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So erstellen Sie Technische Dokumentationen fehlerfrei

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Arbeitssicherheit
Urheber: Coloures-pic | Fotolia

Von Günter Stein,

Die Technische Dokumentation enthält alle Unterlagen Ihrer Maschine. Ohne diese Dokumentation dürfen Sie sie nicht in Verkehr bringen. Besonders gefährlich: Begehen Sie hier Fehler, droht ein Verkaufsverbot und Schadensersatzklagen.

Was genau ist eine „Technische Dokumentation“?

Unter diesen Begriff fallen alle Dokumente, die Daten und Informationen zu einem technischen Produkt beinhalten. Beispiele: Bedienungsanleitungen oder Wartungsvorschriften. Für Sie in der Konstruktion gehören dazu insbesondere Planungsunterlagen, Risikobeurteilungen und die CE-Konformitätsbeurteilungen.

Wer ist die Zielgruppe?

Natürlich steht beim Thema Maschinensicherheit der Bediener im Mittelpunkt. Schließlich soll die Technische Dokumentation einen gefahrlosen Betrieb der Maschine gewährleisten. Teile der technischen Dokumentation richten sich aber nicht an den Kunden, sind aber zwingender Bestandteil. So z. B. Konstruktionsunterlagen, Berechnungen und nicht zuletzt die Risikobeurteilung.

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Personen, für die die Technische Dokumentation wichtig ist.

Was muss enthalten sein?

Die Technische Dokumentation Ihrer Maschine muss alles enthalten, was Sie benötigen, um sie erfolgreich in Verkehr bringen zu können.

Übersicht: Diese Dokumente schreibt die Maschinenrichtlinie vor

  • eine allgemeine Beschreibung der Maschine
  • Erläuterungen zur Funktionsweise
  • die Betriebsanleitung
  • Technische Zeichnungen
  • Schaltpläne
  • Dokumente zur Risikobeurteilung
  • Prüfberichte
  • die Zusammenstellung der angewandten Normen
  • die EG-Konformitätserklärung
  • unvollständigen Maschinen: Einbau- und/oder Montage-Erklärung
  • Bei Serienfertigung: Übersicht mit getroffenen Maßnahmen zur Fertigungskontrolle

Rechtsgrundlage dafür ist die Maschinenrichtlinie. Denn sie bestimmt, dass ohne Vorliegen der technischen Unterlagen Ihre Maschine weder in Betrieb genommen noch in Verkehr gebracht werden darf.

Oft müssen Sie neben der Maschinenrichtlinie noch weitere europäische Richtlinien beachten. Dazu gehören z. B. die ATEX-Richtlinie (Explosionsschutz), die Produktsicherheitsrichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie oder die Druckgeräterichtlinie, ebenso nationale Gesetze wie das Produkthaftungsgesetz, das Elektro- und Elektronikgerätegesetz.

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Sicherheit und Gesundheitsschutz dokumentieren

Mit der technischen Dokumentation müssen Sie die Zulassungsstellen in die Lage versetzen zu prüfen, ob Sie die geltenden CE-Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz berücksichtigt haben. Sie muss voll- ständig zur Verfügung stehen, bevor die Maschine ausgeliefert wird.

Achtung: Es ist nicht zulässig, dass eine Maschine erst ausgeliefert oder in Betrieb genommen wird, bevor Sie die Technische Dokumentation vorlegen. Ein späteres Einreichen ist nicht möglich.

Verkaufsstopp droht

Die Technische Dokumentation müssen Sie jederzeit den Marktüberwachungsbehörden vorlegen können. Fehlt die technische Dokumentation oder ist sie fehlerhaft, kann Ihr Unternehmen im Rahmen der Strafregelungen wegen Verstoßes gegen die Richtlinienbestimmungen bestraft werden, bis hin zum Verkaufsverbot.

Achtung: Ohne Technische Dokumentation dürfen Sie kein CE-Zeichen anbringen.

Ist eine Sprache vorgeschrieben?

Sie müssen für die Technische Dokumentation eine der 24 innerhalb der EU gültigen Amtssprachen verwenden. Eine Fassung in einer oder mehreren weiteren Sprachen ist nicht notwendig.

Wichtig: Diese Regelung gilt nicht für die Betriebsanleitung und auch nicht für die Konformitäts- oder Einbauerklärung. Sie benötigen eine Version in einer der Amtssprachen sowie ggf. eine Version in der Sprache des Landes, in dem die Maschine aufgestellt wird.

Technische Dokumentation kann vor Haftung schützen

Hat sich ein Bediener an Ihrer Maschine verletzt, kommt schnell das Thema Konstruktionsfehler und damit die Haftung Ihres Unternehmens auf. Das ist auch für Sie persönlich gefährlich. Denn Sie geraten intern schnell unter Druck. Mithilfe einer detaillierten Technischen Dokumentation können Sie nachweisen, dass Sie keinen Konstruktionsfehler begangen haben, und das Unternehmen vor Schadenersatzansprüchen schützen.

Nach der Erstellung

Die Aufbewahrungsfrist für die Technische Dokumentation beträgt entsprechend der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG 10 Jahre nach dem letzten Tag der Herstellung. Bei Serienmaschinen beginnt diese Frist nach der Erstellung der letzten Einheit. Ausnahme: EG-Baumusterprüfung. Hier gilt eine Frist von 15 Jahren.

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