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Darf Ihr Mitarbeiter einen ihm überlassenen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil. In der Praxis stehen Ihnen...

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Was zählt eigentlich beim Dienstwagen alles zum „Bruttolistenpreis“?

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Urheber: vege | Fotolia

Von Günter Stein,

Bei der Besteuerung der Privatnutzung eines Firmenfahrzeugs ist die 1-%-Methode gesetzlich vorrangig, weil sie mehr Geld in die Staatskasse spült. Das heißt:

Überlässt Ihr Unternehmen einem Mitarbeiter seinen Firmenwagen auch für Privatfahrten und Sie ermitteln den geldwerten Vorteil nach der 1-%-Regelung, gehen Sie in den folgenden Schritten vor:

  1. Runden Sie den Bruttolistenpreis bei Erstzulassung (gleichgültig, ob es sich um ein gekauftes oder ein geleastes Fahrzeug handelt) des Pkw auf volle 100 € ab.
  2. Errechnen Sie monatlich 1 % dieses Preises.
  3. Das Ergebnis ist der geldwerte Vorteil für einen Monat.

Beispiel:
Der Bruttolistenpreis eines Firmenwagens beträgt 30.000 €. Damit beläuft sich der geldwerte Vorteil für den Mitarbeiter pauschal monatlich auf 300 € und jährlich auf 3.600 € (300 € x 12).

Wie Sie den Bruttolistenpreis korrekt bemessen

Maßgebend ist nach dem neuen BFH-Urteil weiterhin der inländische Bruttolistenpreis, der zum Zeitpunkt der Erstzulassung für das Fahrzeug festgelegt wurde.
Achtung: Zum Bruttolistenpreis zählen nicht die Kfz-Zulassungsgebühren und Überführungskosten. Und auch der tatsächliche Verkaufspreis spielt keine Rolle. Was auch bedeutet: Den inländischen Bruttolistenpreis setzen Sie auch bei Leasingfahrzeugen und Gebrauchtwagen an.

Das gilt für die Sonderausstattung

Die Sonderausstattung des Firmenwagens erhöht grundsätzlich den Bruttolistenpreis. Das gilt allerdings nach aktueller Rechtsprechung nur dann, wenn die Sonderausstattung bereits bei der Erstzulassung des Firmenwagens eingebaut ist (BFH, Urteil vom 13.10.2010, AZ: VI R 12/09). Außerdem müssen für die Berücksichtigung der Sonderausstattung folgende Kriterien erfüllt sein:

  1. Sie muss fest in das Fahrzeug eingebaut werden. Alle portablen Geräte bleiben außer Ansatz.
  2. Die Nutzung der Ausstattung muss untrennbar mit der Fahrzeugnutzung verbunden sein. Das bedeutet: Lediglich die Sonderausstattung, die nur abhängig vom jeweiligen Einsatz des Firmenwagens entsprechend genutzt werden kann, erhöht den Bruttolistenpreis. Nach Ansicht des BFH erfüllt z. B. ein Navigationsgerät diese Kriterien, wenn es „werkseitig eingebaut wurde und somit kein eigenständiges Wirtschaftsgut“ mehr vorliegt.

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Blitzübersicht: So zählt die Sonderausstattung

SonderausstattungVolle AnrechnungKeine Anrechnung
Navigationsgerät+ wenn von Beginn an eingebaut
Autotelefon+
Freisprecheinrichtung+
Navigationsgerät mit Telekommunikationsanteil+ wenn von Beginn an eingebaut
Diebstahlsicherung+
Ein weiterer Satz Reifen (z. B. Winterausrüstung) mit Felgen+

Fahrten zwischen Arbeitsstätte und Wohnung nicht vergessen

Nutzt der Mitarbeiter den Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, müssen Sie den geldwerten Vorteil hieraus zusätzlich mit 0,03 % des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer monatlich ansetzen.
Tipp: Den Teil des geldwerten Vorteils, der sich aus den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ergibt, dürfen Sie pauschal mit 15 % versteuern, § 40 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG). Hinzu kommen die Kirchenlohnsteuer und ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der pauschalen Lohnsteuer. Der Vorteil für Sie aus der Pauschalierung: Für den pauschal besteuerten Teil des geldwerten Vorteils fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an.

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