Gratis-Download

Nachdem das Coronavirus immer weiter um sich greift, stellt sich die Frage nach den arbeitsrechtlichen Konsequenzen: Wie sieht es mit der...

Jetzt downloaden

Verspätete Krankmeldung: Unbelehrbare Mitarbeiter müssen gehen

 
Krankmeldung
Urheber: nmann77 | Fotolia

Von Michael T. Sobik ,

Sie haben Ihre Mitarbeiter in Ihre Produktions- und Betriebsabläufe fest eingeplant und müssen daher schnellstmöglich wissen, wenn ein Mitarbeiter krankheitsbedingt seinen Dienst nicht antreten kann. Bei mehrfach verspäteten Krankmeldungen kennen deshalb auch die Arbeitsrichter kein Pardon mehr, wie der folgende Fall zeigt.

Der Fall: Ein Maschinenführer im Schichtdienst hatte in der Vergangenheit mehrfach seine Arbeitsunfähigkeit nicht bei Schichtbeginn, sondern erst am Folgetag angezeigt. Der Arbeitgeber hatte den Mitarbeiter in den vergangenen zwei Jahren deshalb insgesamt dreimal abgemahnt. Als der Arbeitnehmer erneut seinem Dienst ohne Krankmeldung fernblieb, war für den Arbeitgeber das Maß voll. Er kündigte dem Maschinenführer ordentlich verhaltensbedingt. Dagegen erhob der Mitarbeiter Kündigungsschutzklage.

Das Urteil: Das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz bestätigte die Kündigung. Nachdem der Arbeitnehmer trotz mehrmaliger Abmahnungen seiner Pflicht zur rechtzeitigen Krankmeldung nicht nachgekommen war, durfte der Arbeitgeber kündigen.

Das heißt für Sie: Erkrankt ein Arbeitnehmer, ist er gesetzlich verpflichtet, Ihnen als Arbeitgeber dies unverzüglich mitzuteilen (§ 5 Abs. 1 Satz 1 EFZG). Die Anzeige der Arbeitsunfähigkeit soll Ihnen die Möglichkeit geben, auf den Arbeitsausfall zu reagieren. Sie muss daher unverzüglich erfolgen, also so schnell wie möglich. Es reicht daher nicht aus, wenn der Arbeitnehmer Ihnen einen „gelben Schein“ per Post übermittelt.

Vielmehr hat er dafür Sorge zu tragen, dass Sie als Arbeitgeber spätestens am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit während der ersten üblichen Betriebsstunden informiert werden, sodass eine Anzeige per Telefon, SMS oder E-Mail erfolgen muss.

 

Teilt ein Mitarbeiter Ihnen seine Arbeitsunfähigkeit gar nicht oder zu spät mit, ohne hierfür eine nachvollziehbare Begründung zu haben, verletzt er damit seine arbeitsvertraglichen Pflichten. Als Arbeitgeber haben Sie dann folgende Reaktionsmöglichkeiten:

  • Bei erstmaliger verspäteter Krankmeldung sollten Sie Ihren Mitarbeiter abmahnen.
  • Bei erneutem Pflichtenverstoß sollten Sie nochmals eindringlich abmahnen und im Wiederholungsfall eine verhaltensbedingte Kündigung ankündigen.
  • In besonders schwerwiegenden Fällen, etwa erheblich verspäteter Krankmeldung trotz mehrerer Abmahnungen, kann sogar eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein.
Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Datenschutz
Produktempfehlungen

Ihr 15-Minuten-Training fürs digitale Office

Aktuelle Urteile und Empfehlungen für Arbeitgeber rund um Corona

Konstante Teamführung trotz neuer Zeiten

Aktuelle Urteile – rechtliche Absicherung – wirtschaftlicher Erfolg

Werden Sie jetzt HR-Experte und kurbeln Sie Ihre Karriere an!

Jobs