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Schauen Sie jetzt als Kleinunternehmer genau hin - sonst droht Bilanzierung

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Steuer Bilanzierung

Von Gerhard Schneider,

Wenn Sie kein Freiberufler sind und bestimmte Umsatz- und Gewinngrenzen überschreiten, unterliegen Sie als Selbstständiger der Bilanzierungspflicht. Das heißt: Statt einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung – abgekürzt: EÜR (nach § 4 Abs. 3 EStG) – müssen Sie eine aufwändige Bilanz mit doppelter Buchführung erstellen.

Jeder Geschäftsvorfall muss auf der Soll- und auf der Habenseite nach genauen Regeln gebucht werden. Das ist wesentlich aufwändiger als die einfache EÜR, die Sie als Kleinunternehmer oder Freiberufler führen dürfen. Wenn Sie kein Freiberufler sind, steht der Wechsel zur aufwändigen Bilanzierung immer für das folgende Jahr an, wenn bestimmte Grenzen überschritten werden:

  • Umsatzgrenze: 500.000 €
  • Gewinngrenze: 50.000 €

Wichtig: Der Wechsel zur Bilanzierung steht bereits an, wenn nur eine der beiden Grenzen überschritten ist – es müssen nicht beide überschritten sein.

Ausnahme Freiberufler bei der Bilanzierungspflicht

Wenn Sie als Freiberufler (Arzt, Anwalt, Künstler etc.) arbeiten, sind Sie grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, eine Bilanz zu erstellen. Sie können bei der EÜR bleiben, egal, wie viel Umsatz und Gewinn Sie machen.

Wie der Wechsel abläuft: Sie müssen nicht von sich aus zur Bilanz wechseln. Das geschieht erst nach Aufforderung des Finanzamts. Wenn Sie zum Beispiel jetzt Ihre Steuererklärung für 2010 abgeben, die erstmals einen Umsatz über 500.000 € aufweist, dann bekommen Sie vom Finanzamt die Mitteilung, dass Sie ab dem nächsten Jahreswechsel (1.1.2012) bilanzieren müssen. Die Mitteilung muss spätestens einen Monat vor Beginn des Geschäftsjahres erfolgen, ab dem Sie bilanzieren sollen.

Beispiel: Sie geben im Frühjahr 2011 Ihre Steuererklärung 2010 ab und weisen 250.000 € Umsatz und 60.000 € Gewinn aus. Dann wir Sie das Finanzamt dazu auffordern, ab 1.1.2012 zu bilanzieren.

Wenn Sie 2010 die Grenze zur Bilanzierungspflicht überschritten haben

Tipp: Schauen Sie jetzt genau hin und achten Sie darauf, diese Grenzen möglichst nicht zu überschreiten!

Wenn Sie die Grenzen 2010 überschritten haben, dann können Sie die arbeitsaufwändige Bilanzierung aber zumindest noch um ein Jahr verschieben. Und zwar so: Nutzen Sie die Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2010 voll aus und geben Sie Ihre Steuererklärung 2010 erst Ende Dezember 2011 ab. Das Finanzamt muss Sie innerhalb des Dezembers auffordern, wenn Sie zum Jahreswechsel zur Bilanzierung wechseln sollen. Geben Sie so spät ab, kann das Finanzamt nicht mehr rechtzeitig zum Jahreswechsel reagieren. So müssen Sie frühestens ab 2013 bilanzieren.

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