Gratis-Download

Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

Jetzt downloaden

7 Tipps, wie Sie sich vor hohen Stahlpreisen schützen

0 Beurteilungen

Erstellt:

Die aktuelle Situation auf den Rohstoffmärkten ist für Einkäufer kein Zuckerschlecken. Ein besonders harter Brocken ist dabei die Stahlbeschaffung.

Nachdem Ende März die Platzhirsche BHP Billiton, Rio Tinto und Vale bei den Eisenerzpreisen ihre Muskeln spielen ließen, müssen Stahleinkäufer mit kurzfristigen Lieferverträgen und starken Preisschwankungen umgehen lernen.

Während der durchschnittliche Stahlpreis 2009 noch bei 110 €/t lag, ist er in diesem Jahr bereits auf mehr als 200 €/t geklettert.

Ein Rechenbeispiel: Handelten Minen und Stahlkocher bisher ihre Kontrakte auf Jahresbasis aus, akzeptieren Vale & Co. jetzt nur noch 3-Monats-Verträge, die sich obendrein auch noch am Spotmarkt orientieren.

Ein Mittelklasseauto bspw., das zu 5 bis 10 % aus Stahl besteht, verteuert sich dadurch um mehr als 100 €. Allein für die deutschen Autobauer bedeutet das bei einer Jahresproduktion von über 5 Mio. Fahrzeugen Mehrbelastungen von 6 bis 8 Mrd. €. Kosten, die sie nur zum geringen Teil an die Autokäufer weiterreichen können.

Ein neues Einkaufsdenken ist nötig
Stattdessen sind intelligente Beschaffungsstrategien gefragt, die nicht an der eigenen Abteilungstür haltmachen. Alle sind jetzt in der Firma gefordert, ob Entwicklung, Technik, Verkauf oder Geschäftsleitung.

Können Sie bspw. Preisforderungen durch kartellähnliche Marktstrukturen nicht abwehren, müssen Sie die Verluste anderswo wieder hereinholen. Möglichkeiten wären z. B. die Substitution von Rohstoffen oder die Änderung der technischen Spezifikationen.

7 Schutzmaßnahmen:
Das A und O einer intelligenten Beschaffung sind genaue Kenntnisse über die aktuelle Marktlage. Je mehr Sie wissen, umso stabiler wird Ihre Verhandlungsposition sein und umso wirkungsvoller ist Ihr Risikomanagement. Schaffen Sie sich dieses Know-how bspw. durch ein funktionierendes Netzwerk von Informanten.

Zusätzliche Informationsquellen finden Sie bei Verbänden (www.bme.de), in Internetforen (cargoforum.de/Forums/viewtopic/t=511.html) und bei den Rechercheabteilungen von Großbanken (www.deka.de). Weiterhin empfehlen wir:

1. Bündeln Sie den Bedarf und vermeiden Sie zu hohe Spezifikationen, die den Lieferantenkreis einengen. Womöglich haben sich die Produktionsanforderungen längst geändert, Sie kaufen aber immer noch nach alten Vorgaben ein.

2. Schalten Sie Zwischenhändler aus und kaufen Sie direkt beim Hersteller ein.

3. Erweitern Sie Ihren Lieferantenkreis, indem Sie Stahlgüter nach internationalen und nicht nach deutschen DIN-Normen einkaufen.

4. Verzahnen Sie Ihre Abteilung mit den internen Bereichen F&E, Fertigung und Vertrieb, um zu neuen (kostensparenden) Produkten zu kommen.

5. Verzahnen Sie Ihr abteilungsinternes Risikomanagement mit dem Risikomanagement Ihres Gesamtunternehmens
. Sorgen Sie für die notwendige Transparenz (Geschäftsleitung, andere Abteilungsleiter), um bei Bedarf schnell und konzertiert gegensteuern zu können.

6. Sichern Sie Ihre Risiken durch Hedging ab.

7. Werden Sie ein Hedging-Spezialist und verschaffen Sie sich in Fachkursen das notwendige Know-how.

PRAXIS-TIPP: Handeln Sie mit Ihren Lieferanten verbesserte Preisnebenfaktoren in Form von Zusatzleistungen aus.

Einkauf & Beschaffung heute

Erweitern Sie Ihr Einkaufs-Wissen mit dem besten Praxis-Know-how, erfolgserprobten Arbeitshilfen und Best-Practice-Beispielen für Einkaufsprofis.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Deutschlands Fachinformationsdienst Nr. 1 für Einkäufer

Preisentwicklungen und Praxis-Know-how für Einkaufsleiter weltweit

Deutschlands Fachinformationsdienst Nr. 1 für Einkäufer

Marktanalysen & Preis-Prognosen für Rohstoffprofis