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Kunde ist im Zahlungsverzug? Sie können vom Schuldner Verzugszinsen verlangen

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Von Astrid Engel,

Von Kunden, die im Zahlungsverzug sind, dürfen Sie Verzugszinsen verlangen. Im Verzug ist ein Kunde, wenn ...

Von Kunden, die im Zahlungsverzug sind, dürfen Sie Verzugszinsen verlangen. Im Verzug ist ein Kunde

  • am Tag nach dem Zahlungstermin, den Sie mit dem Kunden vereinbart haben,
  • wenn Sie keinen Zahlungstermin vereinbart haben, automatisch 30 Tage nachdem die Rechnung dem Kunden zugegangen ist und die Zahlung fällig wurde,
  • wenn Sie eine Zahlung angemahnt haben,
  • wenn der Kunde die Zahlung endgültig und ernsthaft verweigert.

Beachten Sie: Der Kunde kommt nur dann automatisch nach 30 Tagen in Verzug, wenn er Unternehmer ist. Verbraucher, müssen Sie zuvor in der Rechnung auf die 30-tägige Verzugsfrist hinweisen. Besser ist allerdings, wenn Sie in der Rechnung einen konkreten Zahlungstermin nennen.


Verzugszinsen sind zum 1.1.2009 stark gesunken

In welcher Höhe Sie Verzugszinsen verlangen können, ist gesetzlich geregelt (§ 247 BGB i. V.m. § 288 BGB). Grundlage ist der so genannte Basiszinssatz. Der wird 2- mal im Jahr - jeweils zum 1. Januar und zum 1. Juli - neu von der Bundesbank festgelegt. Seit dem 1.1.2009 beträgt er 1,62 % pro Jahr (vorher 3,19 %). Um die Verzugszinsen zu berechnen, schlagen Sie auf den Basiszinssatz

  • gegenüber Unternehmen 8 Prozentpunkte (= 9,62 % p. a.) und
  • gegenüber Verbrauchern 5 Prozentpunkte (= 6,62 % p. a.) auf.


Auch einen höheren Zinsschaden können Sie geltend machen

Wenn Sie als Unternehmer einen Kontokorrentkredit in Anspruch nehmen, können Sie vom Schuldner auch den Ersatz der Überziehungszinsen verlangen, die Sie aufgrund der verspäteten Zahlung zu leisten haben.

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Errechnen Sie den Betrag nach dem gleichen Schema wie oben, nur dass Sie anstelle der 6,62 % den Zinssatz Ihres Kontokorrentkredits einsetzen. Ihr Zinsschaden muss aber nachweisbar sein. Ihre Hausbank liefert Ihnen dazu auf Anfrage eine Zinspflicht-Bescheinigung.


Zu den Verzugszinsen Mahngebühren verlangen

Müssen Sie Ihrem Geld "hinterherlaufen", entstehen Ihnen Kosten, beispielsweise für Telefon, Porto und auch für Ihre Arbeitszeit. Die stellen Sie dem säumigen Kunden mit der zweiten Mahnung in Rechnung. Üblich sind dafür pauschale Gebühren von ca. 5 bis 10 Euro.

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