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Nischenläden: Auf den Standort kommt es an

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Lage, Lage, Lage

 

Vor einiger Zeit hatte mich eine junge Frau um Rat bei ihrer Geschäftsgründung gebeten. Sie wollte sich mit einem Laden für Secondhand-Brautmode in einer deutschen Großstadt selbstständig machen. 

Als ich sie danach fragte, ob sie denn schon ein geeignetes Ladenlokal gefunden habe, antwortete sie zuversichtlich: "Ja, ich habe da etwas ganz Günstiges aufgetan."

Meine Nachfrage nach Passantenfrequenz, Kaufkraft etc. beantwortete sie mit einem kurzen: "Na ja, die Vermieterin meinte, das sei ein aufstrebendes Viertel mit viel jungem Publikum. Also genau die richtige Zielgruppe für mein Geschäft." Harte Fakten konnte sie indes nicht liefern.

Es kam, wie es leider kommen musste: Die Gründerin musste ihren Laden schon nach wenigen Monaten schließen. Denn die finanzielle Ausdauer, darauf zu warten, dass das "aufstrebende Viertel" dann auch wirklich für Kunden so interessant ist, dass sie dort einkaufen, hatte sie nicht.

Das (warnende) Beispiel zeigt: Die Standortwahl entscheidet maßgeblich über Wohl und Wehe eines Ladengeschäfts. Heute daher einige Tipps, die Ihnen bei der Wahl eines Ladenlokals helfen sollen:

 

4 Tipps, wie Sie Ihren Standort prüfen

Besondere Bedeutung kommt dem Nischenangebot, dem günstigen Einkauf und dem Standort zu. In der Millionenstadt Berlin beispielsweise finden sich für fast jeden noch so ausgefallenen Kuriositäten-Shop noch Kunden. Vorausgesetzt natürlich, der Betreiber war schlau genug, seinen Laden über die Presse und das Internet bekannt zu machen.

Einzelhändler hingegen, die sich in einer kleineren Stadt niederlassen, müssen sich erheblich mehr anstrengen, für ihr Nischenangebot genügend Kunden zu finden.

In jedem Fall sollten Sie einen Nischen-Shop immer mit einem Internet-Angebot kombinieren.

Vorschau: Beispiele, wie Nischen-Läden ihren Umsatz per Internet pushen, lesen Sie in der kommenden Woche.

4 wichtige Schritte bei der Standortanalyse

1. Einzugsgebiet festlegen

Wenn Sie in einer Großstadt einen Laden mit einem Nischenangebot eröffnen wollen, sollten Sie einen Stadtplan zu Hand nehmen und folgendermaßen vorgehen: Ziehen Sie mit dem Zirkel einen Kreis von 10 bis 20 Kilometern Radius um Ihren Standort. Das entspricht den Empfehlungen von Einzelhandelsexperten für den Verkauf von Gütern des mittelfristigen Bedarfs.

Die Größe Ihres Einzugsgebiets hängt stark von Ihrem Angebot ab: Bieten Sie Dinge des täglichen Bedarfs wie etwa Brot und Brötchen an, reduziert sich dieser Radius dramatisch. Für Ihr Spezialangebot müssen Sie allerdings von einem größeren Gebiet ausgehen, um ausreichend potenzielle Interessenten zu finden. Angaben zu den Einwohnern des von Ihnen angepeilten Gebiets erhalten Sie auf lokaler Ebene über

  • das Einwohnermeldeamt,
  • die Industrie- und Handelskammer vor Ort (meist nur für IHK-Mitglieder kostenlos zugänglich),
  • das Amt für Wirtschaftsförderung,
  • das Statistische Landesamt.

2. So ermitteln Sie das lokale Marktpotenzial und die Kaufkraft Ihrer Kunden

Die Einwohnerzahl in Ihrem Einzugsgebiet allein sagt noch nichts darüber aus, was Sie mit Ihrem Angebot theoretisch verdienen können, sprich: wie viel Geld Ihre potenziellen Kunden für ausländische Schokoladenspezialitäten oder Briefpapier mit Rosenduft auszugeben bereit sind.

Die Pro-Kopf-Ausgaben für bestimmte Warengruppen gibt das Statistische Bundesamt heraus. Zusammen mit der Einwohnerzahl und Angaben zur Einkommenssituation, die Sie zum Beispiel bei den Ämtern für Wirtschaftförderung erfragen können, wissen Sie also, wie viel Ihre Zielgruppe für Ihr Produkt auszugeben bereit ist.

Das Kaufkraftniveau, auch Kaufkraftkennziffer genannt, ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg. Hier erfahren Sie, wie Ihre Stadt im nationalen Vergleich dasteht.

Zu berücksichtigen ist allerdings auch der sogenannte Kaufkraftabfluss. Bei Standorten in Kleinstädten müssen Sie beispielweise berücksichtigen, dass die Bewohner zum Einkaufen in eine nahegelegene Großstadt fahren.

3. Nehmen Sie Ihre Konkurrenz unter die Lupe

Das theoretische Marktpotenzial Ihres Standorts gibt Ihnen jedoch noch nicht an, mit wie vielen Mitbewerbern Sie sich den Umsatzkuchen teilen müssen. Nehmen Sie deshalb Ihren angepeilten Standort in Augenschein: In den Gelben Seiten Ihrer Stadt, in Internet-Verzeichnissen und Branchenbüchern finden Sie die Adressen von Läden, die möglicherweise ähnliche Produkte wie Sie anbieten.

Klappern Sie diese Läden ab und schreiben Sie sich Ihre Beobachtungen auf. Erstellen Sie eine Liste mit den Merkmalen der Shops, die Sie ausgewählt haben. Hierzu gehören beispielsweise das Sortiment, die Preise, die Lage, die Ladengröße, die Zahl der Kunden im Laden etc..

Notieren Sie sich nach dem Verlassen des Ladens, zum Beispiel im Auto, Ihre Beobachtungen.

Doch nicht nur die Konkurrenten sollten Sie fest im Blick haben. Gerade als Inhaber eines Nischenladens muss Ihr Angebot ins Umfeld passen. Eine Straße, in der sich Kuriositäten-Shops aneinander reihen, eignet sich besonders gut. Erwägen Sie als Standort ebenfalls Shopping-Center und Einkaufspassagen, die über eine hohe Kundenfrequenz verfügen.
4. Ist Ihr angepeilter Standort sein Geld wert?

Wichtig ist, die verlangte Miete für einen Standort richtig einzuschätzen. Hier helfen Ihnen bei Städten über 100.000 Einwohnern Kennziffern aus der Immobilienwirtschaft wie etwa der Kemper’s Einzelhandelindex und der RDM-Immobilienspiegel des Rings Deutscher Makler.

In kleineren Städten gehören die Mietangebote aus der örtlichen Tagespresse zu den wichtigen Informationsquellen. Zudem können Sie sich bei örtlichen Maklern, beim Einzelhandelsverband oder beim Stadtplanungsamt nach der Höhe ortsüblicher Mieten erkundigen.

Eine Lektion, die die junge Gründerin aus dem eingangs erwähnten Beispiel teuer bezahlen musste: Vertrauen Sie nicht allein den Angaben, die Ihnen Vermieter bzw. Immobilienmakler zu den von ihnen angebotenen Objekten machen. Die sogenannte Passantenfrequenz und das Verhalten Ihrer potenziellen Kunden sollten Sie selbst beobachten:

Postieren Sie sich an Ihrem ausgewählten Objekt und zählen Sie die Passanten zu unterschiedlichen Tageszeiten. Beobachten Sie auch, ob die Menschen eher schlendern oder schnell vorbeigehen, auf welcher Straßenseite die meisten gehen usw.

Hinzu kommt noch das leidige Thema Parkplatzablöse, das Sie in vielen Großstädten bei den Kosten für Ihren Laden mit einplanen müssen.

 

Viel Erfolg und gute Geschäfte wünscht Ihnen

Ihre


Bettina Steffen

Onlineredakteurin KomMa-net.de - Unternehmensbereich

 


 

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