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Die 7 typischen Fallen bei der Existenzgründung (Teil 3): Laienhafte Finanzplanung

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Von Bettina Steffen,

Wenn Sie nicht gerade gelernter Buchhalter sind oder als Controller arbeiten, werden Sie dieses Thema am liebsten überspringen wollen. Tun Sie es nicht. Es ist für Ihre Existenzgründung von höchster Wichtigkeit. Es geht um Zahlen. Und Planung. Ein ungeliebtes Kind, ich weiß. Aber kein Weg führt daran vorbei, eine Existenzgründung finanziell exakt zu planen und diese Planung laufend zu überprüfen.

Wenn Sie nicht gerade gelernter Buchhalter sind oder als Controller arbeiten, werden Sie dieses Thema am liebsten überspringen wollen. Tun Sie es nicht. Es ist für Ihre Existenzgründung von höchster Wichtigkeit. Es geht um Zahlen. Und Planung. Ein ungeliebtes Kind, ich weiß. Aber kein Weg führt daran vorbei, eine Existenzgründung finanziell exakt zu planen und diese Planung laufend zu überprüfen.

 

Die Betonung liegt auf exakt. Nur mal eben Werte schätzen reicht für eine erfolgreiche Existenzgründung nicht aus. Und schummeln, etwa indem Sie Startkosten Ihrer Existenzgründung bewusst niedriger ansetzen oder das Eigenkapital höher, als in Wirklichkeit der Fall, führt Sie schnurstracks in die Problemzone. Vor allem beim Punkt „Lebenshaltungskosten“ wird bei so mancher Existenzgründung gar kein oder ein viel zu niedriger Wert angesetzt. Dabei müssen Sie davon ausgehen, dass bei einer Existenzgründung alle Ihre bisherigen Kosten wie Miete, Wohnnebenkosten, Essen, Trinken, Fahrzeug, Versicherungen etc. weiterlaufen.

 

Und dass während der Anlaufphase Ihrer Existenzgründung, also unter Umständen drei, sechs oder sogar 12 Monate lang Ihre Einnahmen nicht ausreichen, diese Kosten zu decken. Dazu kommen die Geschäftskosten - und das zusammen ergibt den laufenden Kapitalbedarf für Ihre Existenzgründung!
Sind Sie bei der Finanzierung auf Fördergelder angewiesen, muss der Business-Plan für Ihre Existenzgründung ebenso wenn nicht sogar noch genauer ins Detail gehen.
Denn die Geldgeber werden die Angaben, die Sie zu Ihrer Existenzgründung machen, genau auf den Prüfstand stellen und jeden Widerspruch aufdecken.
Zum Beispiel, wenn Sie bei einem Ladengeschäft überdurchschnittlich hohen
Umsatz pro Quadratmeter erzielen wollen, der deutlich von dem der Konkurrenz abweicht. Dann müssen Sie dann schon in Ihrem Existenzgründungskonzept genau erklären, wie Sie einen solchen überdurchschnittlichen Umsatz erwirtschaften
wollen.
Betrachten Sie also strenge Banker oder Berater nicht als Personen, die Ihnen bei Ihrer Existenzgründung um jeden Preis Steine in den Weg legen wollen, sondern als Helfer, die Sie unter Umständen vor großen Fehlern bewahren.
Und noch ein wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Existenzgründung: Zwingen Sie sich zur regelmäßigen Buchführung. Nicht nur wegen des Finanzamtes, sondern weil Sie selbst so stets über den Erfolg oder unter Umständen Misserfolg Ihres Unternehmens auf dem Laufenden sind.

Checkliste Existenzgründung: Planen statt improvisieren

Stichwort Finanzierung

  • Wie viel Startkosten brauchen Sie für Ihre Existenzgründung wirklich?
  • Wie hoch sind Ihre Lebenshaltungskosten?
  • Sind die Lebenshaltungskosten mindestens für sechs Monate mit einkalkuliert?
  • Existenzgründungs- und Lebenshaltungskosten zusammen: Wie hoch ist der gesamte Finanzierungsbedarf?
  • Woher kommt das Geld für die Deckung des gesamten Finanzierungsbedarfs für Ihre Existenzgründung?
  • Wie groß ist Ihr Eigenkapital wirklich?
  • Wie viel Geld müssen Sie als Fremdkapital aufnehmen?
  • Haben Sie alle möglichen Förderprogramme, die für Ihre Existenzgründung zur Verfügung stehen, ausgeschöpft?

 

Stichwort laufende Kosten

  • Führen Sie regelmäßig Buch, so dass Sie stets einen aktuellen Überblick über die finanzielle Situation Ihres Unternehmens haben?
  • Haben Sie ausreichende finanzielle Rücklagen, um zögerliche Zahlungen oder Zahlungsausfälle abfangen zu können?
  • Nutzen Sie Computerprogramme zur Liquiditätsplanung, um finanzielle Engpässe frühzeitig erkennen zu können?
  • Sparen Sie nicht an der falschen Stelle – suchen Sie sich bereits in einer frühen Phase Ihrer Existenzgründung einen kompetenten Steuerberater.

Lesen Sie auch die anderen Kapitel der Reihe: Die 7 typischen Fallen bei der Existenzgründung:

Die 7 typischen Fallen bei der Existenzgründung (Teil 4): Sich verzetteln

 

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