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Heutzutage ist Online Marketing in vollem Gange und gewinnt immer weiter an neuen Kommunikations- und Verbreitungsmöglichkeiten. Dabei sollte sich...

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Das neue Empfehlungsmarketing in unseren Social Media Zeiten

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Von dgx,

von Anne M. Schüller, www.anneschueller.comDas klassische Weitererzählen verlagert sich immer mehr ins Internet. Es erlebt dort als digitaler Consumer-Content eine unbändige Renaissance - und findet vor allem über ‚Likes‘ und ‚Dislikes‘ statt. Getrieben wird diese Entwicklung durch Smartphones und Tablet-Computer, die gerade den Massenmarkt erobern. Mit deren Hilfe werden ‚Location based Services‘ und ‚Augmented Reality‘ unseren Lebensstil zunehmend prägen.

Wer auf einer Webseite von den Gesichtern seiner Freunde angelacht wird, weil diese den „Gefällt mir“-Knopf gedrückt haben, kauft eher. Bewertungsportale machen es möglich, jeden beliebigen Anbieter wärmstens weiterzuempfehlen - oder eisig abzuraten. Durch die Eincheck-Funktionen von Foursquare & Co. gibt man seinen Netzwerk-Freunden die Lieblingslocations bekannt - und wird so zum Power-Multiplikator.
Via App senden bereits erste Lokalitäten den Passanten beim Vorübergehen eine Kaufempfehlung nebst Gutschein-Coupon aufs wartende Display. Dank rollender WLAN-Hotspots werden wir selbst im Auto bald standardmäßig ans Internet angebunden sein.
Augmented Reality (AR)
Unter dem Oberbegriff ‚Augmented Reality‘ arbeiten innovative Unternehmen mit Hochdruck an einer Informationsverknüpfung zwischen der realen und der virtuellen Welt. So erhielt bei einem kürzlichen Coca-Cola-Event in Israel jeder Besucher ein RFID-Armband, das ihn auf sein Facebook-Account einloggte. Nun konnte er bei jeder Attraktion über sein Armband “Gefällt mir” klicken und Bilder auf seine Pinnwand schicken.
Solche ‚Like-Machines‘ wird es in Zukunft in vielen Branchen geben. Wer da bei den ‚Votings‘ durchfällt, hat ausgedient. Umsatz und Ergebnisse steigen nicht länger proportional zum Werbedruck, sondern mit der Zahl positiver Empfehlungen. Immer öfter ist das Suchfeld von Google & Co. der Startpunkt für eine potenzielle Kundenbeziehung - und nicht selten gleichzeitig das Ende.
So ist das Internet in kürzester Zeit zu einer wahren Spielwiese für alle möglichen Formen des Empfehlungsmarketing geworden. Bis vor wenigen Jahren beschränkten sich die Möglichkeiten zum Weitersagen auf Bekannte, Kollegen und Geschäftsfreunde. Mundpropaganda fand in einem überschaubaren Rahmen statt. Sie war zwar hörbar, aber nicht sichtbar. Und sie war flüchtig, denn sie musste erinnert werden.
Die neuen Vermarkter
Heutzutage wird das, was wir von einer Sache halten, bereitwillig mit einer breiten Öffentlichkeit geteilt. Es ist ganz selbstverständlich geworden, dass wir uns webbasiert dazu äußern, was wir von einem Anbieter halten - und wovon wir lieber die Finger lassen. Bis zu neunzig Prozent der Internetuser finden die Bewertungen anderer wichtig - und folgen deren Ratschlägen meist nahezu blind.
So haben 19 Prozent aller Reiselustigen, wie eine kürzliche FUR-Reiseanalyse herausfand, ein anderes als das zunächst beabsichtige Hotel gebucht. Das heißt, schlecht bewertete Hotels verlieren jeden fünften Gast allein durch das Internet - und ohne es zu merken. Digitale Mundpropaganda ist in unserer Social-Media-Welt schon fast so was wie Bürgerpflicht. Hierbei kann auf Kommunikationswerkzeuge von unglaublicher Reichweite zurückgegriffen werden, wodurch sich positives wie auch negatives Gerede (Buzz) explosionsartig verbreitet.
Mithilfe mobiler Endgeräte erreicht Word-of-Mouth (WOM) nicht länger nur die Ohren weniger Interessierter, sondern drahtlos die unzähligen Bildschirme der ganzen Welt. Werbung, auf die zu achten es sich lohnt, kommt nun vornehmlich aus dem Kreis der vernetzten Verbraucher. Sie sind die neuen Vermarkter.
Location based Services (LBS)
Empfehlungen stecken fortan in der Hand- oder Hosentasche. Wer unterwegs ist und Informationen will, braucht sein Handy nur noch in die entsprechende Richtung zu halten. Aus den Tiefen des digitalen Raums holt sich unser mobiler Begleiter - eine adäquate Ausstattung vorausgesetzt - über QR-Codes die gewünschten Antworten ohne jede Wartezeit.
Und während unser Blick noch bedächtig über die Auslagen eines Schaufensters streift, checkt unser Smartphone bereits die Reputation des Händlers, die ökologische Haltung des Anbieters, den Fan-Faktor der Marke und bei Bedarf auch die Preise im Vergleich. Mobil verfügbare Infos aus dem Web werden immer mehr zur Grundlage von Kauf- und Nutzungsentscheidungen.
Etwa ein Drittel aller Handy-Besitzer werden wohl Ende des Jahres ein internetfähiges Gerät besitzen, mit dem solch mobiles Surfen möglich ist. All das ist Risiko und Chance zugleich. Denn ob es den Unternehmen nun gefällt oder nicht: Was immer sie heute tun, im Web spricht es sich blitzschnell herum. Und (fast) alles kommt früher oder später heraus. Vernebeln, belügen und betrügen sind in einem solchen Szenario ein Auslaufmodell.
„Google sieht alles und vergisst nichts“ heißt es so schön. Und mehr noch: Das, was die Menschen über ein Unternehmen sagen, hat bei den Suchmaschinen Vorrang vor dem, was die Unternehmen selbst über sich sagen. Algorithmen bevorzugen eben auch People-Buzz.
Die neue ‚Macht der Vielen‘
Heutzutage können Beratungs- und Verkaufsgespräche live ins Internet übertragen und dann kommentiert werden. In Echtzeit twittern wir unsere Eindrücke etwa von einem Event, machen Fotos für unseren Flickr-Account und stellen Video-Sequenzen auf Youtube ein.
Anbieter, die in diesem neuen Szenario unbeschadet davonkommen wollen, tun gut daran, eine Top-Performance zu bieten, moralisch sauber zu sein und in einen offenen, ehrlichen Dialog zu treten. Wer heute nicht empfehlenswert ist, ist morgen nicht mehr kaufenswert - und übermorgen tot. Denn in unserer global vernetzten Welt wird Minderwertiges gnadenlos ausgesondert.
An der Macht der Vielen kommt kein einziges Unternehmen mehr vorbei. Management, Sales & Marketing fällt somit die Aufgabe zu, sich diese konsumentengetriebene Entwicklung zügig zunutze zu machen, förderliche virale Prozesse zu stimulieren und voller Leidenschaft mitzugestalten. Doch nur, wer die Regeln des neuen Word-of-Mouth-Marketing beherrscht, wird künftig zu den Gewinnern zählen.

11-Punkte-Schnell-Checkliste für Ihren Social Media Marketing Plan

  1. Richten Sie Alerts bei Google & Co. für Ihre Angebote und gegebenenfalls auch für die des Wettbewerbs ein - und/oder nutzen Sie ein (kostenloses) Social-Media-Monitoring-Tool.
  2. Tragen Sie sich in Online-Verzeichnisse ein. Sichern Sie sich Einträge auf Branchenplattformen. Stellen Sie Meldungen auf Online-Presseportalen ein. Filtern Sie die meistgenutzten Bewertungsportale in Ihrer Branche heraus.
  3. Reagieren Sie zügig auf Kommentare im Web. Bedanken Sie sich bei denen, die Sie loben. Vor allem aber: Melden Sie sich bei denen, die Beschwerden hatten - und schaffen Sie deren Ärger schnellstmöglich aus der Welt.
  4. Laden Sie aktiv zu Online-Buzz ein, zum Beispiel so: „Folgen Sie uns auf Twitter.“ Oder so: „Werden Sie Fan auf unserer Facebook-Seite.“ Oder so: “Schreiben Sie einen kleinen Erfahrungsbericht auf ... .“
  5. Integrieren Sie Social Plugins wie Facebook’s Gefällt mir, Google‘s +1 wie auch Twitter-Buttons gut sichtbar auf Ihrer Website sowie in eMail-Newslettern und dergleichen. Und setzen Sie Weiterempfehlungslinks.
  6. Nutzen Sie, wenn sinnvoll, Geo-Applikationen wie Google Maps - und buchen Sie gegebenenfalls Icons auf Navi-Apps (Mapvertising).
  7. Arbeiten Sie mit Bewegtbild-Material von kurzer Länge und stellen Sie dies prominent auf Ihren eigenen Webpräsenzen wie auch in die wichtigsten Videoportale ein.
  8. Machen Sie sich mit Gutschein-Diensten wie Groupon und Topdeals vertraut - und prüfen Sie, ob das für Sie sinnvoll ist. Rentabel sind die dort üblichen hohen Rabatte allerdings nur dann, wenn im Gegenzug mit erheblichem Mehrumsatz zu rechnen ist.
  9. Prüfen Sie, ob Eincheckdienste wie Foursquare, Facebook’s Places, Qype oder Gowalla für Sie hilfreich sein. Belohnen Sie Power-Einchecker mit einem kleinen Geschenk.
  10. Statten Sie passende Objekte mit einem QR-Code aus. Das sind grafisch codierte Informationen, die zu ausführlichen Infos ins Web weiterleiten, wenn dieser Code von einem Smartphone mithilfe eines Readers fotografiert wird.
  11. Lassen Sie da, wo dies sinnvoll ist, eine für die User möglichst kostenlose App erstellen. Und vermarkten Sie diese dann auch aktiv.
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