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Kündigung wegen verspäteter Krankmeldung? Machen Sie es besser so

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Von Günter Stein,

Grundsätzlich ist Ihr Mitarbeiter verpflichtet, Sie so bald wie möglich zu informieren, wenn er wegen Arbeitsunfähigkeit ausfällt. Nach 3 Arbeitsunfähigkeitstagen muss er Ihnen zudem eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen (§ 5 EFZG).

 

Ein Verstoß gegen diese Pflichten rechtfertigt in der Regel aber nur dann die Kündigung, wenn abzusehen ist, dass Ihr Mitarbeiter sich auch in Zukunft nicht daran halten wird. Deshalb gilt:

  • Sie sollten den Mitarbeiter vor der Kündigung mindestens zweimal wegen verspäteter Krankmeldung oder nicht ordnungsgemäß vorgelegter Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abgemahnt haben.
  • Trotz Abmahnung kommt keine Kündigung in Betracht, wenn Ihr Mitarbeiter zu krank war, um sich ordnungsgemäß zu verhalten. Das kann beispielsweise bei einer Depression der Fall sein. Denn dann stellt die Pflichtverletzung kein vorwerfbares Verhalten dar (BAG, 3.11.2011, 2 AZR 748/10).
  • Reicht der Mitarbeiter dagegen trotz Abmahnung auch für den laufenden Krankheitsfall keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach, kann sogar die fristlose Kündigung gerechtfertigt sein. Denn dadurch macht der Mitarbeiter deutlich, dass ihm die Abmahnung egal und ein korrektes Verhalten nicht zu erwarten ist (LAG Rheinland-Pfalz, 19.1.2012, 10 Sa 593/11).

 

 

Doch wie gehen Sie am besten vor?

Hierfür habe ich heute gleich 2 Tipps für Sie:
Tipp 1:
Sind Ihnen durch die verspätete Krankmeldung Nachteile entstanden (z. B. Maschinenstillstand oder Kollegen, die nicht arbeiten konnten), sollten Sie das im Kündigungsschutzprozess unbedingt erläutern. Denn damit sinken die Hürden für die Kündigung.

Tipp 2:

Sie dürfen die Lohnfortzahlung verweigern, wenn der Mitarbeiter Ihnen keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt. Das gilt allerdings nur solange unklar ist, ob der Mitarbeiter überhaupt arbeitsunfähig ist. Sobald die Arbeitsunfähigkeit belegt ist, müssen Sie die einbehaltenen Beträge nachzahlen.

So verlangen Sie die AU-Bescheinigung am 1. Krankheitstag

Fällt einer Ihrer Mitarbeiter durch häufige Kurzerkrankungen auf, kann es sinnvoll sein, von ihm die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am ersten Krankheitstag zu verlangen. So formulieren Sie die Anordnung:
Sehr geehrter Herr Müller,

in den letzten 6 Monaten waren Sie dreimal jeweils für kurze Zeit arbeitsunfähig. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir uns bei einer solchen Häufung von Arbeitsunfähigkeitszeiten Überprüfungen vorbehalten müssen.

Entsprechend der Vorschrift des § 5 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz werden Sie deshalb angewiesen, sich künftig jeweils am ersten Tag einer Arbeitsunfähigkeit eine Bescheinigung des behandelnden Arztes über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer ausstellen zu lassen und diese am gleichen Tag, spätestens am nächsten Werktag im Personalbüro vorzulegen. Zuwiderhandlungen werden als Verstoß gegen Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten angesehen.

Mit freundlichen Grüßen

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