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Partei gegen PowerPoint

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Von dgx,

Der Buchautor Matthias Pöhm hat sich dem Kampf gegen die bekannte Präsentations-Software verschrieben und deshalb eine Anti PowerPoint Partei gegründet, berichtet der „TrendScanner” .

 

 

Constantin Gillies

 

Constantin Gillies,
Redakteur „TrendScanner”

 

In einem exklusiven Interview erläutert er die Chancen, Risiken und Perspektiven zur Unternehmenswerbung auf Facebook.

In einem neuen Beitrag für den „TrendScanner” schreiben Sie, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem „kollektiven Facebook-Wahn“ befindet. Was meinen Sie damit?

CG: Ich bin der Meinung, dass Firmen das Marketingpotenzial von sozialen Netzwerken völlig überschätzen. Facebook ist derzeit noch kein Medium für die Wirtschaft, sondern vor allem eine private Kontaktplattform ist: Große Konsumgüterhersteller versammeln zwar Hunderttausende von Fans auf ihren Facebook-Seiten, aber nur rund ein Prozent dieser Anhänger interagieren wirklich mit der Marke, etwa durch das Posten eines Kommentars.

Warum also sollte ein Unternehmen große Social-Media-Teams aufbauen? Und selbst wenn es gelingt, eine lebhafte Gemeinde von Kunden zu gewinnen: Wie viel sind die ganzen Fans und LIKEs überhaupt wert? Den finanziellen Nutzen von Werbung in Social Media zu errechnen, ist, wie einen Pudding an die Wand zu nageln.

Wenn man unter all das einen Strich zieht, muss die Diagnose lauten: Mit Facebook allein lässt sich derzeit eine große Konsumgütermarke noch nicht bekannt machen.

Angeblich sind Facebook-Fans doch loyalere Kunden ...

CG: Studien aus den USA deuten tatsächlich darauf hin. Doch diesen Chancen stehen enorme Risiken gegenüber: Wer als Unternehmer eine Facebook-Seite einrichtet, muss zum Beispiel damit rechnen, dass sich hier Kritiker zusammenrotten und eine Anti-Kampagne starten, einen so genannten Shitstorm.

Dann stehen Sie als Unternehmer an einem Pranger, den Sie selbst gebaut haben. Und solche Krisen lassen sich nicht mehr aussitzen: Hier ist eine schnelle Reaktion gefragt. Sie müssen mit den Kritikern in den Dialog treten, möglichst persönlich und auf allen Online-Kanälen. Das bindet viel erfahrenes Personal. Aber an solche Nebenwirkungen denken die wenigsten Firmen, wenn sie sich auf Facebook stürzen.

Sollten Firmen also einen Bogen um Facebook machen?

CG: Nein. Soziale Netzwerke sind wichtig und werden in Zukunft immer wichtiger, vor allem für die Rekrutierung und das Employer Branding. Es ist doch so: Was wir bisher gesehen haben, war eine hemmungslose Übertreibung wie zu Zeiten des Dotcom-Booms.

Alle waren berauscht von den Möglichkeiten eines neuen Mediums. Als nächstes kommt der unvermeidliche Kater, und in vier bis fünf Jahren werden Facebook und Co. ihren Platz in der Marketinglandschaft gefunden haben - nicht als Allheilmittel, sondern als ein Medium unter vielen.

Was empfehlen Sie den Marketing-Verantwortlichen heute?

CG: Weiterhin mehrgleisig fahren! Wenn ich höre, dass Firmen ihre Homepage schließen und nur noch auf Facebook vertreten sind, kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wer so handelt, macht sich von einem externen Anbieter abhängig, der obendrein in Übersee sitzt.

Das ist grob fahrlässig. Unternehmen brauchen auch weiterhin eine Plattform, über die sie die Hoheit haben - sei es das eigene Blog oder die klassische Homepage. Außerdem sollten Sie bei allen Aktivitäten bedenken, dass der Marktführer Facebook vielleicht in wenigen Jahren schon wieder verschwunden ist - man denke an das Schicksal von Second Life oder MySpace.

Facebook ist toll, doch Sie sollten auch immer für eine Zeit nach Facebook planen.

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