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Darf Ihr Mitarbeiter einen ihm überlassenen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil. In der Praxis stehen Ihnen...

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Wie sich mit der 15-Tage-Regelung beim Dienstwagen Geld sparen lässt

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Von Günter Stein,

Nutzt ein Mitarbeiter seinen Dienstwagen an weniger als 15 Tagen im Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte? Dann eröffnen ihm die Finanzgerichte jetzt eine neue Option.

Nutzt ein Mitarbeiter seinen Dienstwagen an weniger als 15 Tagen im Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte? Dann eröffnen ihm die Finanzgerichte jetzt eine neue Option, bei der Dienstwagen-Steuer zu sparen (Finanzgerichts Düsseldorf, Urteil vom 12.7.2010, Az. 11 K 2479/09 E, und Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.7.2010, Az. 1 K 2195/10).

Ausgangspunkt beider Entscheidungen ist § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG. Dieser Vorschrift liegt die typisierende Annahme zugrunde, dass der Dienstwagen monatlich an mindestens 15 Tagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genutzt wird.

In beiden Fällen gelang es dem jeweiligen Dienstwagenfahrer aber nachzuweisen, dass er an weniger als 15 Tagen monatlich mit dem Dienstwagen in die Firma fuhr. Die überaus erfreuliche steuerliche Folge:

Der Zuschlag für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist nicht nur auf die tatsächlich stattgefundenen Fahrten beschränkt, der Zuschlag darf außerdem auch nur mit 0,002 % des Bruttolistenpreises angesetzt werden.

Angenommen, der Mitarbeiter ist nur an 5 Tagen mit dem Dienstwagen gefahren (z. B. weil er an den anderen Tagen den öffentlichen Nahverkehr genutzt hat), dann ermitteln Sie den monatlichen geldwerten Vorteil auf der Grundlage der beiden oben genannten Urteile des Finanzgerichts Düsseldorf und des Finanzgerichts Baden-Württemberg wie folgt:

Bruttolistenpreis: 35.000 €
1-%-Regel: 350 €
35.000 € x 0,002 % x 30 km x 5 Tage 105 €
Geldwerter Vorteil 455 €

Praxis-Tipp: Von den Urteilen der beiden vorgenannten Finanzgerichte können Dienstwagenfahrer profitieren, wenn sie den Dienstwagen im Wesentlichen nur für private Fahrten nutzen, für die Fahrten ins Büro ohnehin aber Bus oder Bahn nutzen und auf den Dienstwagen nur dann zurückgreifen, wenn sie mit ihrem Dienstwagen Geschäftsreisen unternehmen. Oder aber sie starten direkt von zu Hause aus zu Geschäftsreisen.

Und: Für Dienstwagenfahrer empfiehlt es sich dringend, alle Fahrten zu dokumentieren, die sie „außer der Reihe“ mit Ihrem Dienstwagen unternehmen, also wenn sie doch einmal mit dem Dienstwagen ins Büro fahren oder etwa Geschäftsreisen unternehmen.

Angesichts der beiden Urteile macht es für die Dienstwagenfahrer auch Sinn, ein Fahrtenbuch zu führen, selbst wenn sie den geldwerten Vorteil für die private Mitbenutzung auf der Grundlage der 1-%-Regel abrechnen. Sie schaffen so eindeutiges und unmissverständliches „Beweismaterial“ für das Finanzamt und ganz nebenbei können sie verlässlich feststellen, ob es sich nicht doch lohnt, diesen geldwerten Vorteil mittels des Fahrtenbuchs abzurechnen.

Achtung: Die Urteile des Finanzgerichts Düsseldorf und des Finanzgerichts Baden-Württemberg sind noch nicht rechtskräftig. Beide Gerichte haben die Revision zugelassen, sodass erst der Bundesfinanzhof endgültig über die Anwendung des 0,002-%-Zuschlags entscheiden wird.

Praxis-Tipp: Wer als Dienstwagenfahrer in einem vergleichbaren Fall Ärger mit dem Finanzamt hat, sollte gegen einen nachteiligen Steuerbescheid Einspruch einlegen und unter Hinweis auf die zu erwartende Grundsatzentscheidung des BFH das Ruhen des Verfahrens beantragen.

 

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