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Chemiemarkt: Es reicht mit REACH!

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Ärger macht die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) eigentlich allen. Den Herstellern, den Einkäufern, den Verarbeitern – und nun wird der Bürokratieballast selbst den Verwaltungen zu viel.

Die unendliche Geschichte von REACH

An den Start war das Projekt vor beinahe 6 Jahren gegangen, im Juni 2007. Der Grundgedanke damals wie heute: Produzenten und Einkäufer, die pro Jahr 1 bis 10 Tonnen (t) Chemikalien herstellen bzw. beschaffen, müssen alle Materialien auf mögliche gefährliche Eigenschaften untersuchen und die Ergebnisse der europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki melden.

Bislang wurden dort aber nur rund 4.700 Stoffe registriert. Geschätzte 30.000 stehen noch aus.

Bei Mittelständlern ist der Frust groß

Die geringe Zahl der Meldungen kommt nicht von ungefähr. Denn nicht Großverbraucher kaufen 1 bis 10 t Chemikalien pro Jahr ein, sondern mittelständische Unternehmen. Und die sind nicht nur mit dem bürokratischen Aufwand hoffnungslos überfordert, sondern auch mit allen damit zusammenhängenden Kosten.

Ein Beispiel dazu: Sind die Angaben eines Zulieferers unvollständig, oder verweigert er gar die Auskunft und Registrierung seiner Produkte, hat der Chemieeinkäufer (auf dem Verhandlungsweg) dafür zu sorgen, dass die REACH-Konformität nachträglich hergestellt wird.

Im Streit- und Problemfall empfiehlt das Umweltbundesamt Einkäufern allen Ernstes,

  • sich einen anderen Lieferanten zu suchen, der die REACH-Verordnungen akzeptiert und deren Vorgaben einhält,
  • eine Registrierung auf eigene Kosten durchzuführen, einschließlich einer möglichen Sicherheitsbeurteilung der eingekauften Materialien – natürlich ebenfalls auf eigene Kosten,
  • die nicht registrierten Stoffe durch Alternativmaterialien oder komplett neue technologische Verfahren zu ersetzen.

Beachten Sie: Damit immer noch nicht genug. Unter die REACH-Verordnung fallen nicht nur alle Chemikalien, die direkt für die gewerbliche Herstellung und Produktion von Zweit- und Drittprodukten verwendet werden, sondern auch alle Materialien einer sogenannten „indirekten Verwendung“. Das sind zum Beispiel simple Reinigungsmittel oder Druckerpatronen!

Die Branche probt den Aufstand

Bei diesen Auswüchsen verwundert es nicht, dass die Stimmen immer lauter werden, die ein Zurückschneiden der REACH-Bürokratie fordern – ob in Frankreich, Italien oder eben in Deutschland.

Anfang Dezember vergangenen Jahres setzte sich deshalb der Nationale Normenkontrollrat mit dem Bundesumweltministerium, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, dem Umweltbundesamt sowie dem Verband der Chemischen Industrie in Berlin zu einer sogenannten „Bürokratiekostenanalyse“ zusammen.

Das ist die erste Konferenz dieser Art, die sich mit den bürokratischen Lasten von europäischen Verordnungen befasste. Doch wie nicht anders zu erwarten, kamen bei dem Treffen kaum mehr als wohlgemeinte Ratschläge heraus. Denn in Sachen REACH hat nicht Berlin das Sagen, sondern Brüssel.

Praxis-Tipp: Für die in diesem Jahr beginnende 3. Registrierungsphase (sie endet am 1. Juni 2018) hat das Umweltbundesamt seine Hilfe- und Informationsangebote zum Thema REACH überarbeitet. Näheres finden Sie unter www.bundesumweltamt.de , Stichwort „Chemikalienpolitik und Schadstoffe“.

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