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Zolllager – die bessere Lösung

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Urheber: Andreas Scholz | Fotolia

Von Jens Holtmann,

Für Beschaffungen aus Nicht-EU-Staaten bieten die verschiedenen Lagertypen große Einsparpotenziale. Welche das sind, zeigen wir Ihnen hier.

Der Regelfall einer Verzollung heißt im Beamtendeutsch „Überführung in den freien Verkehr“. Wortwörtlich: „Die eingeführten Waren sind nach der Warenerfassung durch die Zollstelle zur Überführung … anzumelden.“ Verfahrenstechnisch kann diese Anmeldung schriftlich, elektronisch, mündlich oder konkludent erfolgen (konkludent = rechtswirksames Verhalten).

Nach Abschluss des Zollverfahrens dürfen Sie über Ihre Lieferware, die dann den Status einer Gemeinschaftsware hat, frei verfügen. Vorausgesetzt, die Waren und Güter verbleiben in der EU („gehen in den gemeinschaftlichen Wirtschaftskreislauf ein“) und Sie haben alle anfallenden Abgaben wie Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, besondere Verbrauchsteuern usw. bezahlt.

Die Sonderfälle einer Verzollung

Doch wie überall gibt es auch bei der Verzollung zu jeder Regel mindestens eine Ausnahme. Das sind die wichtigsten:

  • Aktive Veredelung. Für Nichtgemeinschaftswaren, die in der EU nur weiterverarbeitet (veredelt) werden, um sie anschließend wieder zu verlassen, fallen keine Einfuhrabgaben an.
  • Passive Veredelung. Für Gemeinschaftswaren, die außerhalb der EU veredelt wurden und wieder eingeführt werden sollen, sind je nach Veredlungsgrad ermäßigte Zollsätze zu zahlen.
  • Umwandlung. Nichtgemeinschaftswaren können unter bestimmten Voraussetzungen bearbeitet (umgewandelt) werden, um in den Genuss günstigerer Zolltarife zu kommen.
  • Versandverfahren. Die Verzollung einer Lieferung findet nicht an der EU-Grenze statt, sondern im Landesinneren. Das erleichtert nicht nur den Einkäufern die Arbeit (Warenkontrolle in Betriebsnähe), sondern auch den Zollämtern(Entlastung der Grenzzollstellen).
  • Zolllagerverfahren. Waren können an bestimmten Orten oder Lagereinrichtungen zeitlich unbegrenzt gelagert werden, ohne dass Einfuhrabgaben fällig werden oder sogenannte handelspolitische Maßnahmen greifen (Vorlage von Einfuhrgenehmigungen, Einfuhrlizenzen usw.).

Zolllager – ein Verfahren der besonderen Art

Im Grunde sind Zolllager nichts anderes als Speicher, in denen unversteuerte und unverzollte Waren zwischengelagert werden. In der Regel stehen diese Speicher unter amtlichem Verschluss. Das heißt, sie sind vom Zoll zugelassen und werden von den Zöllnern auch überwacht.

Laut Zollkodex (ZK) können Sie in diesen Speichern bzw. im Zolllagerverfahren Nichtgemeinschaftswaren einlagern, ohne dass Sie dafür Zölle oder sonstige Einfuhrabgaben zahlen müssen. Erlaubt sind auch Einlagerungen von Gemeinschaftswaren, für „die besondere Gemeinschaftsregelungen vorgesehen“ sind.

Zolllager, der rechtliche Aufbau

Laut Zollkodex Artikel 99 und Artikel 525 ZK-DVO gibt es in Deutschland 2 Arten von Zolllager:

1. Öffentliche Zolllager dürfen alle Handelsbeteiligten für die Einlagerung von Waren benutzen, wobei die Typen A und B von Spediteuren eingerichtet und betrieben werden und der Typ F von den jeweiligen Zollbehörden, die in Personalunion auch Lagerhalter sind.

Beachten Sie: Beim Typ A ist der Halter (z. B. der Eigentümer des Speichers) für die Einlagerung der Waren verantwortlich, der Einlagerer aber für die Überführung ins zollrechtliche Verfahren. Beim Typ B fallen dem Einlagerer beide Pflichten zu.

2.Private Zolllager werden eingerichtet, wenn der Platzbedarf besonders groß ist. Sie müssen bei den Zollverwaltungen beantragt und von ihnen auch genehmigt werden – mit Ausnahme des Typs E (oft auch fiktives Zolllager genannt), bei dem die Lagerung nicht zwingend an einem für Zolllager zugelassenen Ort erfolgen muss. Eine weitere Voraussetzung für private Zollager ist eine Lagerdauer von mindestens 30 Tagen.

Beachten Sie: Beim Lagertyp C hat der Lagerhalter nur gemeinsam mit den Zöllnern Zugriff auf die Lagerwaren. Diese Einschränkung entfällt bei Typ D.

Mit Zolllagern Beschaffungskosten sparen

Zöllner sprechen allerdings nicht von Einsparungen, sondern von „Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung“. Dazu gehören neben einer aktiven oder passiven Veredelung auch alle Zolllagerverfahren.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Kreditfunktionen (zum Beispiel durch Nutzung sogenannter Aufschubkonten)
  • Transitfunktionen (Nichtgemeinschaftswaren sind vollständig oder teilweise abgabenbefreit, wenn sie „zu einem bestimmten Zweck vorübergehend im Zollgebiet der EU verwendet, während ihrer Verwendung aber nicht verändert werden und von vornherein zur Wiederausfuhr vorgesehen sind“)
  • Dispositionsfunktionen (Waren werden bis zum tatsächlichen Gebrauch zwischengelagert)

Der Technik sei Dank

Bekanntlich gehört das deutsche Steuersystem zu den kompliziertesten der Welt. Die deutschen Zollvorschriften stehen dem in nichts nach, auch die Zolllagerverfahren nicht.

Genau das meinten auch die Entwickler des Stuttgarter Softwarehauses AEB. Um allen Lieferanten, Einkäufern, Versendern und Spediteuren (die Zöllner nicht vergessen) die Arbeit zu erleichtern, schufen sie das IT-gestützte Zollprogramm ASSIST4 Import.

Mit diesem Programm, das sich unter anderem mit Export- und ATLAS-Modulen kombinieren lässt, können Sie sich beispielsweise gleich am Computer die Einsparpotenziale bei Nutzung eines Zolllagers ausrechnen lassen.

Weiterführende Informationen inklusive eines informativen Demo-Videos über die Einsatzmöglichkeiten der Software finden Sie auf der Website des Softwarehauses AEB unter www.aeb.de .

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