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Darf Ihr Mitarbeiter einen ihm überlassenen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil. In der Praxis stehen Ihnen...

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Maximaler Spaß am Auto – bei minimalen Steuern

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Steuern
Urheber: Marco2811 | Fotolia

Von Günter Stein,

Mit immer neuen Rabatten versuchen die Autohersteller derzeit, vor allem Geschäftskunden für sich zu gewinnen. Da gibt es „Extra-Angebote für Selbstständige“, „Leasing-Sonderkonditionen für Betriebe“ und, und, und. Der Fiskus aber ist immer mit dabei, wenn Sie ein Firmenfahrzeug auch privat nutzen. Und wenn Sie mehrere Geschäftswagen haben und nutzen, will er auch mehrfach Geld von Ihnen sehen. Das aber können Sie verhindern, wie die folgenden Tipps zeigen.

Wichtig hierbei ist: Bei einem Firmenwagen, den Sie auch privat nutzen, können Sie nur den betrieblichen Teil als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Nun gibt es unterschiedliche Methoden, um den privaten und den betrieblichen Teil auseinanderzurechnen. Doch welche Methode ist für Sie wann die günstigste? Hier die Antwort:

Privat- oder Firmenwagen?

Für die Wahl der richtigen Abrechnungsmethode stellen Sie zunächst fest, ob der Wagen dem Betriebsvermögen oder Ihrem privaten Besitz zugeordnet ist. Gehört er nämlich zum Privatvermögen, rechnen Sie jede geschäftliche Fahrt einzeln ab. Gehört er zum Betriebsvermögen, werden für den Privatanteil Steuern fällig, deren Höhe Sie nach der Fahrtenbuch-Methode (jede Fahrt wird von Ihnen einzeln aufgezeichnet) oder nach der 1-%-Methode abrechnen (Ihnen werden 1 % vom Bruttolistenpreis fiktiv als „Lohn“ zugerechnet, die Sie mit Ihrem privaten Steuersatz versteuern).

1. Das gilt, wenn der Wagen dem Betriebsvermögen zugeordnet ist:

In diesem Fall werden Leasingkosten,Benzin- und Reparaturkosten, Versicherung usw. als Betriebsausgaben abgesetzt. Der private Anteil der Nutzung muss dann als Einnahme verbucht werden. Dazu führen Sie einen Nachweis, wie der Wagen betrieblich und privat genutzt wird (Fahrtenbuch). Oder Sie gelten den privaten Anteil über die 1-%-Methode ab (1 % des Bruttolistenpreises wird monatlich als fiktive Einnahme abgesetzt). Die 1-%-Methode ist jedoch nur bei mindestens 50%iger betrieblicher Nutzung möglich.

2. Der Wagen ist dem Privatvermögen zugeordnet:

Dann sind alle Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrem Auto entstehen, zuerst einmal Ihre Privatsache. Für jeden betrieblich gefahrenen Kilometer können Sie dann aber als Betriebsausgaben absetzen – entweder pauschal 0,30 € oder die tatsächlichen Kosten pro Kilometer.

Aus der Zuordnung ergibt sich also die Art der steuerlichen Abrechnung. Jedoch können Sie nur in einem Fall selbst entscheiden, wie Sie zuordnen:

  • Wagen wird zu weniger als 10 % geschäftlich genutzt: Privatvermögen
  • Wagen wird zu 10 bis 50 % betrieblich genutzt: entweder Privat- oder Geschäftsvermögen
  • Wagen wird zu mehr als 50 % geschäftich genutzt: Betriebsvermögen

Tipp: Betriebs- oder Privatvermögen: Wofür entscheiden Sie sich im häufigsten Fall der 10- bis 50%igen betrieblichen Nutzung? Antwort: Lassen Sie den Wagen im Privatvermögen! Denn: Es ist wahrscheinlich, dass Sie Ihren Wagen irgendwann einmal verkaufen. Befindet er sich im Betriebsvermögen, müssen Sie den Verkaufserlös (die Differenz zwischen Restbuchwert und Verkaufspreis) versteuern.

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So ermitteln Sie den privaten und betrieblichen Anteil


Der Nachweis darüber, in welchem Umfang der Wagen privat und beruflich genutzt wird, darf „in jeder geeigneten Form erfolgen“, so das Bundesfinanzministerium (heute noch gültiges Schreiben vom 7.7.2006, Az. IV B 2 –S2177–44/06,undIVA5–S7206– 7/06). Der einfachste Weg: Sie zeichnen über einen repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten auf, welche Fahrten Sie betrieblich oder privat unternehmen, und errechnen so die prozentuale Aufteilung.

Doch wie verhält es sich, wenn Sie 2 oder mehr Autos im Betriebsvermögen haben?


Ist ein Fahrzeug nicht dem Betriebsvermögen zugeordnet – kein Problem. Doch in letzter Zeit häufen sich die Anfragen von Lesern und Leserinnen, die das folgende Problem haben: Sie haben nicht nur ein, sondern mehrere Autos im Betriebsvermögen – und plötzlich unterstellt der Fiskus, dass auch die anderen Fahrzeuge privat genutzt werden.

Führen Sie für diese Fahrzeuge ein Fahrtenbuch, ist das erst einmal kein Problem – Sie können ja nachweisen, dass der Wagen ausschließlich geschäftlich genutzt wird, oder versteuern dann nur den geringen Anteil an Privatfahrten, den das Fahrtenbuch ausweist.

Führen Sie kein Fahrtenbuch, behauptet der Fiskus erst einmal: „Das Fahrzeug wird doch garantiert auch privat genutzt, also muss es auch nach der 1-%-Methode abgerechnet werden.“ Unterstellt wird dies gern, wenn Sie als Selbstständiger eine Familie, einen Lebensgefährten oder erwachsene Kinder haben.

Schützen können Sie sich vor dieser bei Betriebsprüfern sehr beliebten Praxis durch den Nachweis, dass Sie ein etwa gleichwertiges Auto wie den ersten Firmenwagen im Privatbesitz haben. Deshalb empfehle ich stets, wenn Sie mehrere Fahr- zeuge im Betriebsvermögen haben, eines außen vor zu lassen – oder eben eines nach der 1-%-Methode zu versteuern und für die anderen ein Fahrtenbuch zu führen.

Beispiel: Sie haben einen Audi A2 und einen Golf im Betriebsvermögen. Den Audi A2 nutzen Sie tatsächlich nur für Geschäftsfahrten. Den Golf auch privat. Diesen rechnen Sie nach der 1-%-Methode ab. Für den Audi A2 führen Sie ein Fahrtenbuch.

Achtung! Wenn Sie bislang noch kein Fahrtenbuch geführt haben: Ein Wechsel von der 1-%-Methode ist nur zum Jahreswechsel möglich – oder wenn Sie sich ein neues Fahrzeug anschaffen. Führen Sie aber trotzdem ergänzend Fahrtenbuch, um im Streitfall zu belegen, dass der Wagen ausschließlich geschäftlich genutzt wurde. Schließlich ergibt sich aus den Fahrtenbuchaufzeichnungen eindeutig:

Wann und wohin Sie wie viel Kilometer gefahren sind


Ist das Fahrtenbuch stimmig (Sie denken z. B. auch daran, dass die auf Reparatur- oder Servicerechnungen genannten Kilometerstände mit den unter dem entsprechenden Datum auftauchenden Eintragungen im Fahrtenbuch übereinstimmen), kann es der Betriebsprüfer nicht einfach verwerfen. Ihr Argument ist in diesem Fall, dass Sie das Fahrtenbuch nicht deshalb für dieses Fahrzeug führen, damit der Privatanteil ermittelt wird, sondern um zu belegen, dass es überhaupt keinen Privatanteil gibt!

Achtung! Wenn Sie die Schlüssel zu diesem Fahrzeug im Betrieb aufbewahren (inklusive der Ersatzschlüssel) und Ihre Angehörigen gar keinen Zugriff darauf haben – umso besser. Haben Sie eventuell auch noch Zeugen, die im Streitfall vor dem Finanzgericht aussagen, dass das Fahrzeug ihrer Beobachtung nach abends immer auf dem Firmenparkplatz/dem Betriebsgelände, vor dem Büro usw. steht - umso besser.

Steuern und Bilanzierung aktuell

Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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