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Internationale Transporte richtig absichern mit INCOTERMS-Klauseln

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Incoterms
Urheber: CrazyCloud | Fotolia

Von Jens Holtmann,

Zu jedem professionellen Zollmanagement gehört auch ein professionelles Versicherungsmanagement. Allen Verzollungsvorgängen sind in der Regel ja immer lange Transportprozesse vorgelagert, deren Risiken und Gefährdungen gut und umfassend abgesichert sein wollen. Mit welchen INCOTERMS Sie abgesichert sind, lesen Sie hier.

Vor 100 Jahren wurde mit den Allgemeinen Deutschen Seeversicherungsbedingungen (ADS) das erste Regelwerk geschaffen, das verbindliche Versicherungsrichtlinien für den Gütertransport festlegte. Immer wieder überarbeitet, zuletzt als Version "DTV-Güterversicherungsbedingungen 2000/2011", sind sie Grundlage einer jeden Versicherungspolice.

Im klassischen Fall werden die ADS bestimmt durch:

  • Transportgut (Güterversicherung)
  • Transportmittel (Kaskoversicherung)  
  • Transportweg (Risiken und Gefahren)  
  • versichertes Interesse (engl.: interest insured)  
  • Haftungsgrundlagen und -einschränkungen  
  • Versicherungsdauer

Nur 2 Klauseln beinhalten die Transportversicherung


Da Transportversicherungen im Allgemeinen viel Geld kosten, werden sie gern links liegen gelassen. Eingeteilt sind die INCOTERMS 2010 in 4 Gruppen, im Sprachgebrauch der Internationalen Handelskammer auch häufig Codes genannt. Typisch für diese Codes ist die Gestaltung der Kosten- und Risikotragung (Gefahrenübergang).

Nur die 2 folgenden Klauseln beinhalten automatisch die Transportversicherung:

  1. CIP - Carriage and Insurance Paid to: auf Deutsch "frachtfrei versichert bis zum vereinbarten Bestimmungsort". Die Verkäufer-Mindestdeckung beträgt den Kaufpreis plus 10 % Aufschlag = 110 %. 2
  2. CIF-Cost, Insurance and Freight: auf Deutsch "Kosten, Versicherung und Fracht". Die Verkäufer-Mindestdeckung beträgt den Kaufpreis plus 10 % Aufschlag = 110 %.

Hinweis: Bei allen anderen INCOTERMS-Klauseln muss sich der Einkäufer um eine ausreichende Transportversicherung kümmern. Tut er das nicht, reist die Ware unversichert auf Risiko des einkaufenden Unternehmens. Ein Profi sollte so etwas natürlich niemals zulassen!

 

Die klassische Speditionsversicherung gibt es seit 2003 nicht mehr


Zu einer Grundhaftung sind Spediteure gemäß der Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen allerdings auch heute noch verpflichtet. In der aktuellen Version ADSp 2017 heißt es:

"Die Haftung des Spediteurs für Güterschäden in seiner Obhut gemäß § 431 Abs. 1, 2 und 4 HGB ... mit Ausnahme von Schäden aus Seebeförderungen und verfügten Lagerungen der Höhe nach ist wie folgt begrenzt: auf 8,33 Sonderziehungsrechte für jedes Kilogramm, wenn der Spediteur Frachtführer im Sinne von § 407 HGB, Spediteur im Selbsteintritt, Fixkosten- oder Sammelladungsspediteur im Sinne von §§ 458 bis 460 HGB oder Obhutsspediteur im Sinne von § 461 Abs. 1 HGB ist" (Art. 23 ADSp 2017, Haftungsbeschränkungen).

Bitte beachten Sie: Außerhalb der EU ist der Deckungsschutz nicht immer gewährleistet. Den aktuellen Text der Spediteurbedingungen können Sie unter www.dslv.org/dslv/web.nsf/id/pa_de_adsp.html nachlesen.

Transportschäden sind ein lukratives Geschäft


Das haben gewiefte Geschäftsleute schon vor über 100 Jahren erkannt, allen voran die Versicherungsmakler. Allein in Deutschland werben über 100 Unternehmen um die Gunst von Einkäufern und Spediteuren.

Die 3 größten europäischen Gesellschaften sind:


  1. Allianz, Deutschland, Umsatz: 122,4 Mrd. € (2016), www.allianz.de

  2. Axa, Frankreich, Umsatz: 98,5 Mrd. CHF (2015), www.axa.de

  3. Generali, Italien, Umsatz: 74,2 Mrd. € (2015), www.generali.de

Die Policen sind kaum voneinander zu unterscheiden


Verkrustete Strukturen und Spartendenken (Lebens-, Kranken-, Schaden- und Unfallversicherung) machen echte Produktentwicklungen kaum möglich. In sogenannten Versicherungsfabriken betreiben Versicherungsdesigner lediglich Produktkosmetik. Standardisierte Policen bekommen neue Markennamen und neue Outfits verpasst und werden dann auf den Markt geworfen.

  • Vorteil für die Konzerne: Sie erhöhen ihre Produktivität.
  • Nachteil für den Kunden: Er verliert komplett den Überblick.
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