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Lohnabrechnung: Personalrabatt kann Kindergeld gefährden

 

Von Günter Stein,

Damit Eltern volljähriger Auszubildender weiterhin Kindergeld erhalten, dürfen die Kinder nicht mehr als 7.680 € im Jahr verdienen (abzüglich Werbungskosten und Sozialversicherungsbeiträge).

In einem aktuellen Urteil hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Inanspruchnahme eines Personalrabatts dabei ebenfalls berücksichtigt werden muss (Az. III B 106/07 vom 13.2.2008).

Lohnabrechnung: Vater nutzte Personalrabatt

Im konkreten Fall hatte der Vater einer Auszubildenden den Personalrabatt genutzt, um sich ein neues Auto zu kaufen. Die Auszubildende war in einem Autohaus beschäftigt und erlernte den Beruf Automobilkauffrau. Der Rabatt betrug mehr als 3.000 € und die Auszubildende verdiente damit rechnerisch deutlich mehr als 7.680 € im Jahr. Das Kindergeld wurde gestrichen. Wer vom Rabatt profitiert, spielt keine Rolle Das wollte der Vater der Auszubildenden nicht hinnehmen. Er argumentierte folgendermaßen: Ausschließlich er hätte den Personalrabatt genutzt und nicht seine Tochter. Das erworbene Kraftfahrzeug würde auch ausschließlich er fahren. Insofern sei der Personalrabatt nicht das Einkommen der Tochter.

Lohnabrechnung: BFH sah die Sache anders

Für den Bundesfinanzhof war diese Argumentation allerdings nicht schlüssig. Der Personalrabatt gehörte ohne Zweifel zu den Einkünften der Auszubildenden. Das gelte auch dann, wenn ein Kind den Rabatt an seine Eltern weitergibt. Schließlich würden auch dann – bzw. gerade dann - die Eltern entlastet. Der Rabatt sei daher ohne Zweifel als kindergeldrelevant anzusehen.

Lohnabrechnung: Konsequenzen für ausbildende Betriebe

Wenn Sie als ausbildender Betrieb Personalrabatte vergeben, sollten Sie die Auszubildenden darüber informieren, dass diese sich auf den Bezug von Kindergeld auswirken (können). Machen Sie darauf aufmerksam, dass auch eine minimale Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 7.680 € zur Streichung des Kindergeldes in voller Höhe führen kann. Insofern kann auch der Erwerb von Kleinartikeln mit einem entsprechenden Rabatt große Folgen haben. Je näher das Einkommen Ihrer Auszubildenden an dieser Jahresverdienstgrenze liegt, desto wichtiger ist ein entsprechender Hinweis. Am besten geben Sie Ihren Azubis einen Tipp in Form eines Merkzettels, den sie ihren Eltern weiterreichen können.

Mit einer solchen „Warnung“ helfen Sie nicht nur den Eltern Ihrer Azubis, Geld zu sparen. Sie zeigen damit auch, dass Ihnen die Interessen Ihrer Auszubildenden und deren Familie wirklich am Herzen liegen. Das sorgt für zunehmendes Vertrauen und eine engere Bildung zwischen Ihnen und Ihren Auszubildenden.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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