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Steuer: Neues Urteil zu Betriebsveranstaltungen

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Von dgx,

Dass Verkaufserfolge gefeiert werden dürfen, versteht sich in vielen Betrieben von selbst. Doch wie so häufig hat der Fiskus auch hier sein Händchen im Spiel. Ein ganz neues Urteil macht dies noch einmal (schmerzhaft) deutlich.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie nur maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr veranstalten, fallen für die aufgewendeten Kosten für Ihre Vertriebs- und Verkaufsmitarbeiter dann keine Steuern und Sozialabgaben an, wenn die aufgewendeten Kosten den Betrag von 110 Euro je Mitarbeiter (inklusive Umsatzsteuer) nicht übersteigen.

Die 110-Euro-Grenze ist fix erreicht! Überschreiten Sie sie auch nur um einen einzigen Cent, wird aus der steuer- und abgabenfreien Zuwendung eine lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtige.

Wichtig: Mit den maximal 110 Euro pro Arbeitnehmer müssen sämtliche Kosten der Feier oder des Betriebsausflugs abgedeckt sein.

Das heißt auch: Überreichen Sie Ihren Vertriebsmitarbeitern anlässlich einer betrieblichen Feier kleine Geschenke, bleiben diese im Wert bis zu 40 Euro (einschließlich Umsatzsteuer) steuerfrei. Das Geschenk gilt dann noch als Aufmerksamkeit. Beachten Sie aber, dass der Wert des Geschenks in die 110 Euro pro Arbeitnehmer pro Jahr einzurechnen ist.

Wenn Angehörige teilnehmen

Nehmen an Ausflug oder Feier auch die Angehörigen Ihrer Arbeitnehmer teil, müssen Sie dann unter Umständen die Veranstaltungskosten mit besonders spitzem Bleistift kalkulieren. Denn die 110-Euro-Grenze gilt nicht etwa pro Teilnehmer, sondern auch dann weiterhin pro Arbeitnehmer.

Jetzt wird die 110-Euro-Grenze noch wichtiger

In einem am 9. März 2011 veröffentlichten Urteil entschied der Bundesfinanzhof: Übersteigen die Aufwendungen für Ihre Feier die 110-Euro-Grenze, können Sie keinen Vorsteuerabzug für die die Freigrenze überschreitende Betriebsausflugs-Aufwendungen geltend machen (BFH, Urteil vom 9.12.2010, Az. V R 17/10). Das heißt: Ihr Vorsteuerabzug ist dann futsch.

Das ist eine komplette Kehrtwendung!

Nach der bisherigen Rechtsprechung war Ihr Unternehmen bislang zum Vorsteuerabzug berechtigt, hatte aber eine Entnahme zu versteuern. Diese Rechtsprechung hat der BFH nun komplett aufgegeben!

Konsequenz: Bei Überschreiten der Freigrenze besteht kein Anspruch auf Vorsteuerabzug mehr. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass wenigstens die bisherige Entnahmebesteuerung ausbleibt.

Die Lösung: Wenn Sie für Ihre Verkaufs- und Vertriebsmitarbeiter etwas Besonderes planen und ein Überschreiten des Kostenrahmens befürchten, können Sie trotzdem Beitragsfreiheit und Vorsteuerabzug retten: durch eine Zuzahlungsvereinbarung.

Diese können Sie von Ihren Mitarbeitern, aber beispielsweise auch nur von den Angehörigen und Gästen verlangen. Entscheidend ist allein, dass es Ihnen dadurch gelingt, die Kosten pro Arbeitnehmer auf maximal 110 € zu drücken.

Wichtig: Ihre Arbeitnehmer müssen diese Selbstverpflichtung erklären, bevor die Betriebsveranstaltung stattfindet. Geschieht dies erst hinterher, wird die Selbstverpflichtung vom Finanzamt nicht anerkannt. Für die Selbstverpflichtung bietet sich folgende Formulierung an:

"Übersteigen die Zuwendungen anlässlich der Betriebsveranstaltung am ... je Arbeitnehmer den Betrag von 110 €, verpflichte ich mich, den übersteigenden Betrag, der auf mich entfällt, selbst zu tragen. Dieser wird bei der nächsten Lohnabrechnung von meinem Nettogehalt abgezogen."

Und wenn die Grenze überschritten wird - ohne eine solche Verpflichtung der Arbeitnehmer?

Dann können Sie nach der neuen BFH-Rechtsprechung zwar den Vorsteuerabzug für den übersteigenden Teil nicht mehr retten - wohl aber die Beitrags- und Sozialversicherungsfreiheit für die Arbeitnehmer: indem Sie den übersteigenden Teil pauschal mit 25 % je Arbeitnehmer versteuern

So rechnen Sie richtig

Mit den maximal 110 Euro pro Arbeitnehmer müssen sämtliche Kosten der Feier oder des Betriebsausflugs abgedeckt sein, also insbesondere die Kosten für

  • Speisen, Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten,
  • Fahrtkosten und etwaige Übernachtungen,
  • Eintrittskarten für Museen und Veranstaltungen,
  • kleine Präsente,
  • Aufwendungen für den äußeren Rahmen der Weihnachtsfeier (z. B. Raummiete, künstlerische Darbietungen, Musik).
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