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BilMoG: Das checkt das Finanzamt in Ihrer Bilanz besonders penibel

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Von Midia Nuri,

Eine Bilanz ist ungleich komplizierter als eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Daher bietet sie misstrauischen Finanzbeamten auch ungleich mehr Anknüpfungspunkte für weitere Nachforschungen. Das sollten Sie besser vermeiden, um ihm damit nicht auch gleich einen Grund für eine Betriebsprüfungsmeldung zu liefern.

 

Die folgenden 10 Posten Ihrer Bilanz wird Ihr Sachbearbeiter sich genauer anschauen. Checken Sie sie lieber gleich noch mal – damit sie für Sie nicht zum Flop des Steuerjahres werden. Sicher ist sicher!

Falle 1: Rückstellungen

Mit Rückstellungen mindern Sie vergleichsweise bequem Ihren Gewinn – und damit auch die Steuer. Daher prüfen Finanzbeamte sie immer besonders genau. Seien Sie hierbei besser auf Rückfragen vorbereitet.

Das erspart Ihnen womöglich die Betriebsprüfung: Dokumentieren Sie zumindest in Ihren Handakten die Rechenschritte und Überlegungen dazu, wie sie die einzelnen Rückstellungs-Werte ermittelt haben. Bei besonders gravierenden Rückstellungen sollten Sie die Berechnungen im Erläuterungsteil Ihrer Bilanz darstellen – das bewahrt Sie womöglich vor einer Betriebsprüfungsmeldung.

Falle 2: Fremdleistungen

Auch Fremdleistungen sind Finanzbeamten von Grund auf verdächtig. Sie schaut er sich mit Sicherheit genau an. Sie sind auch eine einträgliche Quelle für Kontrollmitteilungen an andere Finanzämter. Also Vorsicht!

Das erspart Ihnen womöglich die Betriebsprüfung: Stellen Sie sicher, dass nur „echte“ Fremdleistungen auf dem Konto „Fremdleistungen“ gebucht werden.

Falle 3: Umsatzsteuer

Bei der Umsatzsteuer nehmen die Finanzämter standardmäßig eine Verprobung in den Finanzämtern vor, um Fehler aufzudecken.

Das erspart Ihnen womöglich die Betriebsprüfung: Achten Sie darauf, dass Sie beispielsweise auch private Nutzungen der Umsatzsteuer unterwerfen.

Achtung: Noch größeren Wert legt das Finanzamt auf die Vorsteuer-Verprobung. Fügen Sie Ihrer Umsatzsteuer-Erklärung ruhig auch eine Vorsteuer-Ermittlung aus Ihrer Buchführung bei. Schaden kann es nicht.

Falle 4: Abschlusszahlung

Im Rahmen des Jahresabschlusses werden Fehlbuchungen korrigiert und bisher unterlassene Buchungen nachgeholt. Dies kann dazu führen, dass die Abschlusszahlung im Rahmen der Umsatzsteuer-Jahreserklärung entsprechend hoch ausfällt.


Achtung: Ab einer Abschlusszahlung von 50.000 € schrillen bei den Finanzbeamten die Alarmglocken. Ab 100.000 € können Sie sicher sein, dass die Steuerfahnder in den Startlöchern stehen.

 

Falle 5: Voranmeldungen

Auch die Kontrolle, ob ein Umsatz im jeweiligen Monat versteuert worden ist, gehört im Zeitalter von EDV zu den Standardübungen der Finanzämter. Nehmen Sie es daher mit den Voranmeldungen unbedingt ganz genau. Sonst können Sie sich schnell dem Vorwurf der Steuerverkürzung ausgesetzt sehen.

Falle 6: Umsatzsteuer-Nachschau

Im Rahmen der Umsatzsteuer-Nachschau wird die Korrektur der zutreffenden Versteuerung geprüft. Kommt es hierbei zu Auffälligkeiten, wird der Sachbearbeiter eine Meldung an den Veranlagungsbezirk absetzen.

Tipp: Nehmen Sie es mit der korrekten Abwicklung bitte ebenfalls sehr genau. Tun Sie das nicht, ist eine Betriebsprüfung nur noch eine Frage von wenigen Monaten.

Falle 7: Gewerbesteuer

Bei den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen prüft der Finanzbeamte standardmäßig, ob die Hinzurechnungen so vorgenommen worden sind, wie sie sich aus der Bilanz ergeben.

Das erspart Ihnen womöglich die Betriebsprüfung: Tragen Sie alle Posten wie etwa die Dauerschuldzinsen auch wirklich in voller Höhe ein. Der Finanzbeamte wird sie mit ziemlicher Sicherheit prüfen. Im Gegenzug prüft der Fiskus aber auch steuermindernde Faktoren, wie beispielsweise die Kürzung um den Einheitswert der vorhandenen Betriebsgrundstücke. Achten Sie darauf, dass der Betrag nachvollziehbar aufgeschlüsselt ist.

Falle 8: Körperschaftsteuer

Bei der Körperschaftsteuererklärung ermittelt der Fiskus das zu versteuernde Einkommen ausgehend von Ihrem Bilanzgewinn. Ohne die entsprechenden Buchungsbelege kann Ihr Sachbearbeiter den ermittelten Gewinn nicht überprüfen. Daher wird er die Anlagen A („Nichtabziehbare Aufwendungen“) und die Anlage WA („Weitere Anträge“) umso gründlicher checken.

Das erspart Ihnen womöglich die Betriebsprüfung: Achten Sie daher darauf, dass Sie für alle Steueranrechnungsbeträge entsprechende Original-Belege Ihrer Körperschaftsteuererklärung beifügen. Treten beim Finanzamtscheck Differenzen auf, ist das oft der Grund für eine Meldung zur Betriebsprüfung.

Falle 9: Nicht abziehbare Aufwendungen

Erliegen Sie nicht der Versuchung, Korrekturen bei den in Ihrer Bilanz gebuchten „nicht abziehbaren Aufwendungen“ unter den Tisch fallen zu lassen. Haben Sie etwa die Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen als Betriebsausgabe gewinnmindernd berücksichtigt, müssen Sie jetzt eine entsprechende Korrektur vornehmen.

Falle 10: Hohe Abschlusszahlungen

Haben Sie vielleicht wegen sinkender Gewinne eine Reduzierung der Vorauszahlungen für die Körperschaftssteuer beantragt, schrillen im Finanzamt die Alarmglocken, wenn es in der Jahreserklärung zu einer hohen Abschlusszahlung kommt.

Damit müssen Sie rechnen

Hier liegt der Grenzwert bei 50.000 €. Ab 100.000 € muss Ihr Sachbearbeiter zu den Gründen der Nachzahlung Stellung nehmen. Da macht es sich alles andere als gut, wenn Sie vorher einen Herabsetzungsantrag gestellt hatten, in dem Sie von einem Gewinn in der Nähe von 0 € ausgegangen sind.

Sie können sich in diesen Fällen darauf einstellen, dass Ihre nächste Steuererklärung gegebenenfalls vorab angefordert oder für sie über den 31.12. hinaus keine Fristverlängerung gewährt wird. Gleichzeitig ist eine Meldung an die Betriebs-Prüfungsstelle wahrscheinlich, um die Gründe für den schwankenden Gewinnverlauf aufzuklären.

Das erspart Ihnen womöglich die Betriebsprüfung: Sie lösen Ihr Problem mit einem einfachen Antrag: Beantragen Sie eine Heraufsetzung Ihrer Vorauszahlungen. Von dieser Möglichkeit machen in der Praxis nur besonders gut beratene Unternehmen Gebrauch. Die meisten warten auf den späten Steuerbescheid, um Liquiditätsvorteile erzielen zu können. Doch die erkaufen Sie sich teuer.

Stellen Sie dagegen einen Antrag auf Heraufsetzung Ihrer Vorauszahlungen, stellt das Programm der Finanzverwaltung mit den automatischen Hinweisen zur Abschlusszahlung mit dem Steuerbescheid fest, dass Sie nur einen geringen Abschlussbetrag zahlen müssen. Ihr Vorteil: Dann erfolgt keine weitere Überprüfung.

Dieses Problem haben Sie so umgangen

Alle maschinell erstellten Hinweise, die sich um das Problem einer hohen Abschlusszahlung drehen, laufen nicht nur bei Ihrem Sachbearbeiter auf. Auch der zuständige Sachgebietsleiter erhält einen entsprechenden Hinweis.
Der Sachgebietsleiter wird nach einigen Tagen seinen Mitarbeiter nach dem Stand der Aufklärung des Sachverhalts befragen. Fällt die Antwort unbefriedigend aus, fordert der Sachgebietsleiter Ihre Steuerakte an und prüft selbst. Stellt er dann Fehler fest, können Sie sicher sein, dass Ihr Fall ganz oben auf dem Prüfungsplan der Betriebsprüfung steht. Mit einem Antrag auf Heraufsetzung Ihrer Vorauszahlungen können Sie dem zuvorkommen.

So können Sie Ihren Antrag formulieren

Hiermit beantragen wir die Erhöhung unserer Körperschaftsteuervorauszahlungen rückwirkend für das Jahr 2009. Bei den Abschlussarbeiten zu unserem Jahresabschluss 2009 haben wir errechnet, dass unser voraussichtlicher Gewinn bei rund … € liegen wird. Hieraus resultiert ein zu versteuerndes Einkommen von … €.

Nach der Betriebsprüfung ist vor der Betriebsprüfung

Falls Ihr Unternehmen geprüft worden ist, sollten Sie darauf achten, dass alle Prüfungsfeststellungen der Betriebsprüfung in Ihrer aktuellen Bilanz verarbeitet werden. Bevor nicht die Prüfungsfeststellungen vorliegen, sollten Sie Ihre Bilanz nicht einreichen. Besser ist das: Damit beugen Sie gleich einer weiteren Betriebsprüfung vor.

Tipp: Gehen Sie also besser auf Nummer sicher. Beantragen Sie einfach – auch über die normalen Abgabefristen hinaus – eine Fristverlängerung zur Abgabe Ihrer Steuererklärungen. Die Finanzämter handhaben diese gerade in Fällen der Groß- und Konzernbetriebsprüfung großzügig.

Außerdem sollten Sie im Zweifel noch einmal kontrollieren, ob sich bei Ihren Anlagegütern ein Fehler eingeschlichen hat. Am besten klopfen Sie auch bei der nächsten Bilanz gleich die wichtigsten Fehlerquellen ab.

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