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Betriebsleitung: Frei auf Krankenschein? So gehen Sie gegen dreiste Blaumacher vor

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Betriebsleitung Blaumacher

Von Günter Stein,

Greifen Sie als Betriebsleiter schnellstens ein, wenn Sie den Verdacht haben, dass einer Ihrer Mitarbeiter „krankfeiert“. Lesen Sie, welche „weichen“ und welche arbeitsrechtlichen Optionen Sie haben, um den „Urlaub auf Krankenschein“ zu beenden.

1. Führen Sie ein Rückkehrgespräch

Fragen Sie den Mitarbeiter nach den möglichen Ursachen für sein Fehlen. Konfrontieren Sie ihn dabei gegebenenfalls auch mit Ihrem Verdacht.

2. Bestehen Sie auf einer frühen Abgabe der Krankenbescheinigung

Normalerweise muss Ihnen ein Mitarbeiter erst dann ein ärztliches Attest vorlegen, wenn seine Arbeitsunfähigkeit länger als 3 Kalendertage andauert. Sie können aber auch darauf bestehen, dass er Ihnen den „gelben Schein“ künftig schon am ersten Krankheitstag vorlegt (§ 5 Abs. 1 Satz 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Wenn Sie zu dieser Maßnahme greifen, lassen Sie sich die Vereinbarung schriftlich bestätigen. Das erleichtert Ihre Beweisführung.

3. Schalten Sie den Medizinischen Dienst der Krankenkassen ein

Sie können Ihren Mitarbeiter vom Medizinischen Dienst seiner Krankenkasse einladen lassen. Dieser muss dann die Arbeitsunfähigkeit Ihres Mitarbeiters überprüfen (§ 275 Abs. 1a Satz 3. Sozialgesetzbuch 5. Buch). Dies sollten Sie tun, wenn der Mitarbeiter

  • auffällig häufig fehlt,
  • häufig nur für kurze Dauer fehlt,
  • häufig am Beginn oder am Ende einer Woche fehlt oder wenn
  • Sie andere Anhaltspunkte haben, die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit schüren (wie etwa häufig wechselnde, leichte „Befindlichkeitsstörungen“).

Den Medizinischen Dienst können Sie nur dann in Anspruch nehmen, wenn Ihr Mitarbeiter Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse ist. Die Privatkassen unterhalten einen eigenen Begutachtungsdienst, den Sie notfalls einschalten können.

4. Beauftragen Sie notfalls einen Detektiv

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Mitarbeiter während seiner Fehlzeit einer anderen Tätigkeit nachgeht, brauchen Sie für die Bestätigung dieses Verdachts Beweise. Hierfür ist oftmals eine Observation Ihres Mitarbeiters durch einen Detektiv unumgänglich. Ihr Arbeitnehmer muss Ihnen die Kosten des Detektivs erstatten, wenn Ihnen der Nachweis einer vorsätzlichen Handlung gelingt (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.9.1998, Az. 8 AZR 5/97).

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