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Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

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Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen auf Rekordniveau

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psychische Erkrankungen

Von Günter Stein,

Die Krankenstände in Deutschland sind zwar nach wie vor eher niedrig. Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen (vor allem Angststörungen und Depressionen) nehmen aber stetig zu:

Laut Fehlzeiten-Report 2010 der AOK sind sie inzwischen für 8,6 % der ausgefallenen Arbeitstage verantwortlich. Die Sache betrifft Sie als Arbeitgeber direkt, denn:

  • Psychisch Kranke sind mit durchschnittlich 23 Tagen deutlich länger arbeitsunfähig als Patienten mit körperlichen Gebrechen.
  • Seelische Leiden können langfristig chronische psychosomatische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Magengeschwüre nach sich ziehen und damit weitere Fehlzeiten verursachen.
  • Die Ursachen psychischer Erkrankungen liegen häufig im Arbeitsleben. Sie können also gegensteuern.

Wie Sie psychische Belastungen in Ihrem Unternehmen ermitteln und abbauen

Psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken ist gar nicht so einfach. Denn vielen Mitarbeitern ist es peinlich, im Berufsleben über derartige Probleme zu sprechen. Außerdem ist keineswegs eindeutig, wie die optimalen Arbeitsbedingungen und -belastungen aussehen. Was den einen krank macht, spornt den anderen an. Detailarbeit ist deshalb gefragt:

Schritt 1: Konzentrieren Sie sich zunächst auf einen Bereich oder eine Mitarbeitergruppe, in der Probleme wahrscheinlich sind. Das erkennen Sie an Veränderungen wie vermehrten Fehlzeiten, Arbeitsunfällen und/oder erhöhter Fluktuation.

Schritt 2: Holen Sie den verantwortlichen Vorgesetzten auf Ihre Seite. Machen Sie ihn auf die Veränderungen und ihre Folgen aufmerksam und verdeutlichen Sie ihm, dass oft schon kleine Maßnahmen viel bewirken können.

Schritt 3: Versammeln Sie die Mitarbeiter der betroffenen Abteilung. Am besten erläutert der Vorgesetzte selbst die Beobachtungen und dass Sie gemeinsam nach betrieblichen Ursachen für die Probleme suchen wollen, um diese abzustellen. Verteilen Sie dann einen Fragebogen, in dem die Mitarbeiter die für sie belastenden Momente der Arbeit benennen können.

Schritt 4: Prüfen Sie anhand der Fragebögen, welche Bereiche besonders oft negativ bewertet wurden. Anschließend gehen Sie vor Ort und beobachten einen halben oder besser einen ganzen Tag, wie sich die beklagten Punkte konkret auswirken. Versuchen Sie, in Gesprächen mit den Mitarbeitern und dem Vorgesetzten noch mehr Informationen zu gewinnen. Auf dieser Grundlage können Sie die richtigen technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen ergreifen.

Tipp: Oft hilft es, wenn Ihre Mitarbeiter lernen, mit der Belastung besser umzugehen. Es kann also nützlich sein, wenn Sie Stressbewältigungskurse anbieten. Die Krankenkassen unterstützen Sie dabei.

 

Wo die Gefahr psychischer Erkrankungen am größten ist

Erhebungen der DAK zufolge gibt es besonders viele Fehltage wegen psychischer Erkrankungen

  • bei jüngeren Mitarbeitern, d. h. bei 15- bis 29-jährigen Frauen bzw. 15- bis 34-jährigen Männern,
  • im Gesundheitswesen und in den öffentlichen Verwaltungen, aber auch
  • in Wirtschaftszweigen wie Bildung, Kultur, Medien, Banken und Versicherungen. Dabei sind gering Qualifizierte besonders gefährdet.

Die wichtigsten Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz

  • Zu wenig Handlungsspielräume bei der Arbeit
  • Mangelnde Information
  • Keine Möglichkeit, eine Arbeit bis zum Ende durchzuführen
  • Zu hohe Anforderungen
  • Unterforderung
  • Belastungen durch Lärm, Hitze, Schmutz usw.
  • Defekte Werkzeuge und unzureichende Arbeitsmittel
  • Zu wenig Zusammenarbeit und Unterstützung
  • Probleme mit dem Vorgesetzten
  • Belastende Arbeitszeiten

Probezeit: So verhindern Sie, dass sich die Einstellung als Fehler erweist

Immer wieder kommt es vor, dass neue Mitarbeiter mit großen Hoffnungen eingestellt werden, die sich letztlich als teure Fehlbesetzung erweisen. Das können Sie tun:

Auswahl: Eine sorgfältige Personalauswahl mit Stellenbeschreibung, Anforderungsprofil, Lebenslaufanalyse, Einstellungsgespräch und eventuell Arbeitsproben oder Tests hilft, Fehlbesetzungen zu vermeiden. „Im Zweifel gegen den Bewerber“ lautet die Devise.

Einarbeitung: Wenn neue Mitarbeiter an ihren ersten Arbeitstagen planlos umherirren, ist eine erfolgreiche Einstellung Glückssache. Überlegen Sie sich deshalb vorab, was der neue Mitarbeiter zu Anfang tun, wen er kennenlernen soll usw.

Beobachtung: Prüfen Sie in den ersten Wochen und Monaten regelmäßig, wie der Neue sich entwickelt. So können Sie frühzeitig gegensteuern oder ggf. kündigen.

Probezeit: Vereinbaren Sie mit jedem neuen Mitarbeiter eine Probezeit. Das erleichtert die Trennung. Ca. 14 Tage vor Ablauf der Probezeit prüfen Sie dann, ob Sie den Mitarbeiter übernehmen oder sich von ihm trennen wollen.

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