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Exit-Strategie: So bauen Sie eine Strategie für den Ausstieg auf

 
Exit-Strategien
Urheber: Martin Rettenberger | Adobe Stock

Erstellt:

Dieser Artikel beschreibt an fünf praktischen Bereichen, warum eine Exit-Strategie alternativlos ist und wie sie erfolgreich erarbeitet und implementiert wird. Die Abhandlung geht darauf ein, warum proaktive Planung und eine Strategie für einen zeitnahen Ausstieg wichtig sind, um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen und welche Voraussetzungen gegeben sein sollten.

Das Sprichwort: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist,“ ist vielen Menschen geläufig. Mit dem Sinnspruch soll ausgesagt werden, dass man bestimmte Dinge beenden sollte, solange man Erfolg hat oder solange die Chance besteht, ein positives Gefühl zu bewahren. Der Satz gilt für viele Alltagssituationen, beispielsweise für Partys und Familienfeiern ebenso wie im Business-Umfeld. Er findet ebenfalls Anwendung bei der Rücknahme von Produkten, im Management, bei Militärstrategien, an der Börse und bei der Bekämpfung von Pandemien.  

Definition Exit-Strategie – warum jeder Ausstieg strategisch geplant werden muss

Grundsätzlich verbindet man mit dem Begriff Exit-Strategie einen geplanten Ausstieg oder ein kalkuliertes Verhalten, um ein definiertes Ziel zu erreichen oder einen Schaden abzuwenden. Eine Exit-Strategie ist proaktiv und vorausschauend und versucht im Vorfeld alle Faktoren einzukalkulieren, die die Zielerreichung gefährden. Eine Exit-Strategie kann zusammenfassend als langfristiger Plan bezeichnet werden.

Ähnlich wie sich eine Unternehmensstrategie aus Visionen, Zielen und Maßnahmen zusammensetzt, ist bei einer Exitstrategie ebenfalls vorab festgelegt, wann der Ausstieg aus einem Unternehmen erfolgt oder die Beteiligung an einem Unternehmen abgestoßen wird. Alle strategischen Maßnahmen verfolgen das Ziel, den größtmöglichen Gewinn oder Erfolg zu erzielen oder Verluste zu minimieren.

Es gibt unterschiedliche Situationen im Wirtschaftsleben, in denen eine Exit-Strategie wichtig ist. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass jede Person die persönliche Ziele verfolgt, wie selbstverständlich mit Exit-Strategien in Berührung kommt. Eine Exitstrategie kann als „Plan B“ beschrieben werden und bezeichnet in den meisten Fällen den Punkt, an dem es Zeit ist, neue Wege zu gehen und aufgrund logischer Schlussfolgerungen einen eingeschlagenen Weg zu beenden.

Eine Exit-Strategie ist generell individuell. Sie muss spezifisch an die Gegebenheiten angepasst werden. Trotz dieser Tatsache ist es sinnvoll, erfolgreiche Exit-Strategien aus der Wirtschaft, der Politik, aus dem militärischen Bereich und aus anderen Lebenssituationen zu prüfen und von diesen zu lernen. Sie geben wertvolle Einblicke, wann und wieso ein Plan zum Ausstieg in den meisten geschäftlichen und privaten Lebensbereichen zweckmäßig und erfolgversprechend ist.

5 Beispiele für Exit-Strategien - 1. Wirtschaft: Wann Gründer sich aus einem Start-up zurückziehen sollten

In den letzten Jahren haben Start-ups in Deutschland durch die digitale Transformation und durch kreative Produktideen große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In Deutschland haben Start-ups wie N26, Seven Senders oder Horizn Studios ebenfalls den berühmten Weg vom „Tellerwäscher zum Millionär“ beschritten. Durch Fernsehshows wie „Die Höhle der Löwen“ wurden gleichzeitig viele Gründer mit innovativen Ideen einem Millionenpublikum vorgestellt. Mit den richtigen Investoren an ihrer Seite konnten viele Start-ups in kürzester Zeit Hunderttausende oder Millionen von Produkten verkaufen und hohe Umsätze und Gewinne realisieren.

Jeder erfolgreiche Gründer steht vor der Frage, wann der richtige Zeitpunkt erreicht ist, das eigene Unternehmen zu veräußern oder einen Großteil der Anteile an fremde Investoren zu übertragen. Eine plausible und faktenorientierte Exit-Strategie ist in diesem Moment für Gründer wichtig, um zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen. Das Gegenüberstellen von Chancen und Risiken mag ein Anlass sein, über einen Exit aus dem Unternehmen nachzudenken. Wenn ein Start-up ausschließlich mit Investoren skalierbare Umsätze erwirtschaften kann, rückt ein Ausstieg ebenfalls näher. Ein üppiges Kaufangebot, dass Gründern Millionenbeträge beschert, kann ebenso Auslöser sein, den Ausstieg aus dem Unternehmen zu beschließen.

Diese und weitere Gründe lassen Gründer über einen Exit aus ihrem Unternehmen nachdenken. Statt einer Bauchentscheidung sollte ein Ausstieg aus dem eigenen Start-up anhand rationaler Gesichtspunkte entschieden werden. Dies bedeutet unter anderem, Chancen und Risiken zu vergleichen und diese mit der persönlichen Lebensplanung und Fragen der Work-Life-Balance in Relation zu setzen.

Gründer, die einen Ausstieg aus ihrem Unternehmen planen, können sich fragen:

  • Funktioniert das Unternehmen ohne die Gründer oder sind Produkte und Dienstleistungen personenzentriert?
  • Kann zum aktuellen Zeitpunkt der beste finanzielle Benefit erzielt werden?
  • Wie viele Anteile sollen zu welchem Preis verkauft werden?
  • Wie stark ist der Gründer emotional mit dem Unternehmen verbunden?
  • Wie gut ist der Exit vorbereitet worden? Nimmt das Unternehmen beim Exit Schaden?

Anhand der Fragen ist nachvollziehbar, dass jeder Gründer eine Strategie zum Rückzug aus dem Unternehmen haben sollte. Gründer sollten definieren, wann aus persönlichen oder betrieblichen Erwägungen der beste Zeitpunkt für einen Ausstieg gegeben ist. Sie sollten ebenfalls festlegen, welches finanzielle Angebot reizvoll ist, um das eigene Unternehmen in fremde Hände zu geben.

Diese Möglichkeiten zum Ausstieg kommen für Gründer in Frage

Entscheidet man sich als Gründer grundsätzlich für das Anwenden einer vorab erarbeiteten Exit-Strategie, muss geprüft werden, wie Verkaufserlöse maximiert werden können. Viele erfolgreiche Start-ups haben einen Verkauf an einen strategischen Investor bevorzugt. Corporate Buyer sind zum Beispiel global agierende Konzerne, die ein Unternehmen aufkaufen und komplett in ihr Firmenkonstrukt integrieren.

Ein Exit durch einen sogenannten Leveraged Buyout erfolgt, wenn betriebsintern ein Gesellschafter oder Mitgründer aus dem Management bereit ist, weitere Unternehmensanteile zu kaufen und die Mehrheit im Unternehmen zu übernehmen. Ein Merger, eine Kooperation mit einem Mitbewerber, ist ebenfalls eine Exit-Strategie, die viele Start-ups erfolgreich verfolgt haben. Während sich der Gründer aus dem Unternehmen zurückzieht, übernimmt der ehemalige Konkurrent die operative Führung.

Ein Exit durch Börsengang könnte ebenfalls eine Option für überaus erfolgreiche Start-ups mit innovativen Produkten sein. Durch Einleiten des IPO-Prozesses initiiert der Gründer einen langsamen und geordneten Ausstieg aus dem operativen Geschäft, indem er persönliche Aktienpakete in Tranchen verkauft. Als IPO (Initial Public Offering) bezeichnet man einen Prozess, an dessen Ende der Verkauf von Aktien an der Börse und die Listung in einem Aktienindex steht.

Nicht jedes Start-up ist erfolgreich. Überwiegen die Risiken für die Zukunft, kann für das Management ein stiller Exit im Rahmen einer Liquidation ebenfalls ein gangbarer Weg sein. Gründer und Anteilseigner verteilen die Vermögenswerte des Unternehmens untereinander und geben die Geschäftstätigkeit auf, bevor es zu einschneidenden Verlusten kommt.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass jedes Start-up und jeder Gründer sich Gedanken um eine Exit-Strategie machen sollte. Mit der Exit-Strategie muss definiert werden, zu welchem Zeitpunkt und mit welcher Taktik Gründer erfolgreich aus ihrem Unternehmen aussteigen und mit der Veräußerung Erlöse erwirtschaften können. Ob Merger, ein Exit durch Leveraged Buyout oder ein Verkauf an einen strategischen Investor – entscheidend ist eine proaktive, faktenorientierte und durchdachte Strategie für den Exit.

2. Exit-Strategie im Militär – geordneter Truppenabzug beweist taktisches Geschick

Militärstrategen arbeiten ebenfalls mit Exit-Strategien. Ein praktisches Beispiel hierzu ist die NATO-Ausbildungsmission „Resolute Support“ in Afghanistan. Bis September 2021 haben die Vereinigten Staaten von Amerika angekündigt, ihre Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Die Bekanntgabe hat in Deutschland ebenfalls dafür gesorgt, dass ein Ausstieg aus der Mission „Resolute Support“ beschlossen wurde.

Seit Jahren fordern Politiker und Militärstrategen eine Exit-Strategie für Auslandseinsätze der Bundeswehr. Im Jahre 2019 gab der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai zu bedenken, dass die Afghanistan-Strategie umfassend geprüft werden müsste. Djir-Sarai forderte, eine Exit-Strategie zu formulieren, die in den Text des Mandats für die Bundeswehr aufgenommen werden sollte. Im Jahr 2010 wurde von der NATO erstmals eine Exit-Strategie für den Afghanistan-Einsatz festgelegt. Diese sah vor:

  1. Kampfhandlungen sukzessive beenden.
  2. Teile der Soldatenkontingente abziehen.
  3. Inländische Polizei und Armee übernehmen die überwiegenden Kampfhandlungen.
  4. Militärische Trainer übernehmen die restlichen Tätigkeiten im Land.

Zusammenfassend ist eine militärtaktische Exit-Strategie zielführend und gehört zum politischen Alltag. Sie definiert, wann definierte Ziele erreicht wurden und wann sich ein Land oder ein Militärbündnis aus einem Krieg zurückzieht. Die Gründe für eine Exit-Strategie sind aus militärischer Sicht vielfältig. Sie können sich auf die Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit, eine Minimierung der Kosten und auf den Schutz der eingesetzten Soldaten beziehen.

3. Exit-Strategie und Produktlebenszyklus – wann Unternehmen Produkte vom Markt nehmen müssen

Eine Exit-Strategie kommt ebenfalls zum Tragen, wenn ein Produkt die Phase der Sättigung erreicht hat und Umsatz und Marktanteil einbrechen. Grundsätzlich unterscheidet man Lebenszyklus eines Produkts fünf unterschiedliche Phasen. In der Launch- oder Einführungsphase werden vielfältige Anstrengungen vorgenommen, um den Artikel und dessen Vorteile bei der Zielgruppe zu adressieren. Gelingt es in der Einführungsphase, Interessenten und Konsumenten vom Produkt zu überzeugen, wird Wachstum generiert. Die Wachstumsphase ist ein dynamischer Prozess und wird durch den sogenannten Break-even-Point gekennzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt erzielt das Produkt weder Gewinne noch fährt es Verluste ein.

In der Reifephase, die den dritten Abschnitt des Produktlebenszyklus kennzeichnet, wird der maximale Umsatz erwirtschaftet. Die Reifephase kann viele Jahre dauern und erhebliche Gewinne für das Unternehmen bedeuten. Während der Umsatz auf dem höchsten Stand ist und die Konsumenten das Produkt nachfragen, kommt es am Ende der Reifephase erstmals zum Absinken der Umsatzzahlen.

Die Marktanteile sinken ebenfalls, da Mitbewerberprodukte oder ein weiterentwickeltes Alternativprodukt des Unternehmens stärker im Fokus der Zielgruppe sind. Die Reifephase endet mit Beginn der Sättigungsphase. In der Periode der Sättigung werden bei sinkendem Umsatz weiterhin Gewinne erzielt. Gleichzeitig wächst das Produkt trotz hoher Nachfrage auf dem Markt nicht weiter.

Die letzte Phase, bei der zwingend die Marktrücknahme eingeleitet werden muss, wird als Degenerationsphase bezeichnet. Die Umsätze sinken, die Kosten für Vertrieb und Werbung rechnen sich nicht mehr und das Produkt ist am Ende seines Lebenszyklus angelangt. Es muss vom Markt genommen werden und durch Alternativprodukte ersetzt werden.

Die fünf Phasen des Produktlebenszyklus machen deutlich, dass vorausschauende Unternehmen sich erstmals im Stadium der Markteinführung und spätestens in der Wachstumsphase mit einer zielführenden Exit-Strategie beschäftigen müssen. Um eine objektive Entscheidung treffen zu können, müssen Key Performance Indicators (KPI) sowie alle verfügbaren Produktkennzahlen fortlaufend analysiert werden. Unternehmen, die eine Exit-Strategie in den Launch-Plan eines neuen Produktes aufnehmen, sind in der Lage schneller und effektiver auf Marktveränderungen reagieren. Dieses Vorgehen gibt Unternehmensstrategen Zeit für die Entwicklung neuer Produkte und garantiert, dass ineffiziente Produkte zeitnah vom Markt genommen und ersetzt werden. Ohne Exit-Strategie und eine fortlaufende Analyse der KPI bleiben Produkte trotz erkennbarer Degeneration langfristig am Markt, verursachen hohe Kosten und schmälern den Unternehmensgewinn.

4. Exit-Strategie an der Börse – Mit Aktien die höchsten Gewinne erzielen und zeitnah aussteigen

Viele Anleger an der Börse verfolgen das Ziel, mit ihren gezeichneten Aktien hohe Gewinne zu erzielen. Sie setzen beispielsweise auf die sogenannten Tenbagger-Aktien, die ihren Wert im Laufe von Jahren verzehnfachen. Wer eine Gewinnmaximierung anstrebt und hohe Dividenden erzielen möchte, muss sich mit der Unternehmensbewertung und dem Geschäftsmodell des ausgebenden Unternehmens beschäftigen, bevor er eine Aktie zeichnet. Anleger benötigen neben realistischen Erwartungen an den Kurs einer Aktie ebenfalls eine Exit-Strategie. In dieser muss definiert sein, bei welchem Kurs oder welchen Marktgegebenheiten sie ihre Beteiligung am Unternehmen in Form von Aktien verkaufen.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet aus diesem Grund: „Wie schaffe ich es, hohe Kursgewinne einzufahren und gleichzeitig das Risiko von Kursverlusten zu minimieren? Viele Analysten raten, eine Aktie zu verkaufen, wenn diese nicht mehr unterbewertet ist. Ein fairer Wert kann beispielsweise am Umsatzmix abgelesen werden. Gleichzeitig besteht das Risiko, zu früh aus einem Aktieninvestment auszusteigen und infolge fehlender Risikobereitschaft auf Erträge zu verzichten.

Eine Exit-Strategie greift an der Börse vor allem, wenn hohe Gewinne mit einer Aktie eingefahren wurden und ein weiterer Wertzuwachs unrealistisch ist. Hat sich beispielsweise ein Aktieninvestment von 100.000 Euro innerhalb von zwei Jahren verdoppelt, kann in einem ersten Schritt die Hälfte der Aktien veräußert werden. Mit dieser Exit-Strategie wird die ursprüngliche Einlage gesichert. Ist absehbar, dass der Aktienwert fällt, ist es zielführend, die restlichen 50 % Aktien ebenfalls zu verkaufen und einen möglichst hohen Gewinn aus dem Aktiengeschäft mitzunehmen.

Zusammenfassend basiert eine Exit-Strategie an der Börse auf dem Ziel, durch Aktienkäufe und Verkäufe eine Gewinnmaximierung zu erreichen. Anleger benötigen Marktkenntnisse, Informationen über die Mitbewerber, Einblick in das Geschäftsmodell und Wissen über die spezifischen Chancen und Risiken, um ihr Invest professionell und erfolgversprechend zu platzieren.

5. Exit-Strategie im Gesundheitswesen – Rücknahme von Maßnahmen bei Pandemien

Die weltweite Corona-Pandemie ist ein nachvollziehbares Beispiel für die Notwendigkeit einer Exit-Strategie im Gesundheitswesen. Bei Pandemien oder nationalen Notlagen müssen Regierungen schnell und umfassend handeln, um Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurden in Deutschland vielfältige Maßnahmen verabschiedet, um Kontakte zu reduzieren und die Verbreitung von Covid-19 zu unterbinden und zu verlangsamen.

Mit Implementierung der Maßnahmen entstand die berechtigte Frage, ab welchem Zeitpunkt die Einschränkungen und Allgemeinverfügungen aufgehoben werden können. Maßnahmen wie das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, Schulschließungen oder das Verbot von privaten Treffen mit mehr als zwei Haushalten hat teilweise zu hitzigen Debatten geführt.

Die Bundesregierung verabschiedete Ende 2020 einen Stufenplan, der als Exit-Strategie beschreibt, ab welcher Corona-Inzidenz einzelne Maßnahmen gelockert werden können. Die Exitstrategie beinhaltet unter anderem die folgenden Öffnungsschritte:

  • Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 Neuinfektionen/100.000 Einwohner können
  • Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Freien sowie Kontaktsport in Innenräumen freigegeben werden.
  • Bei einer stabilen oder sinkenden 7-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 100 Neuinfektionen/100.000 Einwohner kann die Öffnung des Einzelhandels unter Auflagen erfolgen.

Eine Exit-Strategie bei Notlagen im Gesundheitswesen und Pandemien ist aus verschiedenen Gründen wesentlich. Zum einen dürfen die Bürgerrechte ausschließlich eingeschränkt werden, wenn eine Gefahr für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger besteht. Eine Exitstrategie beschriebt, wann Gesundheitsgefahren gegeben sind und wann Lockerungen erfolgreich können. Sie ist aus rechtlichen und ebenfalls aus psychologischen Erwägungen wichtig, da sie Perspektiven für Unternehmen und Privatpersonen aufzeigt. Ohne Exit-Strategie bei Pandemien verlieren Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die staatlichen Organe und können Entscheidungen und Maßnahmen, die Rechte einschränken, nicht nachvollziehen.

Fazit: Exit-Strategien müssen proaktiv verabschiedet und effektiv umgesetzt werden

Es gibt keinen Lebensbereich, in dem Exit-Strategien vernachlässigt werden können. In dem meisten Fällen werden für einen Exit andere Begriffe wie Ausstieg oder Austritt gewählt. Gemeint ist in jedem Fall, frühzeitig und aus objektiven Beweggründen zu planen, wann man ein Unternehmen verlässt, eine Maßnahme beendet oder eine Aktie verkauft.

Gründer von Start-ups überlegen beispielsweise frühzeitig, wann der beste Zeitpunkt für einen Unternehmensverkauf gekommen ist. Sie möchten hohe Gewinne durch einen Anteilsverkauf erzielen oder verfolgen das Ziel, das Unternehmen durch den Verkauf an einen Mitbewerber wettbewerbsfähig zu machen. Ähnlich funktionieren Exit-Strategien an der Börse. Nach hohen Gewinnen kann eine Exit-Strategie auf dem Aktienmarkt bedeuten, Gewinne mitzunehmen, bevor der Kurs der Wertpapiere stagniert oder sinkt. Ähnlich agieren Unternehmen, die Produkte nach dem Produktlebenszyklus bewerten und frühzeitig in der Launch-Phase eine vorausschauende Exitstrategie planen.

Im militärischen Bereich werden ebenfalls Exit-Strategien verfolgt. Sie verfolgen das Ziel, den Nutzen und die Risiken in einem Militäreinsatz abzuwägen. Gleiches gilt für Pandemien, wie beispielsweise die Corona-Pandemie. In einer Exit-Strategie wird festgelegt, zu welchem Zeitpunkt Maßnahmen zum Gesundheitsschutz zurückgenommen werden können. Die Exit-Strategie basiert in diesem Fall ebenfalls auf validen Daten, Informationen sowie Zahlen, anhand derer objektive Entscheidungen möglich sind.

Zusammenfassend gehören Exit-Strategien für die meisten Menschen zum alltäglichen Leben. Entscheidend ist, dass man den Ausstieg aus einem Arbeitsverhältnis, die Marktrücknahme eines Produktes oder den Verkauf eines Unternehmens frühzeitig plant und anhand von Kennzahlen, KPI und validen Informationen überprüft, wann ein Ausstieg sinnvoll ist. Im Management von Unternehmen müssen täglich Exit-Strategien erarbeitet werden. Zielführende Entscheidungen in Bezug auf Exit-Strategien tragen dazu bei, ein Unternehmen effizient, kostenbewusst, zukunftsorientiert und erfolgreich aufzustellen.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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