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Gegen zahlungsunfähige Schuldner vorgehen: Einzelvollstreckung oder Gesamtvollstreckung?

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Urheber: SENTELLO | Fotolia

Von Astrid Engel,

Sie haben zwei prinzipielle Möglichkeiten, gegen zahlungsunfähige Schuldner vorzugehen: Einzelvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher und Gesamtvollstreckung durch Insolvenzverfahren.

Ein zahlungsunfähiger Schuldner ist das Schreckgespenst eines jeden Unternehmers. Sie werden nicht nur um den Lohn für Ihre Arbeit, sondern bei hohen Außenständen auch selbst in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht. Um einen Forderungsausfall von 10.000 Euro auszugleichen, müssen Sie bei einer Umsatzrendite von 10 % immerhin 100.000 Euro mehr umsetzen. Das belastet gerade kleinere Unternehmen ohne Sicherheiten im Rücken sehr. 

Überblick: Einzel- oder Gesamtvollstreckung?

Egal, ob Ihr Schuldner ein Einzelunternehmer, eine GmbH, eine andere Gesellschaft oder ein privater Verbraucher ist - Sie haben zwei prinzipielle Möglichkeiten, gegen ihn vorzugehen:

  1. Einzelvollstreckung durch Gerichtsvollzieher
  2. Gesamtvollstreckung durch Insolvenzverfahren

Regelfall: Einzelvollstreckung

Der Regelfall ist die Einzelvollstreckung. Sie leiten im ersten Schritt ein Erkenntnisverfahren gegen den Schuldner ein (gerichtliches Mahnverfahren oder Klage), das Ihnen im Erfolgsfall einen vollstreckbaren Titel einbringt. Dieser Titel verjährt erst nach 30 Jahren (§ 218 BGB). Das heißt, Sie können im zweiten Schritt innerhalb dieser Frist jederzeit einen Gerichtsvollzieher losschicken, der Ihre Forderung eintreibt.

Die gesamten Gerichtsgebühren müssen Sie allerdings vorstrecken. Falls beim Schuldner nichts zu holen ist, haben Sie also noch mehr Geld verloren. Der Titel sichert immerhin Ihre Forderung vor der Verjährung. Die Vollstreckung sollten Sie aber nur betreiben, wenn Sie beim Schuldner noch Vermögenswerte vermuten.

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Gesamtvollstreckung durch Insolvenzverfahren

Wenn andere Gläubiger bereits vollstreckbare Titel gegen den Schuldner besitzen und Ihnen in der Pfändung der Vermögenswerte zuvor gekommen sind, bringt Ihnen die Einzelvollstreckung vermutlich nichts mehr.

Sie können dann - wie jeder andere Gläubiger auch - die Gesamtvollstreckung im Wege eines Insolvenzverfahrens nach der Insolvenzordnung (InsO) beantragen.

Ihre Vorteile: Durch den Antrag setzen Sie den Schuldner unter Druck, seine Vermögensverhältnisse zu offenbaren. Alle Gläubiger gleicher Rangklassen werden im Insolvenzverfahren gleich behandelt, so dass niemand unberechtigt besser bedient wird als Sie. Zudem können die Gläubiger statt der Zerschlagung eines Schuldnerbetriebs einen Insolvenzplan mit dem Ziel der Sanierung beschließen, so dass Sie vielleicht langfristig doch noch an Ihr Geld kommen.

Ihre Nachteile: Da die Insolvenzmasse selten ausreicht, um alle Forderungen zu befriedigen, werden Sie - wenn überhaupt - nur einen Bruchteil Ihres Gelds erhalten. Und in der Regel beantragt der Schuldner die Restschuldbefreiung, so dass selbst mit Titeln gesicherte Forderungen nach sechs Jahren Wohlverhalten erlöschen.

Beachten Sie: Häufig stehen Sie gar nicht vor der Wahl zwischen Einzelvollstreckung und Gesamtvollstreckung, sondern nehmen als Gläubiger an einem Insolvenzverfahren teil, weil ein anderer Gläubiger (v.a. Krankenkasse, Finanzamt) oder der Schuldner selbst es beantragt hat - dazu ist er berechtigt, manchmal sogar verpflichtet:

  • Freiwillig stellt ein Schuldner den Insolvenzantrag, um seine Situation zu klären und eine Restschuldbefreiung zu erzielen.
  • Gesetzlich verpflichtet zur Antragstellung sind Geschäftsführer bzw. Vorstände von Kapitalgesellschaften, bei denen das Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt (Überschuldung).
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