E-Auto Strom verbuchen

E-Auto im Betriebsvermögen

Elektroautos und E-Bikes im Fuhrpark bieten enorme Steuervorteile, bringen jedoch durch neue BMF-Richtlinien – wie den Wegfall der alten Ladepauschalen zugunsten der 34-Cent-Strompreispauschale – neue Herausforderungen bei der Abrechnung mit sich. Erfahren Sie hier, wie Sie die 0,25-Prozent-Regelung optimal nutzen, Ladekosten sicher ermitteln und Ihre Kfz-Betriebskosten im SKR 03 und SKR 04 korrekt verbuchen.
Inhaltsverzeichnis

Welche Vorteile E-Autos im Fuhrpark für Unternehmen bieten

Die Integration von Elektromobilität in den betrieblichen Fuhrpark ist längst nicht mehr nur eine Frage des ökologischen Gewissens, sondern eine strategische und wirtschaftliche Entscheidung. Für Unternehmen ergeben sich handfeste finanzielle Vorteile. Zum einen profitieren Betriebe von attraktiven steuerlichen Anreizen wie der Befreiung von der Kfz-Steuer und speziellen Sonderabschreibungen. Zum anderen sind die laufenden Betriebskosten für reine Elektrofahrzeuge in der Regel spürbar niedriger als bei vergleichbaren Verbrennungsmotoren. Dies betrifft sowohl die reinen Energiekosten pro gefahrenem Kilometer als auch den geringeren Wartungsaufwand, da Elektroantriebe weniger Verschleißteile besitzen.

Zusätzlich zahlt eine elektrifizierte Flotte direkt auf die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens ein. Angesichts wachsender Anforderungen an das ESG-Reporting und steigender Erwartungen von Geschäftspartnern sowie Kunden stärkt ein emissionsfreier Fuhrpark das Unternehmensimage erheblich. Nicht zuletzt sind E-Autos ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterbindung. Durch die sehr günstigen Versteuerungsregeln für die private Nutzung von Dienstwagen entsteht für Angestellte ein hoher finanzieller Anreiz, der bei Gehaltsverhandlungen oder im Recruiting ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein kann.

Welches Konto ist das richtige?

Auch wenn es intuitiv naheliegend erscheint, buchen Sie Ladestrom niemals auf Konten wie „Gas, Strom, Wasser“ (Konto 4240 im SKR 03 oder 6325 im SKR 04). Diese Konten sind den Raumkosten vorbehalten.

Strom für E-Fahrzeuge gehört ausnahmslos in die Kfz-Kosten (4530 im SKR 03 / 6530 im SKR 04).

Stromkosten des Elektroautos im Betriebsvermögen ermitteln & verbuchen

Prinzipiell erfassen Sie für ein Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeug die Kfz-Kosten genauso wie bei einem klassischen Firmenwagen mit Verbrennungsmotor. Abschreibungen, Versicherung, Wartung und Reparaturen buchen Sie regulär anhand der ausgestellten Rechnungen.

Bei den Stromkosten gibt es jedoch eine Besonderheit: Im Gegensatz zu Benzin oder Diesel erhalten Sie bei Ladevorgängen an der heimischen Wallbox oder auf dem Betriebsgelände keine klassische „Tankquittung“. Laden Sie Ihr Fahrzeug an einer öffentlichen Schnellladesäule, erhalten Sie eine reguläre Rechnung oder Abrechnung über eine Ladekarte. Diese buchen Sie als reguläre Kraftstoffkosten auf das Konto „Laufende Kfz-Betriebskosten“.

Sie müssen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass Sie die Stromkosten, die durch Ihr Fahrzeug verursacht werden, in zutreffender Höhe ermitteln können, damit Sie sie auf das Konto „Laufende Kfz-Betriebskosten“ (4530 im SKR 03 oder 6530 im SKR 04) buchen können.

Praxisbeispiel

Sie haben im Januar 2026 ein reines Elektrofahrzeug als Firmenwagen erworben. Sie laden das Fahrzeug abends, wenn Sie nach Hause kommen, in Ihrer privaten Garage auf, damit es für den Tag genug Energie zur Verfügung hat. Sie haben dafür im Jahr 2026 Stromkosten von 800 € zuzüglich 152 € Umsatzsteuer ermittelt, die Sie über Ihre normale Stromrechnung von Ihrem privaten Konto bezahlt haben.

Dann buchen Sie wie folgt:

SKR 03

KontoBezeichnungBetrag
4530Laufende Kfz-Betriebskosten800,00 €
1576Abziehbare Vorsteuer 19 %152,00 €
an 1890Privateinlagen952,00 €

Wenn Sie mit Steuerschlüssel buchen:

KontoBezeichnungBetrag
904530PKW952,00 €
an 1890Privateinlagen952,00 €

SKR 04

KontoBezeichnungBetrag
6530Laufende Kfz-Betriebskosten800,00 €
1406Abziehbare Vorsteuer 19 %152,00 €
an 2180Privateinlagen952,00 €

Wenn Sie mit Steuerschlüssel buchen:

KontoBezeichnungBetrag
906530PKW952,00 €
an 2180Privateinlagen952,00 €

3 Wege zur Ermittlung des Stromverbrauchs beim Laden zu Hause

Laden Sie das Elektroauto abends in Ihrer privaten Garage, stellt sich die Frage, wie Sie den betrieblich veranlassten Stromverbrauch von Ihrem privaten Haushaltsstrom trennen. Seit dem Jahr 2026 gibt es keine pauschalen, steuerfreien Auslagenersätze (früher 70 bzw. 35 Euro monatlich) mehr. Sie haben nun folgende Möglichkeiten:

Variante 1: Einheitliche Strompreispauschale (Gesetzliche Neuregelung ab 2026)

Die aktuell von der Finanzverwaltung präferierte Methode ist die Erstattung über eine einheitliche Strompreispauschale für die exakt nachgewiesene geladene Strommenge. Für das Jahr 2026 beträgt diese Pauschale 34 Cent je nachgewiesener Kilowattstunde (kWh). Die Ladeeinrichtung (Wallbox) muss dafür in der Lage sein, die geladenen kWh genau aufzuzeichnen, zum Beispiel über einen MID-zertifizierten Zähler oder eine intelligente Wallbox.

Variante 2: Die separate Ladeeinrichtung (Spitze Abrechnung)

Die sicherste und sauberste Lösung ist die Installation einer festen Ladestation (Wallbox) mit einem eigenen Stromzähler, der separat über den Stromversorger abgerechnet wird. Die Installationskosten für die Wallbox sind als Betriebsausgabe abziehbar. Erhalten Sie vom Versorger eine einheitliche Rechnung für Haus und Garage, teilen Sie die Kosten anhand des exakten Zählerstands auf (spitze Abrechnung).

Variante 3: Die rechnerische Ermittlung

Können Sie die Strommenge nicht exakt über eine Wallbox auslesen, bleibt oft nur die rechnerische Ermittlung anhand der technischen Verbrauchswerte (WLTP-Wert) und der zurückgelegten Kilometer (Fahrtenbuch). Diese Methode ist fehleranfällig und bietet bei Betriebsprüfungen häufig Angriffsfläche. Von pauschalen Schätzungen des Mehrverbrauchs auf der heimischen Stromrechnung ist dringend abzuraten, da das Finanzamt diese in der Regel verwirft.

Fahrten zur Ladesäule: Privat oder betrieblich?

Damit ein E-Fahrzeug am nächsten Tag einsatzbereit ist, wird es häufig über Nacht geladen. Doch was gilt, wenn Sie mit dem Firmenwagen auf dem Weg nach Hause noch einen Umweg fahren, um an einer öffentlichen Ladesäule Strom zu tanken?

Grundsätzlich gilt eine Fahrt zwischen Wohnung und Betriebsstätte nur eingeschränkt als betrieblich veranlasst (Ansatz der Entfernungspauschale von 0,30 Euro). Ein reiner Umweg zur Tankstelle – und das gilt in der Regel auch für die Ladesäule – wird jedoch in der Praxis als betrieblich veranlasst angesehen. Die Kosten (bzw. Kilometer) für diesen Umweg sind somit voll abziehbar. Befindet sich die Ladesäule direkt auf Ihrem regulären Arbeitsweg, bleibt es beim Ansatz der reinen Entfernungspauschale. Das gilt auch, wenn Sie ohnehin zu Hause an der heimischen Wallbox laden.

Die 0,25- und 0,5-Prozent-Regelung für E-Autos und Hybride

Nutzt der Unternehmer oder Mitarbeiter den Elektro-Firmenwagen auch privat, muss hierfür ein geldwerter Vorteil ermittelt und versteuert werden. Der Gesetzgeber fördert E-Autos dabei weiterhin massiv. Anstelle der bei Verbrennern üblichen 1-Prozent-Regelung gelten für Elektrofahrzeuge im Jahr 2026 deutlich günstigere Faktoren.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die aktuell geltenden Bemessungsgrenzen:

AntriebsartVersteuerung (Geldwerter Vorteil)Bruttolistenpreis-Grenze / Bedingungen (Stand 2026)
Reines Elektroauto (BEV)0,25 %Bruttolistenpreis (BLP) bis maximal 100.000 €
Reines Elektroauto (BEV)0,5 %Bruttolistenpreis (BLP) über 100.000 €
Plug-in-Hybrid (PHEV)0,5 %Elektrische Mindestreichweite 80 km ODER max. 50 g CO2/km
Verbrenner / Mild-Hybrid1,0 %Keine spezifischen Vorgaben

Hinweis zum Listenpreis

Maßgeblich für die 100.000-Euro-Grenze ist immer der Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung, inklusive werksseitiger Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Tatsächliche Rabatte, staatliche Förderungen oder günstige Leasingraten mindern die Berechnungsgrundlage nicht. Steigt der Listenpreis eines bestellten Fahrzeugs zwischen Bestellung und Auslieferung über 100.000 Euro, fallen Sie automatisch in die teurere 0,5-Prozent-Regelung.

Buchungsbeispiele für die laufenden E-Auto-Kosten (Strom)

Beispiel: Sie haben im Januar 2026 ein reines Elektrofahrzeug als Firmenwagen erworben. Sie laden das Fahrzeug abends in Ihrer privaten Garage an einer aufzeichnenden Wallbox auf. Sie rechnen monatlich über die gesetzliche Strompreispauschale (34 Cent/kWh) gegenüber Ihrem Unternehmen ab. Im Jahr 2026 haben Sie so eine Summe von 800 Euro als Auslagenersatz berechnet, den Sie als Unternehmer privat aus eigenen Mitteln (über die private Stromrechnung) vorfinanziert haben. Da es sich hier um die Erstattung eines pauschalierten Aufwands an den Unternehmer ohne Vorsteuerausweis handelt, entfällt der Vorsteuerabzug.

Buchung im SKR 03:

  • 4530 (Laufende Kfz-Betriebskosten) an 1890 (Privateinlagen) – 800,00 €

Buchung im SKR 04:

  • 6530 (Laufende Kfz-Betriebskosten) an 2180 (Privateinlagen) – 800,00 €

Clevere Alternative: Steuervorteile bei E-Bikes und Dienstfahrrädern

Neben Elektroautos bieten im Jahr 2026 auch Dienstfahrräder und E-Bikes (Pedelecs bis 25 km/h) enorme Steuervorteile für Unternehmer und Mitarbeiter und sind ein zunehmend beliebter Fuhrpark-Benefit. Wird ein Dienstfahrrad oder E-Bike den Mitarbeitern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen, ist die private Nutzung für den Arbeitnehmer komplett steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 37 EStG).

Wird das E-Bike hingegen per Gehaltsumwandlung finanziert (der Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts zugunsten der Leasingrate), greift wie beim E-Auto die günstige 0,25-Prozent-Regelung. Es muss also monatlich nur ein Viertelprozent des auf volle 100 Euro abgerundeten Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Zusätzlich profitieren Mitarbeiter davon, dass sie die Entfernungspauschale für den Arbeitsweg in der Steuererklärung (aktuell 38 Cent pro Kilometer ab 2026) in voller Höhe geltend machen dürfen, obwohl sie das Rad vom Unternehmen gestellt bekommen.

Für Unternehmer und Selbstständige gilt: Liegt die betriebliche Nutzung über 10 Prozent, können die monatlichen Leasingraten und laufenden Kosten eines E-Bikes als Betriebsausgaben abgesetzt werden.