen Sie den Jahresverbrauch hierzu aus.
Praxis-Tipp: Sie werden auf der Suche nach dem CO2-Verbrauch in Ihrem Unternehmen sicherlich eine Menge mehr Quellen finden als in der Tabelle aufgeführt, doch bleiben Sie lieber bei einer 80-%-Lösung, als sich im Detail mit möglichen Doppelnennungen zu verzetteln. Nutzen Sie auch den CO2-Rechner auf www.ista.de unter „Infothek“.
Um die spezifischen CO2-Werte selbst herleiten zu können, finden Sie auf der Seite des Bayerischen Landesamt für Umwelt eine Excel-Vorlage, die die verschiedenen Berechnungsgrundlagen sehr einfach erläutern (www.izu.bayern.de).
Die Auswertung Ihrer jährlichen CO2-Bilanz sollten Sie dann als Vergleichsgrundlage mit Ihren Lieferanten nutzen. Sie können dadurch insbesondere feststellen, wo noch verborgene und zu hebende Kostenschätze bei Ihren Lieferanten lauern, die Sie dann in Ihren Preisgesprächen gekonnt in bare Münze umsetzen können. Hierdurch kommen Sie den CO2-Fallen Ihrer Lieferanten auf die Spur. In der kommenden Woche gehen wir weiter auf die Verbrauchstreiber Ihrer Lieferanten ein.
Autor: Holger Thrun, Leiter Supply Chain Management

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