Gratis-Download

Darf Ihr Mitarbeiter einen ihm überlassenen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil. In der Praxis stehen Ihnen...

Jetzt downloaden

Neue Rechtslage: Firmenwagen und Zuzahlungen des Arbeitnehmers

0 Beurteilungen
Firmenwagen

Von Günter Stein,

Immer mehr Unternehmern verlangen von ihren Mitarbeitern, dass sie sich an den Kosten für den auch zur privaten Nutzung überlassenen Firmenwagen beteiligen. Einiges Hin und Her gab es dabei um die Frage, welche steuerlichen Auswirkungen diese Zuzahlungen haben. Das Bundesfinanzministerium sorgt hier nun für Klarheit (BMF-Schreiben vom 6.2.2009, IV C 5 – S 2334/08/10003).

Immer mehr Unternehmern verlangen von ihren Mitarbeitern, dass sie sich an den Kosten für den auch zur privaten Nutzung überlassenen Firmenwagen beteiligen. Einiges Hin und Her gab es dabei um die Frage, welche steuerlichen Auswirkungen diese Zuzahlungen haben. Das Bundesfinanzministerium sorgt hier nun für Klarheit (BMF-Schreiben vom 6.2.2009, IV C 5 – S 2334/08/10003).

Zuzahlung zu den Anschaffungskosten

Beteiligt Ihr Mitarbeiter sich an den Anschaffungskosten des Firmenwagens, mindert das seinen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil. Bei Abrechnung nach Fahrtenbuchmethode gilt das aber nur, wenn die für die Ermittlung der AfA maßgeblichen Anschaffungskosten nicht um die Zuzahlungen gemindert wurden.

Neu dabei: Bislang konnten die Zuzahlungen nur im Zahlungsjahr berücksichtigt werden (R 8.1 Abs. 9 Nr. 4 LStR). Daran hält die Finanzverwaltung nicht mehr fest. Die Zuzahlungen können nun in allen noch offenen Fällen auf den geldwerten Vorteil der Folgejahre angerechnet werden.Beachten Sie: Der BFH hatte die Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten als Werbungskosten des Mitarbeiters gewertet und nicht als Minderung des geldwerten Vorteils (BFH, 18.10.2007, VI R 59/06). Dem folgt die Finanzverwaltung nicht.

Mitarbeiter zahlt Treibstoffkosten, Wagenwäsche usw.

Eine Beteiligung des Mitarbeiters in der Form, dass er einzelne Leistungen selbst bezahlt (z.B. Treibstoff, Wagenwäsche o.Ä.) sollten Sie bei Abrechnung nach der 1-%-Methode tunlichst vermeiden. Denn diese Zahlungen mindern den mit dem Firmenwagen verbundenen geldwerten Vorteil nicht. Der Mitarbeiter kann sie nach einhelliger Auffassung von BMF und BFH auch nicht als Werbungskosten geltend machen.

Bei Abrechnung nach der Fahrtenbuchmethode dürfen Sie die Kostenpositionen, die der Mitarbeiter selbst bezahlt hat, nicht bei den Gesamtkosten des Wagens berücksichtigen. Der geldwerte Vorteil wird durch sie also nicht erhöht. Das BMF widerspricht in diesem Punkt dem BFH. Dieser wertete die vom Mitarbeiter getragenen Kosten als Teil der Gesamtkosten, den er jedoch als Werbungskosten geltend machen könne (BFH, 18.10.2007, VI R 57/06).

Mitarbeiter zahlt Nutzungsentgelt

Zahlt Ihr Mitarbeiter ein Nutzungsentgelt für den Firmenwagen (z.B. 300 €/ Monat oder 0,30 € Kilometergeld für Privatfahrten), mindert das seinen geldwerten Vorteil. Übersteigt das Nutzungsentgelt jedoch den geldwerten Vorteil, muss der Mitarbeiter den übersteigenden Betrag aus seinem Nettolohn finanzieren. Er kann weder als negativer Arbeitslohn berücksichtigt werden, noch kann der Mitarbeiter ihn als Werbungskosten geltend machen (R 8.1 Abs. 9 Nr. 4 LStR, Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger vom 5./6.7.2005).

Beachten Sie: Händigen Sie Ihrem Mitarbeiter eine Tankkarte aus, sodass Sie die Treibstoffkosten bezahlen, gilt eine wertgleiche Entschädigung, die Sie vom Mitarbeiter verlangen, als Nutzungsentgelt.

Beispiel 1: Der Mitarbeiter beteiligt sich im Jahr 2009 mit 5.000 € an den Anschaffungskosten eines Firmenwagens. Der nach der 1-%-Methode ermittelte geldwerte Vorteil des Wagens liegt 2009 bei 3.500 €. Da die Zuzahlung diesen Betrag übersteigt, ist 2009 kein geldwerter Vorteil zu versteuern. Die verbleibende Zuzahlung von 1.500 € mindert den geldwerten Vorteil 2010.

Beispiel 2: Der Mitarbeiter verdient 5.000 € brutto im Monat. Der nach der 1-%-Regel ermittelte geldwerte Vorteil seines Firmenwagens beträgt 400 €/Monat. Der Mitarbeiter zahlt ein Nutzungsentgelt von 300 €/Monat. Dadurch verbleibt nur noch ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil von 100 €/Monat. Zusammen mit dem Bruttoarbeitsentgelt sind also 5.100 € steuer- und beitragspflichtig.

Beispiel 3: Wie Beispiel 2, aber der Mitarbeiter zahlt ein Nutzungsentgelt von 500 €/Monat. Der geldwerte Vorteil von 400 €/Monat reduziert sich damit auf 0. Die verbleibenden 100 € muss der Mitarbeiter aber aus seinem Nettoentgelt finanzieren. Als Bruttoarbeitsentgelt bleiben 5.000 € steuer- und beitragspflichtig.

Steuern und Bilanzierung aktuell

Egal ob es um korrekte und günstige Abrechnung Ihrer Reisekosten, die Abschreibung und Besteuerung Ihres Firmen-Pkws, die richtige Vorgehensweise beim Führen eines Fahrtenbuchs oder anderer betrieblich genutzter Wirtschaftsgüter geht. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
13 Beurteilungen
17 Beurteilungen
1 Beurteilung
Produktempfehlungen

Die besten Steuer-Spar-Möglichkeiten zum Wohle Ihres Unternehmens

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Betriebsprüfungssichere Empfehlungen, mit denen Sie jederzeit das meiste für sich herausholen

Wahren Sie Ihre Rechte bei der wichtigsten Steuer des Finanzministers

Aktuelle Änderungen und entscheidende Handlungsempfehlungen für Ihre Rechtssicherheit im Export

Handlungssicherheit für den Entscheider im Export