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Diese 11 Punkte erschüttern den Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

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Von Günter Stein,

Der „gelbe Schein“ – offiziell Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genannt – hat im betrieblichen Alltag besondere Bedeutung. Er hat einen hohen Beweiswert hinsichtlich des Vorliegens einer Arbeitsunfähigkeit (BAG, Urteil vom 01.10.1997, Az. 5 AZR 726/96). Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss von einem Arzt ausgestellt werden und weist Beginn und voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit aus. Die Diagnose ist auf dem gelben Schein nicht angegeben.

 

Der AU-Bescheinigung kommt ein hoher Beweiswert zu. Aber: Dieser kann durch bestimmte Auffälligkeiten erschüttert werden. Es müssen allerdings ernsthafte Zweifel bestehen, die auf Tatsachen zurückzuführen sind. Zweifel bestehen beispielsweise bei folgenden Fallvarianten:

  • Erteilung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ohne ärztliche Untersuchung
  • Erteilung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach telefonischer Rücksprache
  • Häufiger Arztwechsel
  • Ankündigung einer Arbeitsunfähigkeit
  • Erkrankung nach abgelehntem Urlaubsantrag
  • Wiederholte gemeinsame Erkrankung von Ehepartnern nach Urlaubsende

 

 

 

  • Rückdatierte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (mehr als 2 Tage)
  • Anderweitige Arbeitsleistungen in erheblichem Umfang, etwa als Nebenerwerb
  • Missachtung einer vertrauensärztlichen Vorladung
  • Wiederholte Erkrankung ausländischer Mitarbeiter im Anschluss an den Heimaturlaub
  • Arbeiten während der Arbeitsunfähigkeit beispielsweise am eigenen Haus

Ist die Beweiskraft der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erschüttert, muss Ihr Mitarbeiter den vollen Beweis seiner Arbeitsunfähigkeit erbringen.
Ergibt sich bei der Begutachtung des Medizinischen Dienstes, dass ein Arzt Arbeitsunfähigkeit attestiert hat, obwohl die medizinischen Voraussetzungen hierfür nicht vorlagen, können Sie als Arbeitgeber Schadensersatz von dem Arzt verlangen. Voraussetzung für den Schadensersatzanspruch ist allerdings, dass der Arzt vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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