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Brexit: Die Auswirkungen auf einen der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Exporteure

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Urheber: destina | Fotolia

Von Alexander Oettgen,

Großbritannien stimmt für den EU-Austritt. Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sind zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer vorherzusagen. Doch es drohen weitreichende Einschränkungen für den drittwichtigsten Absatzmarkt für deutsche Exporteure

Die deutsche Wirtschaft reagiert bestürzt auf das Votum der Briten, die für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt haben. Insgesamt arbeiten in Großbritannien fast 400.000 Beschäftigte in Niederlassungen deutscher Firmen.

Brexit: Womit Deutschlands exportierende Betriebe rechnen müssen

Im vergangenen Jahr verkauften deutsche Unternehmen Waren im Wert von 90 Milliarden Euro an Großbritannien. Durch einen Austritt aus der EU kommen plötzlich wieder neue Hürden ins Spiel, die eigentlich lange abgeschafft waren.

Wahrscheinliche Konsequenzen des Brexit

Vor allem langfristig kann ein Austritt von Großbritannien aus der EU zu Handelshemmnisse führen. Mögliche Ursachen sind: 

  • der zunehmende Bürokratie-Aufwand
  • es entwickeln sich unterschiedliche Standards in Sachen Produktsicherheit
  • Probleme, Personal zwischen den Standorten auszutauschen, da die Regeln der Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht mehr gelten

Besonders stark ist die deutsche Automobilbranche gefährdet, da das Vereinigte Königreich hier der größte Exportmarkt ist. Jedes fünfte Auto, das deutsche Hersteller ins Ausland verkaufen, geht nach Großbritannien. Hier drohen umfangreichere Zulassungsverfahren, die zeit- und kostenintensiv ausfallen können.

Mögliche, aber unwahrscheinlichere Konsequenzen des Brexit

Im schlimmsten Fall werden Exportgeschäfte wieder deutlich teurer, weil Zölle auf Waren erhoben oder Einfuhrbeschränkungen beschlossen werden. Auch die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden müsste neu verhandelt werden.

Wahrscheinlicher ist ein Status, wie ihn die Schweiz und Norwegen haben. Dabei hemmen zwar keine Zölle den Handel, dafür aber nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie Anmeldeformalitäten oder technische Vorschriften.

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Ausblick: Was Deutschland durch den Brexit sonst noch droht

Der Brexit könnte zugleich das Ende Großbritanniens in seiner jetzigen Form bedeuten - denn sowohl Schottland als auch Nordirland könnten das politische Bündnis mit England verlassen. Während Schottland schon seit längerem die Unabhängigkeit anstrebt, wird über eine Wiedervereinigung Nordirlands mit Irland spekuliert. Beide Szenarien wirken sich wieder auf Deutschlands Export-Geschäft aus.

Gibt es auch Profiteure eines Brexit?

Neben Finanzspekulanten können auch Industrien von einem Brexit profitieren. Ein Ausschluss Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt könnte für die chemische Industrie Wettbewerbsvorteile und ein zusätzliches Wachstum von 0,5 bis zu einem Prozent ausmachen (Bertelsmann-Studie).

Wie lange würde es dauern, bis der Austritt vollzogen ist?

Laut EU-Vertrag sind die europäischen Verträge ab der Austrittserklärung Großbritanniens noch zwei Jahre lang anwendbar. Diese Frist kann durch die Mitgliedsländer noch verlängert werden.

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