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Empfehlungswerbung „Tell a friend“ jetzt verboten: Hier ist die Alternative für Sie!

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Folgende Leserfrage erreichte kürzlich unsere Redaktion: Da wir Endkunden beliefern, haben wir etliche Produkt- und Fanseiten aufgebaut, die samt und sonders mit einem „Weiterempfehlen“-Button ausgestattet sind. Nun hat der Bundesgerichtshof das wohl verboten, wie unser Marketingleiter sagte. Stimmt das – und wie können wir trotzdem auf Kundenempfehlungen setzen?

„Besser verkaufen”: Die Möglichkeiten der Online-Werbung machen es scheinbar leicht, nahezu unbegrenzt Kunden zu erreichen. Sei es via Google-Werbung, über Facebook oder auch über Empfehlungsmarketing.

Doch genau diese Art der Werbung ist jetzt durch ein neues Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht mehr ganz so einfach möglich. Da hat Ihr Marketingleiter leider Recht. Aber es gibt eine Alternative. Doch der Reihe nach:

Das Anfang November veröffentlichte BGH-Urteil (Urteil vom 12.9.2012, Az. I ZR 208/12) dreht sich um ein Unternehmen, das in seine Webseite einen „Weiterempfehlen“-Button integriert hatte.

Eine solche „Tell a friend“-Funktion ermöglicht es den Website-Besuchern, Freunden die Seite zu empfehlen. Das funktioniert in etwa so:

Gibt ein Nutzer seine E-Mail-Adresse und die einer anderen Person ein, sendet die Internetseite automatisch eine E-Mail an diese andere Person. Im entschiedenen Fall enthielt dieser außer einem Hinweis auf die empfohlene Website keinen Inhalt.

Doch ein Webseiten-Besucher empfahl die Seite ausgerechnet einem Anwalt – der sofort klagte. Er fühlte sich belästigt und beschwerte sich bei dem Unternehmen. Das versprach, ihn zu sperren.

Trotzdem erhielt er weitere Empfehlungen durch Dritte. Also klagte er auf Unterlassung. Der BGH entschied:

  1. Das Versenden unerbetener Werbemails stellte eine erhebliche Belästigung mit Werbung dar.
  2. Das gilt auch für Empfehlungsmails.
  3. Dass diese Mail durch einen fremden Dritten ausgelöst wird, spielt keine Rolle. Entscheidend ist allein der Zweck der Empfehlungsfunktion. Diese ist es, andere Personen auf die Leistung der Beklagten aufmerksam zu machen.
  4. Das Unternehmen selbst (und nicht etwa derjenige, der die Empfehlungsfunktion ausgelöst hat) haftet als Täter. Denn der E-Mail-Versand beruht auf der aktiv bereitgestellten Weiterempfehlungsfunktion.

Die Folgen des Urteils

Eine „Tell a Friend“-E-Mail gilt demnach als Werbemail, die – wenn keine ausdrückliche Einwilligung des Empfängers vorliegt – als eine „unzulässige Belästigung“ im Sinne des Wettbewerbsrechtes gilt (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG).

Das heißt: Wenn Sie dieses Empfehlungsprinzip nutzen, können sie von Wettbewerbern und Abmahnvereinen mit einer Abmahnung bedacht werden.

Die wirksame Alternative: Positive Bewertungen sammeln!

Aktiv an neue Kunden kommen Sie vor allem über Google-AdWords-Werbung – also indem Sie dort „Kleinanzeigen“ schalten. Wenn Kunden oder Interessierte die entsprechenden Suchbegriffe eingeben, erscheint Ihre Anzeige. Doch was fast noch viel wichtiger ist:

An positiven Bewertungen im Web führt heute kein Weg mehr vorbei. Denn ein großer Teil Ihrer möglichen Kunden zieht heute andere Kunden zurate.

Sprich: Er befragt das Internet und informiert sich über die Bewertungen, die Ihr Unternehmen oder einzelne Ihrer Produkte erfahren haben. Und je mehr positive Bewertungen Sie präsentieren, umso besser. Denn:

Für Google als Suchmaschine ist in der Anzeige die Kundenbewertung ein wichtiges Merkmal! Suchen Nutzer mit dem Smartphone ein Unternehmen über die Google-Web-Suche oder Google Maps, zum Beispiel über das Google-Branchenbuch für Unternehmen Google Places, dann werden neben dem Namen, der Adresse und Telefonnummer, der Lage und Entfernung heute ebenfalls Kundenbewertungen angezeigt.

Wie geht Google vor?

Google analysiert Bewertungsprotale und zeigt die Bewertung für Unternehmen bei den Suchtreffern an, wenn bereits mehr als 30 Bewertungen vorliegen, die mindestens die Note 3 enthalten.

So animieren Sie Ihre Kunden zu Bewertungen

In Ihren Geschäftsräumen

Legen Sie Kärtchen aus, auf denen Sie auflisten, wo Ihre Kunden Sie bewerten können.

Auf Ihrer Website

Veröffentlichen Sie die Links zu den Bewertungsportalen, auf denen Ihr Unternehmen angemeldet ist, und fordern Sie Ihre Website-Besucher zum Bewerten auf. Dabei müssen Sie aber darauf achten, dass der bloße Link allein nicht genügt.

Besser ist es, Ihren Website-Besuchern auch im Einzelnen zu erklären, was sie auf einem Bewertungsportal tun können und wie es funktioniert.

Was Sie nie tun sollten: Geld oder andere Belohnungen für positive Bewertungen in Aussicht stellen. Dazu das OLG Hamm:

„Die Verwendung bezahlter Zuschriften ist unzulässig, wenn auf die Bezahlung nicht ausdrücklich hingewiesen wird (Köhler/Bornkamm, UWG, 28. Aufl., § 5 Rn. 2.164).“

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