Infografik zur Entschl√ľsselung von Arbeitszeugnis-Codes

Arbeitszeugnis entschl√ľsseln: 5 Geheimcode-Tabellen

Das Arbeitszeugnis ist ber√ľhmt-ber√ľchtigt f√ľr seine wohlwollenden Formulierungen mit versteckten Botschaften und Geheimcodes. Daher muss ein Arbeitszeugnis stets entschl√ľsselt werden, um herauszufinden, wie gut ein Bewerber tats√§chlich bewertet wurde. Damit Ihnen die Entschl√ľsselung von Arbeitszeugnissen gelingt, haben wir Ihnen zahlreiche Tabellen mit Zeugnis-Geheimcodes und deren Bedeutung zur Verf√ľgung gestellt.
Inhaltsverzeichnis

Arbeitszeugnis entschl√ľsseln ‚Äď das Wichtigste zusammengefasst

Ein Arbeitszeugnis wird zwar stets in wohlwollender Zeugnissprache verfasst, enth√§lt jedoch auch verschl√ľsselte Formulierungen, die Aufschluss √ľber die tats√§chliche Bewertung des Mitarbeiters zulassen. Bei diesen Floskeln handelt es um sogenannte Geheimcodes im Zeugnis, die vor allem Personaler entschl√ľsseln k√∂nnen m√ľssen.

  • Die Geheimcodes im Arbeitszeugnis vergeben in der Regel eine Note zwischen 1 und 6.
  • Zur Entschl√ľsselung der Zeugnissprache ist auf die Ausgewogenheit in der verwendeten Sprache, auf die generelle Vollst√§ndigkeit des Zeugnisses sowie auf spezielle Schl√ľsselformulierungen und Steigerungen in der Bewertung zu achten.
  • Bestimmte Geheimcodes im Zeugnis gelten als verboten und k√∂nnen vom Arbeitnehmer angefochten werden.

Was sind Geheimcodes im Arbeitszeugnis?

Geheimcodes sind Formulierungen im Arbeitszeugnis, die zun√§chst anerkennend und positiv klingen, bei genauerer Betrachtung jedoch eine andere, eher negative Bewertung offenbaren. Da direkte negative √Ąu√üerungen gegen√ľber dem Arbeitnehmer in Arbeitszeugnissen rechtlich nicht zul√§ssig sind, haben Arbeitgeber eine Art Codesprache (die ‚ÄúZeugnissprache‚ÄĚ) entwickelt, um auch schw√§chere Leistungen oder Verhaltensauff√§lligkeiten des Arbeitnehmers diplomatisch zu kommunizieren.

Doch auch positive Bewertungen haben sich in der Zeugnissprache mit speziellen Formulierungen standardisiert. Beispielsweise bedeutet die h√§ufig im Arbeitszeugnis auffindbare Formulierung ‚Äústets zu unserer vollsten Zufriedenheit‚ÄĚ eine sehr gute Beurteilung.

Hinweis!

Das eine wohlwollende Zeugnissprache in Deutschland benutzt wird, statt authentisch und eindeutig zu formulieren, hat gesetzgeberische Gr√ľnde. Der ¬ß 109 der Gewerbeordnung (GewO) legt einem Arbeitgeber auf, ein Arbeitszeugnis klar und verst√§ndlich zu verfassen. ‚ÄúEs darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der √§u√üeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage √ľber den Arbeitnehmer zu treffen.‚ÄĚ

Wie entschl√ľssele ich Geheimcodes im Arbeitszeugnis?

Um Geheimcodes im Arbeitszeugnis zu entschl√ľsseln, muss man auf Schl√ľsselformulierungen, Steigerungen in der Bewertung und auf die Ausgewogenheit der Sprache sowie auf die Vollst√§ndigkeit des Zeugnisses achten. Personaler und Privatpersonen, die ihr Zeugnis entschl√ľsseln wollen, sollten sich zudem mit der Zeugnissprache und den typischen Formulierungen im Zeugnis vertraut machen. Mit sorgf√§ltigem Lesen und etwas √úbung kann man die versteckten Codes und Noten entschl√ľsseln und auf diese Weise ein authentisches Bild des bewerteten Mitarbeiters erhalten.

Nachfolgend finden Sie mehrere Tabellen, die zeigen, welche Note mit welcher Formulierung vergeben wird und was die Zeugnissprache und die verwendeten Geheimcodes wirklich bedeuten.

Benotung im Arbeitszeugnis: Welche Floskeln im Zeugnis bedeuten welche Note?

Wie bei Schulzeugnissen nutzt die Zeugnissprache ebenfalls eine Skala mit Noten von 1 bis 6. Eine ‚Äú1‚ÄĚ entspricht Formulierungen, die ein ‚Äústets zu unserer vollsten Zufriedenheit‚ÄĚ enthalten. Das ‚Äústets‚ÄĚ ist in Arbeitszeugnissen also ein wichtiges Schl√ľsselwort.

Formulierungen wie ‚Äúer hat sich bem√ľht‚ÄĚ k√∂nnen als mangelhaft (5) entschl√ľsselt werden. Ebenso k√∂nnen Zwischennoten wie eine ‚Äú3-‚ÄĚ oder ‚Äú2+‚ÄĚ vergeben werden.

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, welche Floskel im Zeugnis welche Note bedeutet:

Formulierungen im ArbeitszeugnisBedeutungNote
‚Äústets zu unserer vollsten Zufriedenheit‚ÄĚSehr gut1
‚Äústets zu unserer vollen Zufriedenheit‚ÄĚGut2
‚Äězu unserer vollen Zufriedenheit‚ÄĚBefriedigend3
‚Äúzu unserer Zufriedenheit‚ÄĚAusreichend4
‚Äúhat sich bem√ľht, zur Zufriedenheit zu arbeiten‚ÄĚMangelhaft5
Tabelle: Noten im Arbeitszeugnis

Geheimcodes bei der Leistungsbeurteilung entschl√ľsselt

Die Leistungsbeurteilung vom Arbeitgeber ist eine Zusammenfassung aller im Arbeitszeugnis thematisierten Leistungen, die vor allem im qualifizierten Arbeitszeugnis verwendet wird. Personaler und Vorgesetzte sehen die Leistungsbeurteilung und die Beurteilung der Aufgaben als entscheidend an und achten vor allem auf die Nuancen in den Formulierungen.

Zeugnis-Formulierungen bei der LeistungsbeurteilungBedeutung der Zeugnis-Floskel
Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.Er hat das getan, was er konnte, viel ist dabei nicht herumgekommen.
Er erledigte alle Arbeiten mit gro√üem Flei√ü und Interesse.Er war eifrig, aber eben nicht besonders t√ľchtig.
Er hat alle Arbeiten ordentlich/ordnungsgem√§√ü erledigt.B√ľrokrat, ohne jede Eigeninitiative.
Er war loyal, freundlich und hilfsbereit.Leider fehlten fachliche Leistungen.
Er war wegen seiner P√ľnktlichkeit ein Vorbild.Schlechte Leistungen. Das einzig Erw√§hnenswerte ist eine Selbstverst√§ndlichkeit.
Er war immer mit Interesse bei der Sache.Interesse ja ‚Äď Leistungen nein.
Er zeigte f√ľr seine Arbeit Verst√§ndnis.Er war faul und hat nichts getan.
Er erledigte die ihm √ľbertragenen Leistungen mit gro√üem Flei√ü und Interesse.Eifriger Mitarbeiter, aber wenig erfolgreich bei der Umsetzung.
Allen Aufgaben hat er sich mit Begeisterung gewidmet.Aber ohne Erfolg.
Er war sehr genau.Aber auch entsprechend langsam.
Er hat gewissenhaft gearbeitet.Er ist zur Arbeit gekommen, hat aber nichts geleistet.
Er hat unserer Firma reges Interesse entgegengebracht.Geleistet hat er jedoch nichts.
Wir haben ihm Gelegenheit geboten, sich in alle Arbeiten gr√ľndlich einzuarbeiten.Aber er hat es trotzdem nicht geschafft.
Wir schätzen ihn als einen eifrigen Mitarbeiter, der die ihm gemäßen Aufgaben schnell und sicher bewältigte.Nämlich die anspruchslosen Aufgaben.
Die Aufgaben, die ihm √ľbertragen wurden, erledigte er zu meiner Zufriedenheit.Ihm konnten nur bestimmte, leichte Aufgaben √ľbertragen werden.
Er bem√ľhte sich stets mit gro√üem Flei√ü, die ihm √ľbertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erf√ľllen.Er hat auf ganzer Linie versagt.
Wir best√§tigen gern, dass er mit Flei√ü, Ehrlichkeit und P√ľnktlichkeit an seine Aufgaben herangegangen ist.Leider hatte er aber keine fachlichen Qualit√§ten.
Er verstand es, die Aufgaben mit Erfolg zu delegieren.Hat kaum selbst gearbeitet.
Er erf√ľllte seine Aufgaben zu unserer Zufriedenheit.M√§√üige, aber brauchbare Aufgaben.
Er war Neuem gegen√ľber stets aufgeschlossen.Er hat es aber nicht geschafft, das Ganze in die Praxis umzusetzen.
Tabelle: Bedeutung von Floskeln im Zeugnis bei der Leistungsbeurteilung

Eine Leistungsbeurteilung umfasst, wie die Tabelle zeigt, verschiedene Aspekte wie zum Beispiel die Leistungsbereitschaft, die Arbeitsbef√§higung, die Arbeitsweise und das Arbeitsergebnis. Hinzu kommt oft noch eine abschlie√üende Zufriedenheitsformel, welche die Gesamtnote ausdr√ľckt.

Welche Formulierungen je nach Aspekt der Leistungsbeurteilung welche Note bedeuten, zeigen wir Ihnen nachfolgend.

Formulierungen zur Leistungsbereitschaft inklusive Benotung

Die Bewertung der Leistungsbereitschaft bezieht sich auf das ‚ÄěWollen‚Äú Ihres Bewerbers in seinem fr√ľheren Arbeitsverh√§ltnis. Darunter fallen insbesondere

  • die Arbeitsbereitschaft,
  • der Arbeitswille,
  • die Motivation und
  • die Eigeninitiative.

Folgende Formulierungen bringen die jeweilige Bewertung zum Ausdruck:

  • Sehr gut:¬†Er zeigte stets au√üerordentliche Initiative, gro√üen Flei√ü und Eifer. Er war stets hoch motiviert und zeigte au√üergew√∂hnliches Engagement bei der L√∂sung von Arbeitsaufgaben.
  • Gut: Er zeigte stets Initiative, Flei√ü und Eifer. Er war stets motiviert und engagiert bei der L√∂sung von Arbeitsaufgaben.
  • Befriedigend:¬†Er zeigte Initiative, Flei√ü und Eifer. Er war motiviert und engagiert bei der L√∂sung von Arbeitsaufgaben.
  • Ausreichend:¬†Er zeigte Initiative, Flei√ü und Eifer in ausreichendem Ma√üe. Er erf√ľllte seine Aufgaben den Erwartungen entsprechend.
  • Mangelhaft: Er erf√ľllte seine Aufgaben im Allgemeinen den Erwartungen entsprechend.

Zeugniscodes bei der Bewertung der Arbeitsbefähigung

Bei der Arbeitsbef√§higung werden Aussagen seitens des ehemaligen Arbeitgebers zum ‚ÄěK√∂nnen‚Äú Ihres Bewerbers getroffen. Das umfasst insbesondere seine

  • Auffassungsgabe,
  • Belastbarkeit,
  • Erfahrungen, Fachkenntnisse, Fachwissen,
  • intellektuellen F√§higkeiten sowie seine F√§higkeit zur Probleml√∂sung.

Folgende Formulierungen bringen die jeweilige Bewertung des ehemaligen Vorgesetzen zum Ausdruck:

  • Sehr Gut:¬†Er bew√§ltigte neue Arbeitssituationen stets sehr gut und sicher. Aufgrund seines hervorragenden Fachwissens und seiner langj√§hrigen Berufserfahrung bew√§ltigte er neue Arbeitssituationen stets sehr gut und sicher.
  • Gut:¬†Er bew√§ltigte neue Arbeitssituationen stets gut und sicher. Aufgrund seines umfassenden Fachwissens und Fertigkeiten bew√§ltigte er neue Arbeitssituationen stets gut und sicher.
  • Befriedigend:¬†Er bew√§ltigte neue Arbeitssituationen erfolgreich. Aufgrund seiner Fachkenntnisse und Fertigkeiten bew√§ltigte er neue Arbeitssituationen stets zu unserer Zufriedenheit.
  • Ausreichend:¬†Er passte sich neuen Arbeitssituationen an. Er verf√ľgt √ľber die erforderlichen Fachkenntnisse und Fertigkeiten und wurde den Anforderungen des Arbeitsplatzes gerecht.
  • Mangelhaft:¬†Er passte sich neuen Arbeitssituationen meist ohne gr√∂√üere Schwierigkeiten an. Er verf√ľgt √ľber Fachkenntnisse und Fertigkeiten und wurde den Anforderungen des Arbeitsplatzes meistens gerecht.

Zeugnissprache bei der Arbeitsweise

Bei der Bewertung der Arbeitsweise werden Feststellungen seitens des ehemaligen Arbeitgebers zum ‚ÄěStil‚Äú Ihres Bewerbers gemacht, insbesondere zu seiner

  • Diskretion,
  • Loyalit√§t,
  • Selbstst√§ndigkeit,
  • Sorgfalt,
  • Vertrauensw√ľrdigkeit und
  • Zuverl√§ssigkeit.

Folgende Formulierungen bringen die jeweilige Bewertung des ehemaligen Vorgesetzen zum Ausdruck:

  • Sehr gut:¬†Er erledigte seine Aufgaben stets selbstst√§ndig mit √§u√üerster Sorgfalt und Genauigkeit. Er war in h√∂chstem Ma√üe stets zuverl√§ssig und uneingeschr√§nkt loyal. Durch seine kreative und selbstst√§ndige Arbeitsweise konnte er sich stets auf jede Arbeitssituation einstellen und ist damit vielseitig einsetzbar.
  • Gut: Er erledigte seine Aufgaben stets selbstst√§ndig mit gro√üer Sorgfalt und Genauigkeit. Er war in h√∂chstem Ma√üe zuverl√§ssig und uneingeschr√§nkt loyal. Durch seine kreative und selbstst√§ndige Arbeitsweise konnte er sich auf jede Arbeitssituation einstellen und ist damit vielseitig einsetzbar.
  • Befriedigend:¬†Er erledigte seine Aufgaben stets sorgf√§ltig und genau. Er war stets zuverl√§ssig und loyal. Durch seine kreative und selbstst√§ndige Arbeitsweise konnte er sich auf Arbeitssituation einstellen und ist damit vielseitig einsetzbar.
  • Ausreichend:¬†Er erledigte seine Arbeiten mit Sorgfalt und Genauigkeit. Er zeigte keinerlei Unsicherheiten bei der Ausf√ľhrung seiner Arbeitsaufgaben.
  • Mangelhaft:¬†Er erledigte die ihm √ľbertragenen Aufgaben im Allgemeinen sorgf√§ltig und genau. Er war zumeist um eine sorgf√§ltige und genaue Arbeitsweise bem√ľht.

Formulierungen zum Arbeitserfolg sowie deren Note

Zum Arbeitsergebnis als ‚ÄěErfolg‚Äú Ihres potenziellen Mitarbeiters geh√∂ren insbesondere folgende Kriterien:

  • Arbeitsmenge,
  • Arbeitstempo,
  • Arbeitsqualit√§t,
  • √úberzeugungskraft und
  • Verhandlungsgeschick.

Folgende Formulierungen bringen die jeweilige Bewertung zum Ausdruck:

  • Sehr gut: Er hat sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht stets sehr gute Arbeitsergebnisse erzielt. Er zeigte stets eine sehr gute Arbeitsqualit√§t.
  • Gut:¬†Er hat sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht stets gute Arbeitsergebnisse erzielt. Er zeigte stets eine gute Arbeitsqualit√§t.
  • Befriedigend:¬†Er hat sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht gute Arbeitsergebnisse erzielt. Er zeigte eine √ľberdurchschnittliche Arbeitsqualit√§t.
  • Ausreichend:¬†Seine Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen. Er arbeitete sorgf√§ltig und genau.
  • Mangelhaft:¬†Seine Arbeitsergebnisse entsprachen im Allgemeinen den Anforderungen. Er arbeitete oft sorgf√§ltig und genau.

Neben dem allgemeinen Arbeitserfolg sollten auch besondere Leistungen und Errungenschaften des Arbeitnehmers betont werden. Zu den besonderen Arbeitserfolgen Ihres Bewerber in seinem fr√ľheren Arbeitsverh√§ltnis geh√∂ren etwa

  • Arbeitnehmererfindungen,
  • Bef√∂rderungen,
  • die L√∂sung besonders schwieriger Sonderf√§lle,
  • die √úbernahme oder der Aufbau einer Abteilung sowie
  • Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

Einen besonderen Arbeitserfolg können Sie etwa folgender Formulierung des ehemaligen Vorgesetzen entnehmen: Er konnte trotz schwieriger Wirtschaftslage die Umsätze und Gewinne seiner Abteilung steigern und den Kundenstamm weiter ausbauen. Damit gehört er zu den besten Abteilungsleitern unseres Hauses.

Die Gesamtnote in der Leistungsbeurteilung

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis muss in jedem Fall eine abschlie√üende Leistungsbeurteilung enthalten, die auf die vergebene Gesamtnote hindeutet. Dabei werden regelm√§√üig folgende ‚ÄěZufriedenheitsformeln‚Äú verwendet:

  • Sehr gut: Er hat die ihm √ľbertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. / Wir waren mit seinen Leistungen au√üerordentlich zufrieden. / Seine Leistungen haben in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung gefunden. / Er hat unsere Erwartungen immer und in allerbester Weise erf√ľllt.
  • Gut:¬†Er hat die ihm √ľbertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. / Wir waren mit seinen Leistungen voll und ganz zufrieden. / Seine Leistungen waren voll und ganz zufrieden stellend. / Er hat unsere Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.
  • Befriedigend:¬†Er hat die ihm √ľbertragenen Aufgaben zu unserer (vollen) Zufriedenheit erledigt. / Seine Leistungen waren stets zufrieden stellend. / Er hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht und Weise entsprochen.
  • Ausreichend:¬†Er hat die ihm √ľbertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt. / Mit seinen Leistungen waren wir zufrieden. / Er hat unseren Erwartungen entsprochen. / Wir waren mit ihm zufrieden. / Er hat zufrieden stellend gearbeitet.
  • Mangelhaft:¬†Er hat die ihm √ľbertragenen Aufgaben im Gro√üen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt. / Er hat unsere Erwartungen gr√∂√ütenteils erf√ľllt. / Er f√ľhrte die ihm √ľbertragenen Arbeiten mit gro√üem Flei√ü und Interesse durch. / Er hat sich stets bem√ľht, die ihm √ľbertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.
  • Ungen√ľgend:¬†Er bem√ľhte sich, die ihm √ľbertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen. / Er hatte Gelegenheit, die ihm √ľbertragenen Aufgaben zu erledigen. / Er erfasste das Wesentliche und bem√ľhte sich um sinnvolle L√∂sungen. / Er zeigte f√ľr seine Arbeit Verst√§ndnis und Interesse. / Er setzte sich im Rahmen seiner M√∂glichkeiten ein.

Geheimcodes beim Sozialverhalten und ihre Bedeutung

Im Arbeitszeugnis wird unter dem Punkt Sozialverhalten die Interaktion des Mitarbeiters mit Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden bewertet. Das soziale Verhalten umfasst Aspekte wie Teamfähigkeit, Konfliktverhalten, Kommunikationsfähigkeit und allgemeines Benehmen aus Sicht des Arbeitgebers.

Formulierungen im Arbeitszeugnis zum SozialverhaltenBedeutung und Note
Er war beliebt und hatte ein gutes Verhältnis zu den KollegenUneingeschränkt positives soziales Verhalten
Er konnte sich im Großen und Ganzen gut in das Team integrierenEs gab mehrere Probleme im sozialen Bereich
Sein Verhalten gegen√ľber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlichSehr gutes soziales Verhalten
Mit ihren Vorgesetzten und Kollegen kam sie stets gut zurechtGutes soziales Verhalten
Mit seinen Kollegen und Vorgesetzten kam er im Großen und Ganzen zurechtMangelhaftes soziales Verhalten
Er zeigte sich engagiert im Kontakt mit KundenKonflikte mit Kunden waren an der Tagesordnung
Er war stets freundlich und zuvorkommendBefriedigendes soziales Verhalten
Er konnte sich im Umgang mit Vorgesetzten durchsetzenEs gab Konflikte mit Vorgesetzten
Er hatte ein schwieriges Verh√§ltnis zu seinen KollegenMangelhaftes soziales Verhalten ‚Äď evtl. Hinweis auf Mobbing
Sie erschien stets gepflegt und ordentlichEs gab Probleme mit der Kleiderordnung
Auch sein Verhalten gegen√ľber unseren Kunden war stets sehr zuvorkommend.Sehr gutes soziales Verhalten
Unseren Gesch√§ftspartnern gegen√ľber trat er meist umsichtig auf, was nicht zu kritisieren war.Mangelhaftes soziales Verhalten
Tabelle: Geheimcodes entschl√ľsselt betreffend des Sozialverhaltens im Arbeitszeugnis

Geheimcodes zum F√ľhrungsverhalten (bei F√ľhrungskr√§ften)

Das F√ľhrungsverhalten von F√ľhrungskr√§ften wird ebenfalls im Arbeitszeugnis bewertet. Die Einsch√§tzung des Verhaltens von F√ľhrungskr√§ften konzentriert sich auf Aspekte wie:

  • der F√ľhrungsstil,
  • die Mitarbeiterf√ľhrung,
  • die Mitarbeiterauswahl,
  • die Anzahl und Qualifikation der unterstellten Mitarbeiter,
  • die Arbeitszufriedenheit in der unterstellten Arbeitsgruppe/Abteilung,
  • die Delegation von Verantwortung,
  • die erzielten Gruppen- und Abteilungsergebnisse,
  • der Kompetenzumfang und
  • die F√§higkeit zur Motivation und F√∂rderung der Untergebenen sowie
  • das Erreichen von Gesch√§ftszielen.

Neben der Beurteilung der Leistung sind herausragende Erfolge oder die cross-funktionale Zusammenarbeit ebenfalls Themen, die beurteilt werden.

Formulierungen im Arbeitszeugnis zum F√ľhrungsverhaltenBedeutung und Note
Sie f√ľhrte das Team zu unserer vollsten ZufriedenheitSehr gutes F√ľhrungsverhalten
Sie √ľbte ihre T√§tigkeit im Sinne des Unternehmens ausEs gab klare F√ľhrungsdefizite
Er hatte ein gutes Verh√§ltnis zu seinen MitarbeiternGutes F√ľhrungsverhalten
Sie war stets bem√ľht, die Ziele des Unternehmens zu erreichenDurchschnittliches, befriedigendes F√ľhrungsverhalten
Sie zeigte sich in schwierigen Situationen belastbarGutes F√ľhrungsverhalten
Sie war f√ľr die Mitarbeiter immer ansprechbar und hatte ein offenes Ohr f√ľr ihre AnliegenGutes Verhalten in der F√ľhrung
Sie setzte sich aktiv f√ľr die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter einGutes F√ľhrungsverhalten
Sie delegierte Aufgaben effektiv und erkannte die St√§rken ihrer MitarbeiterGutes Verhalten in der F√ľhrung
Sein F√ľhrungsstil war gepr√§gt von Flexibilit√§t, Geistesgegenwart und UmsichtAusreichendes F√ľhrungsverhalten, da Erfolge fehlen
Er verhielt sich seinen Mitarbeitern gegen√ľber stets offen und kollegial, verstand es aber dennoch, sich in schwierigen Situationen durchzusetzenAusreichendes bis mangelhaftes F√ľhrungsverhalten, je nach Kontext des Arbeitszeugnisses
Das pers√∂nliche F√ľhrungsverhalten und sein Verh√§ltnis zu Mitarbeitern und h√∂herrangigen F√ľhrungskr√§ften waren ausbauf√§higMangelhaftes F√ľhrungsverhalten
Er suchte bei allen Auftr√§gen stets nach sinnvollen L√∂sungenMangelhaftes Verhalten in der F√ľhrung
Er stellte trotz der leider sehr hohen Fluktuation und anderer schwieriger Umst√§nde in seiner Abteilung die Funktionsf√§higkeit sicherEr f√ľhrte seine Abteilung mangelhaft
Tabelle: Zeugnissprache beim F√ľhrungsverhalten

Benotung des F√ľhrungsverhaltens ‚Äď welche Note bei welcher Formulierung?

Folgende Formulierungen bringen die jeweilige Bewertung zum Ausdruck:

  • Sehr gut: Durch seine fach- und personenbezogene F√ľhrung motivierte er die ihm unterstellten Mitarbeiter stets zu sehr guten Leistungen. Er delegierte die Arbeit in seiner Abteilung stets hervorragend und konnte seine Untergebenen stets zu hervorragenden Leistungen motivieren.
  • Gut: Durch seine fach- und personenbezogene F√ľhrung motivierte er die ihm unterstellten Mitarbeiter stets zu guten Leistungen. Er delegierte die Arbeit in seiner Abteilung hervorragend und konnte seine Untergebenen stets zu guten Leistungen motivieren.
  • Befriedigend:¬†Durch seine fach- und personenbezogene F√ľhrung motivierte er die ihm unterstellten Mitarbeiter zu guten Leistungen. Er delegierte die Arbeit in seiner Abteilung und konnte seine Untergebenen voll zufriedenstellenden Leistungen motivieren.
  • Ausreichend:¬†Durch seine fach- und personenbezogene F√ľhrung motivierte er die ihm unterstellten Mitarbeiter zu zufriedenstellenden Leistungen. Er konnte die Arbeit in seiner Abteilung delegieren und seine Untergebenen motivieren.
  • Mangelhaft:¬†Er bem√ľht sich, durch eine fach- und personenbezogene F√ľhrung die ihm unterstellten Mitarbeiter zu motivieren. Er konnte oft die Arbeit in seiner Abteilung delegieren und seine Untergebenen zu meist zufriedenstellenden Leistungen motivieren.

Was bedeuten die Geheimcodes beim Ausscheiden und in der Schlussformel?

Das Ausscheiden aus dem Unternehmen wird im Arbeitszeugnis ebenfalls in der Schlussformel codiert und mit verschiedenen Formulierungen durch den Arbeitgeber kommentiert. Besonders aussagekr√§ftig wirkt ein Arbeitszeugnis, wenn der Arbeitgeber sein Bedauern √ľber das Ausscheiden ausdr√ľckt und dem Mitarbeiter mit einer Schlussformel im Zeugnis f√ľr die Zukunft alles Gute w√ľnscht.

Formulierungen im ArbeitszeugnisBedeutung / Note
Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und w√ľnschen ihm f√ľr die Zukunft alles GuteSehr gut
Wir bedauern sein Ausscheiden und w√ľnschen ihm f√ľr die Zukunft alles GuteGute Abschlussformel
Wir danken ihm f√ľr seine Mitarbeit und w√ľnschen ihm alles Gute f√ľr die Zukunft.Befriedigend bis ausreichend, wenig wertsch√§tzend
Wir bedauern sein Ausscheiden und danken ihm f√ľr die stets gute ZusammenarbeitGute Abschlussformel
Wir w√ľnschen ihm f√ľr die Zukunft alles Gute und viel ErfolgNegative Abschlussforme, da viel Erfolg gew√ľnscht wird
Wir bedauern, auf ihre weitere Mitarbeit verzichten zu m√ľssenNegative Abschlussformel
Wir hatten sie sehr gesch√§tzt. Umso mehr bedauern wir, dass wir das Arbeitsverh√§ltnis zum heutigen Tage beenden m√ľssenVerlieren der Wertsch√§tzung aufgrund eines Ereignisses
Tabelle: Geheimcodes in der Schlussformel sowie ihre Bedeutung

Negatives Arbeitszeugnis erkennen

Ein Arbeitszeugnis kann auf den ersten Blick sehr positiv wirken und durch wohlwollende und eloquente Formulierungen seitens des ehemaligen Vorgesetzen √ľberzeugen. Dennoch kann es sich um ein Arbeitszeugnis mit einer eher negativen Bewertung handeln. Denn in manchen F√§llen versteckt sich in dem Arbeitszeugnis eine verdeckte Negativit√§t, die erst auf den zweiten Blick oder durch Erfahrung zu erkennen ist. Um ein negatives Arbeitszeugnis zu erkennen, sollten Sie daher auf folgende Punkte achten:

  • Bestimmte Phrasen wie ‚ÄěIm Gro√üen und Ganzen‚Äú oder ‚Äěim Allgemeinen‚Äú sowie das Wort ‚Äěausreichend‚Äú deuten auf eine negative Bewertung hin.
  • Die fehlende Erw√§hnung von bestimmten T√§tigkeiten und Aufgaben im Unternehmen oder das Weglassen eines Teils der Beurteilung im Arbeitszeugnis deutet ebenfalls auf eine verdeckte Negativit√§t hin. Selbst wenn der Inhalt oberfl√§chlich stimmig erscheint, wird der Mitarbeiter in einem ung√ľnstigen Licht dargestellt.
  • Auch formale Fehler in Arbeitszeugnissen deuten auf eine negative Bewertung hin. Fallen in einem Zeugnis mehrere Rechtschreibfehler auf, kann dies als Signal vom Arbeitgeber verstanden werden und auf Nachl√§ssigkeiten des Mitarbeiters hinweisen.
  • Eine unterstrichene Telefonnummer im Arbeitszeugnis kann signalisieren, dass weitere Informationen √ľber den Bewerber verf√ľgbar sind und diese im pers√∂nlichen Gespr√§ch zwischen zwei Unternehmen thematisiert werden k√∂nnen.

Negative Bewertungen, die positiv verschleiert werden, sind ebenfalls ein Hinweis auf eine negative Beurteilung. Beispiele hierf√ľr sind:

  • Im Gro√üen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit (ungen√ľgend)
  • Er beeindruckte durch korrektes Verhalten (ein unfreundlicher Mitarbeiter)

Welche Geheimcodes sind im Arbeitszeugnis unzulässig?

Im Arbeitszeugnis ist es unzul√§ssig, unverh√§ltnism√§√üig lange Ausf√ľhrungen √ľber Selbstverst√§ndliches zu machen oder bewusst Mehrdeutigkeiten f√ľr negative Bewertungen einzusetzen. Ebenso darf kein Geheimcode wie ‚ÄěSeine Geselligkeit hat unseren Arbeitsalltag stets bereichert‚Äú genutzt werden, um das Alkoholproblem eines Mitarbeiters zu thematisieren.

Der offene oder verschl√ľsselte Hinweis auf Erkrankungen des Mitarbeiters ist ebenfalls nicht zul√§ssig. Aus diesem Grund darf der folgende Satz nicht im Arbeitszeugnis erscheinen: ‚ÄěWir w√ľnschen ihm f√ľr die Zukunft alles Gute und Gesundheit.‚Äú

Weitere Geheimcodes, die verboten sind:

  • ‚ÄěF√ľr die Belange der Belegschaft bewies sie immer Einf√ľhlungsverm√∂gen.‚Äú (sexuelle Kontakte unter Kollegen)
  • ‚ÄěSeine Standpunkte stellt er in selbstbewusster Art vor.‚Äú (arroganter Mitarbeiter)
  • ‚ÄúIm Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten zeigte er durchweg eine erfrischende Offenheit.‚ÄĚ (ein vorlauter Mitarbeiter)¬†