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Auslandserkrankung: Diese Anzeige- und Nachweispflichten gelten im Urlaub

 

Von Günter Stein,

Das Mitarbeiter im Urlaub erkranken, kann immer wieder vorkommen. Derzeit sind vor allem Skiunfälle in der Hitparade der Krankschreibungsgründe ganz weit vorne. Für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall spielt es keine Rolle, an welchem Ort Ihr Mitarbeiter erkrankt. Auch bei Auslandserkrankungen haben Sie als Arbeitgeber das Arbeitsentgelt grundsätzlich fortzuzahlen. Für Anzeige und Nachweis der Arbeitsunfähigkeit gelten allerdings Besonderheiten, § 5 Absatz 2 EFZG.

 

Ihr Mitarbeiter hat Ihnen im Fall einer Erkrankung im Ausland

  • die Arbeitsunfähigkeit,
  • deren voraussichtliche Dauer und
  • die Adresse am Aufenthaltsort

in der schnellstmöglichen Übermittlungsart mitzuteilen. Die Kosten für die Übermittlung der Arbeitsunfähigkeit haben Sie als Arbeitgeber zu tragen, § 5 Absatz 2 EFZG. Kommt Ihr Mitarbeiter diesen Pflichten nicht nach, besteht für Sie als Arbeitgeber hinsichtlich der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ein Leistungsverweigerungsrecht, § 7 Absatz 1 Nr. 1 EFZG.
Daneben besteht auch die Nachweispflicht nach § 5 Absatz 1 Satz 2 EFZG. Ihr Mitarbeiter ist auch bei Erkrankungen im Ausland verpflichtet, Ihnen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fristgemäß vorzulegen, § 5 Absatz 1 Satz 2 und 3 EFZG.

 

Tipp: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus dem EU-Ausland kommt ein hoher Beweiswert zu. Trotzdem lässt sich auch der Beweiswert solcher Bescheinigungen erschüttern. Denn „Urlaubsverlängerer“ dürfen nicht übertreiben. Häufen sich die Ungereimtheiten, so hält auch das ärztliche Attest nicht vor dem Arbeitsgericht stand. Dann nützen auch die besten ärztlichen Gutachten nichts.
Ihre Zweifel können dann berechtigt sein, wenn

  • Abweichungen in der Diagnose bei der Anzeige einer Erkrankung von der später attestierten Erkrankung vorliegen,
  • der falsche Facharzt aufgesucht wurde,
  • eine auffällig lange Krankschreibung trotz eher harmloser Diagnose (zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankung) vorlag,
  • sich das Ende der Krankschreibung mit dem Ferienende Ihres Mitarbeiters oder seines Partners deckt,
  • es in den Vorjahren schon einmal vergleichbare Urlaubsverlängerungen gab,
  • der Rückflug bereits vor dem Datum des ärztlichen Attests verschoben wurde oder
  • das Rückflugdatum in „hellseherischer“ Fähigkeit bereits vor Urlaubsbeginn gebucht wurde.

 

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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