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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Angespannte Lage: Einkäufer haben einen schweren Job zu machen

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Von dgx,

Anleger, die mit Agrarrohstoffen auf satte Rendite setzen, verzerren das Missverhältnis von steigender Nachfrage und sinkendem Angebot weiter. Baumwolle war z. B. im März 2011 so teuer wie zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs.

Bevölkerungswachstum, schrumpfende Ackerflächen und steigende Energiepreise halten die Preisspirale am Drehen

Und das ist immerhin 150 Jahre her! Aber auch bei anderen Agrarprodukten ist die Mechanik von Angebot und Nachfrage so gut wie außer Kraft gesetzt. Dank einer Politik des billigen Geldes wie in China und den USA spielen Rohstoffpreise kaum noch eine Rolle. Es wird gekauft, was das Zeug hält.
Hauptsache, die gewünschten Mengen können geliefert werden. Da ist es geradezu nur logisch, dass an den Rohstoffbörsen nicht Metalle, Kohle oder Öl als lukrative Zukunftsmärkte gehandelt werden, sondern Mais, Zucker und Weizen.

Lang anhaltender Trend

Gerechterweise muss gesagt werden, dass die viel gescholtenen Spekulanten nur als Verstärker für bestehende Trends wirken. Sie selbst können diese Trends aber nicht erzeugen, von kriminellen Machenschaften einmal abgesehen.
Und dieser Preistrend geht bei Agrargütern seit 2008/09 eindeutig nach oben, wie der monatlich herausgegebene Nahrungsmittelpreis- Index der Nahrungsmittelorganisation der Vereinten Nationen (FAO, www.fao.org) beweist.

Die Preise schmecken nicht jedem

So hat die Hilfsorganisation Oxfam (www.oxfam.de) herausgefunden, dass Verbraucher vor allem in den Schwellenländern wegen steigender Lebensmittelpreise bereits ihre Essgewohnheiten verändert haben. Immer mehr Menschen hätten Angst, sich bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr leisten zu können, beklagte Oxfam-Sprecherin Marita Wiggerthale in Berlin.
Die größten Veränderungen gäbe es laut Oxfam in Südafrika, wo 87 % der Befragten (16.000 waren es in 17 Ländern) angaben, nicht mehr das zu essen, was sie noch vor 2 Jahren auf Tisch und Teller gehabt hätten, weil ihnen schlicht das Geld dazu fehle.

Die Politik ist gefragt

Dass die so genannten Softcommodities (engl.: Ware, Artikel) nicht irgendwelche Rohstoffe sind, sondern die Lebensrohstoffe schlechthin, dämmert inzwischen vielen Regierungshäusern dieser Welt. So hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, derzeit amtierender Vorsitzender der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, Ende Juni 2011 vorgeschlagen, die Rohstoffmärkte zu regulieren, um sie vor Verzerrungen und Spekulationen zu schützen - und letztendlich vor ungerechtfertigten Preissteigerungen.
Sarkozy nannte in diesem Zusammenhang auch die in die Irre gelaufene Biosprit-Politik der EU. Die Verwendung von Mais, Zucker und anderen Softcommodities für die Ethanol- und Biodieselherstellung in Europa sowie in Süd- und Nordamerika hätte faktisch eine Kopplung der Nahrungsmittelpreise an die Erdölnotierungen geschaffen. Ein Automatismus, der geradezu teure Lebensmittel herausfordere.
Beachten Sie: Unerwähnt ließ Sarkozy, dass ein Zuviel an politischer Intervention aber auch eine simple Manipulation der Rohstoffpreise bedeuten kann, wie in Russland gerade erst geschehen. Als dort im vergangenen Sommer Dürre und Brände einen Großteil der Weizenernte vernichteten, verhängte der Kreml kurzerhand ein Exportembargo.
Mit dem gewünschten Effekt, dass die Binnenpreise für Weizen in Russland fielen. Für den Welthandel aber bedeutete das Embargo, dass auf dem ohnehin knappen Markt von heute auf morgen der drittgrößte Weizenlieferant ausfiel.

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