Gratis-Download

Nachdem das Coronavirus immer weiter um sich greift, stellt sich die Frage nach den arbeitsrechtlichen Konsequenzen: Wie sieht es mit der…

Jetzt downloaden

Krankmeldung: Diese Informationspflichten haben Ihre Mitarbeiter

 
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Urheber: Alexander Raths | Fotolia

Von Arno Schrader,

Für Sie als Arbeitgeber zählt jede Minute, wenn ein Mitarbeiter sich krankmeldet. Vielen Arbeitnehmern ist es vielleicht nicht bewusst, aber die gesetzlichen Vorschriften zu den Mitteilungspflichten sind nicht ohne Grund eindeutig und streng.

Ist eine unverzügliche Krankmeldung Pflicht für Arbeitnehmer?

Ihr Mitarbeiter ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen als Arbeitgeber seine Arbeitsunfähigkeit unverzüglich anzuzeigen (§ 5 Abs. 1 Satz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)). Sie sollen durch diese frühzeitige Anzeige die Möglichkeit erhalten, die notwendigen betrieblichen Dispositionen zu treffen, um den ausgefallenen Mitarbeiter zu ersetzen.

Die Pflicht zur unverzüglichen Anzeige besteht deshalb auch, wenn Ihr Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat, sich bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Urlaub befindet oder die Arbeitsunfähigkeit in die Verlängerung geht, also länger dauert, als zunächst mitgeteilt oder in der ärztlichen Bescheinigung angegeben wurde.

Wann muss sich der Arbeitnehmer krankmelden?

Clevere Arbeitnehmer versuchen, sich häufig mit einer Ausrede um den frühen Anruf in der Firma zu drücken, damit sie morgens nicht so früh aus den Federn müssen. Dies gilt vor allem an Montagen, wenn sich die drohende Krankheit schon am Wochenende angekündigt hat. Als Arbeitgeber hören Sie dann oft, dass er zuerst zum Arzt habe gehen müssen, um zu erfahren, ob dieser ihn überhaupt „krankschreibt“.

Falsch! Ist sich der Mitarbeiter nicht sicher, ob seine Beschwerden für eine Arbeitsunfähigkeit ausreichen, muss er Sie bereits zum vorgesehenen Arbeitsbeginn anrufen und Ihnen von dem beabsichtigten Arztbesuch berichten. Erst nachher anzurufen ist definitiv zu spät!

Welche Informationen muss der Arbeitnehmer bei der Krankmeldung mitteilen?

Auch wenn Ihr Mitarbeiter Sie unverzüglich kontaktiert, mit einem einfachen „Ich bin krank“ brauchen Sie sich nicht zufriedenzugeben!

Vielmehr können Sie von dem Arbeitnehmer verlangen, dass er Ihnen außerdem erklärt, wie lange seine Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich (fort-)dauern wird.

Achtung: Angaben über Art und Ursache der Erkrankung können Sie von Ihrem Mitarbeiter jedoch nicht fordern.

Welche Informationspflichten gelten bei einer Krankheit im Ausland?

Erkrankt der Arbeitnehmer im Ausland, etwa während seines Urlaubs, so muss er Ihnen deshalb seine Arbeitsunfähigkeit ebenfalls mit der „schnellstmöglichen Art der Übermittlung“ anzeigen (§ 5 Abs. 2 Satz 1 EFZG).

Zusätzlich muss Ihr Mitarbeiter Ihnen bei einer Auslandserkrankung noch mitteilen, wo er sich aufhält (vollständige Urlaubsanschrift) und seine Rückkehr ins Inland unverzüglich anzeigen (§ 5 Abs. 2 Satz 7 EFZG).

Bei wem muss sich der Arbeitnehmer krankmelden?

Probleme entstehen in der betrieblichen Praxis immer wieder deswegen, weil der Arbeitnehmer zwar seine Erkrankung im Betrieb gemeldet hat, aber die zuständigen Stellen hierüber nicht informiert wurden. Nach dem Gesetz muss die Meldung gegenüber Ihnen als Arbeitgeber oder einem von Ihnen benannten Vertreter erfolgen. Die bloße Nachricht an einen Kollegen genügt deshalb regelmäßig nicht.

Tipp: Schaffen Sie klare und verbindliche Regelungen für den Krankheitsfall. Ein Hinweis am Schwarzen Brett mit entsprechenden Verhaltensregeln, Kommunikationswegen und den jeweiligen Ansprechpartnern für die Krankmeldung (Abteilungsleiter oder Personalabteilung) hilft im Krankheitsfall nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Mitarbeitern.

Nachweis der Arbeitsunfähigkeit: Wann ist der „gelbe Schein“ Pflicht?

Ob der Mitarbeiter zusätzlich zur Krankmeldung verpflichtet ist, eine ärztliche Bescheinigung (sog. AU-Bescheinigung) vorzulegen, hängt von der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ab. Nach dem Gesetz muss er Ihnen erst bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Tagen am darauffolgenden 4. Tag ein ärztliches Attest vorlegen (§ 5 Abs. 1 Satz 2 EFZG).

Für kürzere Fehlzeiten besteht dagegen keine gesetzliche Vorlagepflicht. Sie können das Attest aber auch bereits früher verlangen. Wann und wie: Das erfahren Sie in der linken Randspalte.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Datenschutz
Produktempfehlungen

Mit diesem Ratgeber bearbeiten Sie Schritt für Schritt jeden Mobbing-Fall

Praxisnahes Wissen zur Verbesserung und Erleichterung Ihrer Arbeit als Datenschutzbeauftragter!

So schützen Sie Ihr Unternehmen vor internen Risiken und externen Angriffen!

So setzen Sie die Anforderungen des Art. 32 DSGVO in Ihrem Unternehmen um

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Ein einfacher Überblick über das neue Telekommunikations-Telemedien-Datenschutzgesetz

Jobs