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Krankheit: Wann Sie nicht mehr mit Ihrem Mitarbeiter reden dürfen

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Urheber: nmann77 | Fotolia

Von Dr. Christian Wolf,

„Bitte zum Gespräch!“ Mit dieser Maßnahme wird in der Praxis oft versucht, die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Betrieb zu senken. Gute Idee! Nun schiebt dieses Urteil derartigen Personalgesprächen einen Riegel vor – aber nur in einem Fall.

Der Fall: Zweieinhalb Monate – so lange war eine Mitarbeiterin aus dem Fränkischen insgesamt krankgeschrieben. Doch der Arbeitgeber war ungeduldig. Kaum war sie erkrankt, bat er schon zum Personalgespräch. Doch die kranke Mitarbeiterin lehnte ab. Dafür gab es eine Abmahnung. Der Chef ließ nicht locker und ordnete einfach weitere Gespräche an, ohne Auskunft über den geplanten Inhalt zu geben. Die Frau kam aber einfach nicht. Dafür erhielt sie wieder mehrere Abmahnungen. Bis schließlich die Kündigung folgte.

Das Urteil: Kündigung unwirksam! Für die Richter war die Sache klar: Das Direktionsrecht, das ein Arbeitgeber hat, reicht nicht aus, um Mitarbeiter während einer Krankheit einfach in den Betrieb zu bestellen. Der Grund ist einfach: Krank ist krank. Wer dem Arbeitgeber eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt, gilt erst mal als krank, bis ihm das Gegenteil bewiesen werden kann. Und wer krank ist, muss nicht in den Betrieb kommen – auch nicht zu einem Personalgespräch.

Das heißt für Sie: Ein Personalgespräch während der Krankheit – diese Einladung an Ihrem Mitarbeiter können Sie sich sparen. Ist er wieder gesund, werden die Karten aber neu gemischt. Jetzt dürfen Sie Ihrem Mitarbeiter auf den Zahn fühlen. Und dann sollten Sie auch tun! Das hat folgende Vorteile: Durch das Krankenrückkehrgespräch senken Sie die Fehlzeiten von „ehrlich“ erkrankten Mitarbeitern, und konsequente Gespräche nach der Rückkehr in den Betrieb erschweren das Blaumachen. Es kommt zu „Spontan-Heilungen“!

Aber Vorsicht! Sobald Sie als Arbeitgeber standardisierte Krankenrückkehrgespräche mit Ihren Mitarbeitern führen möchten, mischt sich sofort Ihr Betriebsrat ein. Er sieht zwei seiner Mitbestimmungsrechte verletzt und zwar hinsichtlich der Ordnung im Betrieb und beim Gesundheitsschutz (§ 87 Absatz 1 Nr. 1 und 7 BetrVG).

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