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Die Durchführung von sicherheitstechnischen Unterweisungen wird in vielen Gesetzen, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerken gefordert...

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So unterweisen Sie zur Instandhaltung

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Von Wolfram von Gagern,

Frage: Wartungsarbeiten geben wir zwar meistens in Auftrag, aber führen gelegentlich auch selbst welche durch. Sind dafür Unterweisungen erforderlich?

 

Antwort: Manche Maschinen und Anlagen dürfen Sie auch gar nicht selbst warten, sondern müssen Fremdfirmen beauftragen. Für Ihre Mitarbeiter sind Unterweisungen zur Instandhaltung in § 9 der Betriebssicherheitsverordnung und in der BGI 577 für Instandhalter geregelt und nach der Unfallverhütungsvorschrift BGV A1 jährlich vorgeschrieben.
Unterweisungen zur Instandhaltung sind für Mitarbeiter aus vielen Bereichen interessant, zum Beispiel für Monteure, Betriebsschlosser, Maschinenführer, Servicetechniker, Hydrauliker oder Pneumatiker.
Das grundsätzliche Problem bei Instandhaltungsarbeiten ist, dass sie nicht alltäglich sind. Selbst Kollegen, die ständig mit einer Maschine umgehen, können bei der Instandhaltung in Situationen geraten, in denen sie improvisieren müssen.
Dabei kann auch nicht immer gewährleistet werden, dass man sich auf die Sicherheitseinrichtungen, die im normalen Betrieb zuverlässig funktionieren, während der Instandhaltungsarbeiten verlassen kann. Und deshalb passieren bei der Instandhaltung weitaus mehr Unfälle als im normalen Betrieb. Sie sollten für Instandhaltungsarbeiten eine eigene Gefährdungsbeurteilung erstellen.

 

Der Begriff Instandhaltung fasst diese 4 Tätigkeiten zusammen: Wartung, Instandsetzung, Inspektion und Verbesserung:

  • Die Wartung sorgt dafür, dass Maschinen und Anlagen nicht so schnell abnutzen.
  • Die Instandsetzung ist nötig, wenn Maschinen oder Anlagen beschädigt worden sind und repariert werden müssen, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können.
  • Die Inspektion soll den Zustand einer Maschine oder Anlage einschätzen, um – falls erforderlich – vorbeugende Maßnahmen ergreifen zu können.
  • Bei einer Verbesserung werden Maschinen oder Anlagen verändert oder umgebaut, zum Beispiel um ältere Maschinen einem geänderten Sicherheitsstandard anzupassen.

Vor Beginn der Arbeiten muss sichergestellt sein, dass Ihre Kollegen die Maschine oder Anlage gefahrlos und in sicherem Umfeld begehen können. Dabei müssen sie auf unterschiedliche Risiken vorbereitet sein:

  • Mechanische Gefahren – manche Maschinenteile stehen unter Spannung und können Unfälle verursachen, wenn sie gewartet oder repariert werden.
  • Absturzgefahren – auch bei Stürzen aus geringer Höhe können sich Ihre Kollegen schwer verletzen.
  • Gefahrstoffe – bei Wartung und Instandsetzung können Ihre Kollegen mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Kontakt kommen, zum Beispiel mit Ölen, Kühlschmierstoffen oder Reinigungsmitteln.

Die meisten Unfälle passieren durch mangelhafte Verständigung während der Instandhaltungsarbeiten und durch Abstürze von Arbeitsplätzen oder Zugängen. Wenn es irgend möglich ist, dann sollten sich Ihre Kollegen nur dann um die Instandhaltung kümmern, wenn die Maschine oder Anlage steht. Falls diese Möglichkeit ausfällt, müssen sie darauf achten, dass die Sicherheitseinrichtungen aktiv sind, die auch im Normalbetrieb Schutz bieten. Oder andere Sicherungen einsetzen. Oder eine Fremdfirma, die auf die nötigen Arbeiten spezialisiert ist.

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