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Standortanalyse: Nicht nur wichtig bei der Unternehmensgründung

 
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Eine Firmengründung braucht Mut, einen kühlen Kopf und eine ordentliche Portion Unternehmergeist. Es geht um Ihre Geschäftsidee, um Konzepte und Finanzierung – die Vorbereitungen, die Sie zu treffen haben, sind vielfältig und werfen unzählige Fragen auf. Eine wichtige Entscheidung bei der Firmengründung ist der Standort, denn er trägt wesentlich zu Ihrem Erfolg oder Misserfolg bei. Um so wenig wie möglich dem Zufall zu überlassen, ist eine Standortanalyse ein geeignetes Mittel. Und sie ist nicht nur bei der Unternehmensgründung wichtig. Eine sorgfältige Analyse kommt zum Beispiel auch dann in Frage, wenn die Geschäfte nicht (mehr) laufen.

Ein Großteil der Startups scheitert bereits in den ersten drei Jahren nach der Firmengründung. Gründe dafür gibt es viele. Oft sind es kaufmännische Defizite – mit dem Ergebnis, dass die Finanzmittel zu niedrig angesetzt worden sind und Kosten wie Abgaben und Steuern bei der Kalkulation vergessen wurden. Oft liegt das Scheitern an einer schlecht umgesetzten Standortanalyse. Für die meisten aller Selbstständigen jedoch ist eine gute Standortanalyse ein Muss, denn wer seine Firma am falschen Ort platziert, riskiert ein schnelles Aus seines Unternehmens.

Auf die Branche kommt es an

Dabei ist die Lage des Firmensitzes individuell und eng mit der jeweiligen Branche verknüpft: Ein Verwaltungsgebäude zum Beispiel muss nicht zwingend zentral gelegen sein, dafür aber mit schnellem Internet ausgestattet sein. Ein Modegeschäft hingegen sollte möglichst zentral liegen, um von Laufkundschaft profitieren zu können. Bei Produktionsstätten wiederum zählt unter anderem eine gute Anbindung an die Verkehrsachsen. Die jeweiligen Standortfaktoren sind demnach eine wichtige Größe schon ganz zu Beginn der Planungen. Umso wichtiger ist eine bedachtsame Wahl. Für Einzelhändler etwa ist die Lage und vorherrschende Infrastruktur ein wichtiges Kriterium, während technologieorientierte Unternehmen von Fachkräften in der Umgebung sowie von der Nähe einer möglichen Kundschaft profitieren. Klassische Fragen auf der Suche nach einem geeigneten Standort sind solche nach

  • Der Lage - Muss Ihr Unternehmen zentral liegen oder außerhalb beziehungsweise am Stadt-/Ortsrand? Wie ist die Verkehrsanbindung? Gibt es Förderprogramme? Wie hoch sind die Mieten und Grundstückspreise?
  • Den Auflagen - Wie sind die Bestimmungen für das gewählte Grundstück? Ist es als Gewerbestandort ausgewiesen oder liegt es in einem Mischgebiet? Gibt es weitere Verordnungen für die Ansiedlung Ihres Unternehmens wie Sicherheitsauflagen? Kann die Gewerbefläche erweitert werden?
  • Der Konkurrenz - Wie viele Mitbewerber gibt es am Ort?
  • Der Verkehrsanbindung - Wie leicht können Sie Ihre Kunden erreichen? Wie leicht die Kunden Sie? Gibt es ausreichend Parkplätze? Bestehen ÖPNV-Verbindungen? Ist Autobahn-Nähe wichtig? Benötigen Sie eine Bahnanbindung?
  • Den Kosten - Wie hoch sind die Grundstückspreise, die Energiepreise, der Hebesatz der Gewerbesteuer?
  • Der Kundennähe - Laufkundschaft, Erreichbarkeit des Kunden und des Unternehmens
  • Der Arbeitskräfte - Gibt es in der Nähe geeignete Fachkräfte? Ist der Standort attraktiv für Ihre Mitarbeiter?

Ähnlich wie die Zeit kurz nach der Firmengründung besonders arbeitsintensiv ist, weil während dieser sensiblen Phase vieles bedacht werden muss, um das Unternehmen am Markt zu positionieren, stellt der Umzug des Firmensitzes an einen anderen Standort Unternehmer vor große Herausforderungen. Zeitaufwand und Kosten zum Beispiel sind oft immens. Ein Firmenumzug hat viele Gründe, zum Beispiel die Umsetzung von Umstrukturierungen (Verkleinerung oder Vergrößerung der Gewerbefläche) oder Sparprogrammen (niedrigere Energiekosten oder Gewerbesteuern) durch den Wechsel an einen neuen Standort. Oft sind es auch marktspezifische oder logistische Veränderungen, die zu einer Stagnation oder Abnahme des Wachstums führen und eine Firmenverlagerung notwendig machen. Standortanalysen zeigen dann häufig eine Sättigung des Markts am Standort. Oft ist auch eine gesunkene Kaufkraft ursächlich für geringeren Absatz.

Wettbewerber und andere Kriterien

Für den Einzelhandel, der zu einem großen Teil von Laufkundschaft abhängig ist, ergeben sich in diesem Zusammenhang unter anderem folgende Fragen: Gibt es Veränderungen, zum Beispiel viele Leerstände in der Nähe? Ist das der Fall, verringert sich auch die Zahl der Laufkundschaft. Mögliche andere Gründe für ausbleibende Kundschaft, die in Verbindung mit dem Geschäftsstandort stehen könnten: Gibt es neue Wettbewerber am Ort? Hat sich die Parkplatzsituation geändert? Bestehen Baustellen? Hat sich das Angebot des ÖPNV geändert? – Alles Fragen, mit denen sich nicht nur der Einzelhandel regelmäßig auseinandersetzen sollte, denn für keine andere Branche ist die Wahl des richtigen Standorts von so hoher Bedeutung. Kernthemen bei einer Standortanalyse für den Einzelhandel sind neben Kaufkraft und Konkurrenz vor Ort auch Überlegungen zum Einzugsgebiet, zu Mietpreisen, zur Attraktivität des Standorts, Parkmöglichkeiten und Frequenz der Laufkundschaft.

Für Handwerksbetriebe oder die Produktion stellen sich andere Fragen: Zwar spielen auch hier Faktoren wie Wettbewerb, Einzugsgebiet und Kaufkraft eine wesentliche Rolle, jedoch kommen hier Aspekte wie ausreichend Lagerräume oder auch Transportkosten von Rohstoffen hinzu. Weil die benötigten Rohstoffe und Waren meist in großer Menge angeliefert werden, gehört zur Standortanalyse auch, die Verkehrswege dahingehend zu prüfen, ob die Anlieferer die Firma schnell und problemlos erreichen können. Hinzu kommen Überlegungen, ob Nähe zum Kunden entscheidend für den Erfolg des Handwerkbetriebs ist. Wer darauf angewiesen ist, sollte seinen Firmenstandort entsprechend wählen.

Der Aufwand der Standortanalyse

Eine Standortanalyse ist in den meisten Fällen mit viel Aufwand verbunden. Wie hoch dieser Aufwand für Sie ausfällt, hängt mit der Zahl der Faktoren zusammen, die bei Geschäftsgründung oder -umzug ausreichend geprüft werden müssen. Sorgfalt und die Einbeziehung seriöser Daten ist dabei oberstes Gebot. Unterschieden wird bei der Standortanalyse zwischen harten und weichen Faktoren. Harte Standortfaktoren sind benenn- und messbar und lassen sich aus Daten ableiten.

Harte Standortfaktoren sind zum Beispiel:   

  • Arbeitsmarkt
  • Mietkosten
  • Lokale Abgaben und Steuern
  • Zahl der Mitarbeiter
  • Flächenangebot
  • Verkehrsanbindung

Weiche Standortfaktoren sind für die Analyse nicht minder wichtig. Dabei handelt es sich nicht um harte Fakten, sondern vielmehr um subjektive Einschätzungen wie etwa das Freizeit- und Kulturangebot oder Einkaufs- sowie Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor Ort, ebenso bezahlbare Mieten. Die Einschätzung und Bewertung dieser Faktoren werden von Unternehmen oft in die Standortanalyse einbezogen, um Fachkräfte zu generieren und an das Unternehmen zu binden. Andere weiche Standortfaktoren beziehen auf die Wettbewerbsfähigkeit – zum Beispiel die Konkurrenzsituation vor Ort, das Image des Standorts oder auch das Wirtschaftsklima am Firmensitz.

Prognose erstellen

Ziel einer Standortanalyse ist nicht nur, einen geeigneten Standort für Ihr Unternehmen zu finden. Sie dient auch dazu, eine Prognose abgeben zu können - darüber, ob sich Ihr Firmensitz auch künftig als rentabel erweist. Sie erfolgt demnach nicht statisch, sondern nach vorn gerichtet. Für diese Einschätzung fließen neben wirtschaftlichen Faktoren auch Überlegungen zur Bevölkerungsstruktur und Konsumgewohnheiten am Standort ein. Es geht auch darum, abzuschätzen, ob Veränderungen geplant sind, die sich auf das Unternehmen negativ auswirken können, zum Beispiel die Ausweisung neuer Baugebiete, Strukturveränderungen innerhalb von Ansiedlungen sowie geplante Großbaustellen. Die Prognose ist umso wichtiger, je länger Sie sich an den Standort binden (Mietkosten) und je höher die Investitionskosten für Sie ausfallen. Auch Expansionsmöglichkeiten an Ihrem zukünftigen Firmenstandort können für Sie von Bedeutung sein.

Für die Standortanalyse selbst gibt es verschiedene Verfahren. Die klassische Methode beginnt meist mit der Ausarbeitung der relevanten Standortanforderungen. Im zweiten Schritt werden die verschiedenen Standortfaktoren priorisiert, inwiefern sie bedeutsam für die Standortwahl sind. Anschließend werden Umfeld des künftigen Firmensitzes sowie mögliche Alternativen festgelegt. Im letzten Schritt werden Standortanforderungen und Standortbedingungen miteinander verglichen. Mittlerweile gibt es auch andere bewährte Verfahren, bei denen Nutzwertanalysen und Profilmethoden zum Einsatz kommen. Für eine zuverlässige Entscheidung müssen Ihre zuvor festgelegten Standortfaktoren natürlich durchweg positiv bewertet werden. Ein besonderes Augenmerk sollten Sie dabei auf die absatzorientierten Faktoren richten. Ist ein Standort gefunden, muss dieser im Geschäftsplan aufgeführt und erläutert werden. Dabei wird nicht nur die Lage des Firmensitzes, sondern es werden auch die Räumlichkeiten mit aufgeführt. Sinnvoll ist, wenn Sie im Businessplan nicht nur gute Argumente (Verkehrsanbindung, Kundennähe) aufführen, sondern auch Fotos der Räumlichkeiten und des Gebäudes sowie den Grundrissplan einarbeiten.

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