Ein Schreckgespenst spukt durch deutsche Unternehmen – die Betriebsprüfung

Die Betriebsprüfung – immer wieder steht diese Form der Außenprüfung, bei der die Finanzbehörden die steuerlich relevanten Sachverhalte (meistens von drei zusammenhängenden Jahren) genauer unter die Lupe nehmen, ganz oben auf der Liste der von Unternehmen möglichst zu vermeidenden Besuche.

Diese Sorge ist nicht unbegründet, stoßen Betriebsprüfer im Rahmen ihrer Untersuchungen auf Ungereimtheiten oder steuerlich nicht richtig dargestellte Sachverhalte, können Nachzahlungen existenzbedrohende Auswirkungen für Ihr Unternehmen haben.

Bei unkomplizierten Vorgängen und kleinen Unternehmen kann die Prüfung bereits an einem Tag erledigt sein, nicht selten können hier aber auch einige Wochen ins Land gehen, bis sich die ungebetenen Gäste wieder zurückziehen.

Nach welchen Kriterien werden die zu prüfenden Unternehmen ausgewählt

Hellhörig werden Finanzbeamte immer dann, wenn einer der folgenden vier Punkte eingetreten ist:

  1. Die Gewinne Ihres Unternehmens unterscheiden sich von Jahr zu Jahr sehr stark.
  2. Sie mussten sich schon einmal einer Betriebsprüfung unterziehen, die erhebliche Nachzahlungen mit sich brachte.
  3. Ihre Steuerunterlagen waren nicht plausibel und lassen Fragen offen.
  4. Sie reichen Ihre Steuerunterlagen immer wieder verspätet ein und auch Ihre Steuerzahlungen erfolgen nicht pünktlich.

 

Natürlich gibt es auch andere Gründe, wie anonyme Anzeigen oder Sie verdanken den Besuch einem reinen Zufall. Wichtig ist, dass Sie versuchen alles zu vermeiden, was das Finanzamt auf die Idee bringen könnte, Ihre Buchhaltung wäre nicht einwandfrei. Wenn Sie die oben genannten Punkte weitestgehend vermeiden, haben Sie die Wahrscheinlichkeit einer Prüfung in Ihrem Haus schon stark vermindert.

Was wird bei Betriebsprüfungen gern unter die Lupe genommen

Sehr beliebt bei Betriebsprüfern ist beispielsweise die Entnahme von Stichproben beim Wareneinsatz. Auf diese Weise lässt sich schnell und einfach prüfen, ob der Wareneinsatz, den Sie im Rahmen Ihrer Buchführung dokumentiert haben, auch plausibel ist. Betreiben Sie ein Restaurant und haben Sie laut Ihrer Buchführung im letzten Jahr 1000 Tassen Kaffee ausgeschenkt, macht der Wareneinsatz von 100 kg Kaffee wenig Sinn. Aber Achtung! Auch das ist kein Problem, wenn Sie eine gute Begründung für diese Abweichung haben, z.B. weil ein Teil der Kaffeelieferung verdorben war. Wichtig ist, dass Sie dem Betriebsprüfer die vorliegenden Ungereimtheiten plausibel darlegen und erläutern können.

Und auch das Fahrtenbuch ist ein ständiger Zankapfel. Hier wird im Rahmen einer Betriebsprüfung nicht nur geprüft, ob die Angaben alle plausibel sind und sich ggf. mit anderen Reisekosten und sonstigen Buchführungsunterlagen widersprechen. Die Recherche geht noch weiter: Zum Beispiel wird geprüft, ob alle Eintragungen tatsächlich direkt im Anschluss an die jeweilige Fahrt erfolgten, ob unterschiedliche Stifte verwendet wurden, ob die Seiten unterschiedlich stark ausgeblichen sind und und und. Den Betriebsprüfern kann man in diesem Zusammenhang nicht den Vorwurf der mangelnden Kreativität machen.

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